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Unternehmerin des Monats Dezember 2013 - Amalia Greiner aus Völkermarkt

Frau in der Wirtschaft stellt die Unternehmerin des Monats und das Gasthaus „Zum goldenen Ochsen“ vor

Im großen Topf dampfen die Krautfleckerln, in der Pfanne brutzelt das Steak und das Gemüse wird knackfrisch angerichtet.

Jedes Mal, wenn sich die Schwingtür zur Küche öffnet, schwallt ein neuer verführerischer Duft in die Gaststube. „In einem guten Gasthaus muss es nach Küche riechen“, findet Amalia Greiner vom Gasthaus „Zum goldenen Ochsen“ in Völkermarkt.

UNdM Amalia Greiner
Unternehmerinnen des Monats: Amalia Greiner, Wirtin „Zum goldenen Ochsen“ in Völkermarkt


Aufgewärmtes oder Fertigprodukte haben bei ihr keine Chance. Stattdessen wird bodenständige Küche mit Vollwert- und Trennkost serviert. Und das bereits seit 1998. Genauso lange steht die Chefin selbst in der Küche und überlegt sich immer wieder neue Menüs für die Gäste. Fleisch, Fisch oder karamellisierter Dinkel-Kaiserschmarren, Gemüseomelette oder gefüllte Zucchini: „Es gibt nur frisch oder gar nichts“, sagt Greiner streng. Für sie ist das Kochen mit frischen Zutaten die natürlichste Sache auf der Welt und etwas, dass sie bereits seit Kindesbeinen an tut. Die Leute aus der Region bringen ihr täglich frische und biologische Lebensmittel. Saisonal und regional.

Ich dachte, als Unternehmerin kann man Beruf und Familie besser vereinbaren, aber das war nicht so


   

Manchmal kommt es anders, als man denkt

Den Lehrabschluss als Köchin und Kellnerin absolvierte Greiner im Hotel Sandwirth in Klagenfurt. Nach einer kurzen Auszeit auf der Alm, kam sie gestärkt zurück ins Tal und entschloss sich nach der Karenzzeit für die Selbstständigkeit. „Ich dachte, als Unternehmerin kann man Beruf und Familie besser vereinbaren, aber das war nicht so“, erzählt Greiner. Dank ihrer Großfamilie und ihrem Partner hat sie es trotzdem geschafft. Tochter Sabrina ist heute 21 und studiert in Leoben an der Montanuniversität. Greiners Lebenspartner Florian Kolmanz unterstützt sie, wo es geht. „Er ist unglaublich und haltet sich gut, obwohl er oft zurückstecken muss. Ich kann mich auf ihn verlassen er ist einfach für mich da“, schwärmt die Wirtin. Tätig ist er in einer anderen Branche.  „Unsere gemeinsame Tochter Sabrina ist unser Hobby Nummer eins.“  

Man muss manchmal weg, um gestärkt zurückzukommen.


Wirtin aus Leidenschaft

Das Gasthaus schubst Greiner alleine mit ihren zwei Mitarbeitern. „Ich mag die Leute und das Gasthaus ist meine Berufung“, erzählt sie mit leuchtenden Augen. In der Früh wartet sie mit ihrem Kaffee immer, bis der erste Gast kommt. Mit genauso viel Spaß und Freude ist sie auch in der Küche. Dabei ist ihr die gesunde Küche, für die sie bereits eine Auszeichnung erhalten hat, besonders wichtig. „Der Körper kann ohne gesundes Essen auf Dauer nicht richtig funktionieren. Eine Umkehr im Essverhalten kommt, es ist an der Zeit“, ist sie überzeugt. Greiner beschäftigt sich intensiv mit dem Thema gesunde Ernährung und gibt ihr Wissen gerne weiter. Wenn sie mehr Zeit hätte, würde sie ihre Küche noch stärker in diese Richtung erweitern. Doch das ist gar nicht so leicht bei einem 17-Stunden-Tag. „Es bleibt nur wenig Zeit fürs Kind und die Familie“, gesteht Greiner. Samstag Nachmittag und Sonntag sind ihr heilig und für Privates reserviert. Auftanken tut sie am liebsten in ihrer Almhütte am Diexer Berg auf 1000 Meter Seehöhe. „Man muss manchmal weg, um gestärkt zurückzukommen“, sagt Greiner. Von Weihnachten bis Anfang Jänner gibt es den traditionellen Betriebsurlaub. Da steht Kekse backen mit der Tochter am Programm. Pünktlich zu ihrem Geburtstag am 7. Jänner wird wieder aufgesperrt und gemeinsam mit Gästen gefeiert. Das soll auch in Zukunft so bleiben: „Wenn ich gesund bleibe, möchte ich das Gasthaus bis zur Pension weiterführen.“

Das Gasthaus ist wie mein Wohnzimmer.


 

Schulden erschweren den Start in die Selbstständigkeit

Vor über 15 Jahren hat Greiner mit dem Gasthaus Zum goldenen Ochsen gestartet. Seit über 100 Jahren gibt es in den alten Gemäuern bereits ein Gasthaus, ein halbes Jahr hat Greiner umgebaut und renoviert und mit einem Kredit ihre Selbstständigkeit gestartet. Etwas wovon sie Jungunternehmerinnen dringend abrät: „Wer mit Schulden startet, hat es sehr schwer. Wichtig ist, mit dem Geld gut hauszuhalten und Firmen- sowie Privatkonto zu trennen.“ Reich werde man mit einem Gasthaus nicht, doch wer Spaß an der Arbeit habe, gute Küche biete und gern seine Zeit mit den Gästen verbringt, für den sei es das Richtige. „Ich fühle mich hier wohl, das Gasthaus ist wie mein Wohnzimmer“, sagt Greiner. Es gibt große Tische, die Leute sitzen beim Essen zusammen und kommen zum Reden. „Bei uns ist jeder Gast gleich. Jeder ist willkommen. Egal, ob jemand alleine kommt oder in Gesellschaft.“ Erreichbar ist die Wirtin nur per Telefon. Auf E-Mail und Webseite verzichtet sie. „Ich habe es einmal versucht und bin nicht zum Beantworten gekommen“, verrät Greiner. Deshalb hat sie es wieder gelassen. Die Gäste kämen auch so ins Gasthaus, sie müssen nicht die Speisekarte per E-Mail bekommen. Nur die Tafel beim Eingang wird täglich aktualisiert – händisch, mit Kreide und dem Tagesmenü.

UNdM Greiner
v.l.n.r.: .: Lydia Kulterer, FiW-Geschäftsführerin Völkermarkt, Sylvia Gstättner, WK-Vizepräsidentin und FiW-Landesvorsitzende, Gastwirtin und Unternehmerin des Monats Amalia Greiner, Trixi Stornig, FiW-Bezirksvorsitzende Völkermarkt
 

Weiter Fotos in der Bildergalerie


Kontakt:

Gasthaus „Zum goldenen Ochsen“
Bodenständige Küche, Vollwert- und Trennkost
Amalia Greiner
Hauptplatz 30
9100 Völkermarkt
T 0664/37 97 686
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag ab 8 bis 20 Uhr oder bis keiner mehr da ist,
Samstag ab 8 Uhr bis Mittag.