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Unternehmerin des Monats November 2014: Evelyn Kogler aus Feldkirchen

Frau in der Wirtschaft stellt die Unternehmerin des Monats und die Firma Reko Kogler vor.

Evelyn Kogler
Unternehmerin des Monats: Evelyn Kogler


Manche sind noch mit Schwarz-Weiß-Fernsehen aufgewachsen. Andere mit dem Radio. Evelyn Kogler aus Feldkirchen ganz ohne Strom. Das motivierte sie dazu ihrem Lehrer in der Schule ganz genau über die Schulter zu schauen, wenn er wieder einmal an den Lautsprechern oder den Akkus herum bastelte. Damals wusste sie schon: Eines Tages wird sie Radio- und Fernsehtechnikerin. Sie hatte Glück und bekam in Feldkirchen eine Lehrstelle. Jeden Tag erzählte Kogler bei der Busfahrt nach Hause ihrer Schwester begeistert vom Kabelverlegen und Löten. „Ein bisschen Angst hatte ich schon, denn wir hatten Zuhause weder Lötkolben noch anderes Werkzeug zum Üben.“ Aber ihr Lehrherr beruhigte und meinte, sie würde im Betrieb genug lernen. „Ich habe den Beruf gefunden, der mir wirklich gefällt. Das ist selten und heutzutage gibt es immer weniger Möglichkeiten, weil die ausbildenden Betriebe aussterben.“ Deshalb bildet sie selbst Lehrlinge aus – im Verkauf und in der Technik. Ihr Sohn Martin war zwar auch zehn Monate im Betrieb, entschloss sich dann aber doch sich in Richtung Landwirtschaft weiterzubilden. „Das ist für mich völlig in Ordnung“, sagt die stolze Mutter. Schließlich teilt sie diese Leidenschaft mit ihrem Sohn: In ihrer Freizeit kümmert sie sich um ihre eigene kleine Landwirtschaft. Früher fuhr sie auch zum Heliskiing nach Russland oder war überall dabei, wo etwas los war. Ein Skiunfall bremste sie aber vor ein paar Jahren. „Aber heuer möchte ich zumindest probieren wieder zwei- oder dreimal skizufahren.“ Aufgeben kommt für sie nicht in Frage.

 
Ich habe den Beruf gefunden, der mir wirklich gefällt. Das ist selten und heutzutage gibt es immer weniger Möglichkeiten, weil die ausbildenden Betriebe aussterben


Weg in die Selbstständigkeit

„Ich bin Stier und war immer der lässig, starke Typ“, erzählt Kogler in ihrer Werkstatt, wo in braunen Lederkoffern Erinnerungen aufbewahrt werden und die Wand vollbehängt ist mit Fotos und Notizen. „Heuer hatte ich das erste Mal ein Tief“, verrät die Unternehmerin. Sie zog die Notbremse und achtet jetzt wieder vermehrt auf sich. „Wenn ich bei der Firma raus gehe, lege ich auch im Kopf einen Schalter um und mache sehr konsequent etwas anderes.“ Vor allem als Selbstständige sei das wichtig. Das hat sie in den vergangenen 14 Jahren gelernt.

Evelyn Kogler
v.l.n.r: Sylvia Gstättner, FiW-Landesvorsitzende und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten mit der Radio- und Videotechnikmeisterin Evelyn Kogler und Renate Huber, FiW-Bezirksvorsitzende von Feldkirchen


 

Nachdem Kogler die Lehre zur Radio- und Fernsehtechnikerin abschloss, war sie zwei Wochen arbeitslos und nahm dann eine Stelle in einem Industriebetrieb in Villach an. Bereits damals führte sie Computermessungen durch, empfand das allerdings als schrecklich langweilig: „Man stellte den Computer ein und wartete dann zwei Stunden bis er fertig war.“ Das war nichts für Kogler. Nach einem knappen halben Jahr wechselte sie nach Radenthein und arbeitete wieder als Radio- und Fernsehtechnikerin, baute Autoradios ein, verlegte Kabelfernsehen in Bad Kleinkirchheim und erledigte Reparaturen in der Werkstatt. 1995 machte sie den Meisterbrief und ein Jahr später kam ihr Sohn auf die Welt. 1997 zog es sie zurück nach Feldkirchen und sie stieg halbtags in ihrem Lehrbetrieb ein. Im Mai 2000 starb dann plötzlich ihr Chef. Bestärkt durch einen älteren Mitarbeiter wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Kogler sagt dazu: „Einfach war es nicht und es gab einige Hindernisse.“

 
Auch kleine Reparaturen zahlen sich bei vielen Geräten noch aus.

 

Reparieren statt wegwerfen

Heute beschäftigt Kogler drei Mitarbeiter: Markus Steinwender in der Technik, Kristian Kesic im Verkauf und Martin Jakl ist im Endspurt bei seiner Lehre im Einzelhandel. „Den Verkauf machen die Männer einfach besser“, sagt Kogler. Währenddessen kann sie sich in der Werkstätte in Ruhe um technische Arbeiten und Reparaturen kümmern. Vom Fernseher über die Bügelstation und Kaffeemaschinen bis hin zu Plattenspielern oder Stereoanlagen wird alles repariert. Selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind, wie ein Austausch von einem Stecker oder Einstellarbeiten. „Manchmal muss nur etwas gelötet werden, dann verrechnen wir auch nur eine Kleinigkeit. Das macht fast niemand mehr. Aber so zahlt sich reparieren noch aus.“ Reich wird Kogler damit nicht, aber es läuft gut. „Ich bin positiv eingestellt. Rund zehn Prozent unseres Umsatzes fallen auf die Werkstätte und den Außendienst, der Rest ist Handel. Aber ohne die Werkstätte würde der Handel nicht laufen.“ Richtig ärgern kann sie sich über die großen Supermarktketten und ihrem Angebot an Elektro- und Haushaltsgeräten. „Das schadet Betrieben wie uns. Wenn jeder bei seinem Fachgebiet bleiben würde, könnten alle gut davon leben, aber mit solchen Strategien wird der Markt kaputt gemacht und damit letztendlich auch Arbeitsplätze in der Region.“ Mit schnellem Service und guter Beratung kämpft sie dagegen an. Kundschaft vom oberen Mölltal klopft an die Tür: „Hallo, Evelyn, der geht nimma…“ und schon wird der Videorekorder in der Werkstätte in die kompetenten Hände von Evelyn Kogler gelegt. 

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Kontakt:

Reko Kogler
Fernseh- und Haushaltsgeräte, Nähmaschinen, Satanlagen und Antennenbau,
Bambergerplatz 7
9560 Feldkirchen
T 04276/3 8888
E reko_kogler@aon.at