th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Unternehmerin des Monats Februar 2014:  KommR. Juliane (Julischka) Politzky aus Velden

Frau in der Wirtschaft stellt die Unternehmerin des Monats und das Casino Hotel Velden vor.

Die Patin vom Wörthersee, Grande Dame der Veldener Gastronomie oder Frau Kommerzialrätin – Juliane Politzky, besser bekannt als Julischka, trägt mit ihren 56 Jahren bereits einige Titel und blickt stolz auf eine lange Unternehmergeschichte zurück. „Titel wie Kommerzialrätin sind wie ein Schmuckstück. Es wird aus dem Tresor geholt, wenn man es braucht und trägt es dann mit Freude“, findet die Gastronomin und Hotelierin.

Julischka Politzky
Julischka Politzky


Ihr Vater musste damals den Titel ablehnen, weil er meinte, man müsse dann feiern und das nötige Geld dazu hatte er nicht. „Dank dem Fleiß meiner Eltern und meiner Möglichkeit des Weiterführens des Betriebes und natürlich auch mit der notwendigen Portion Glück war es mir möglich, diesen Anlass gebührend zu feiern“, erzählt Politzky. Ihrem Vater gefiel es schon vor dem Krieg am Wörthersee so gut, dass er mit 19 Jahren die Ablöse für ein Geschäft bezahlte, um nach dem Krieg mit seiner Frau an den Wörthersee zurückzukommen. Mit dem Hauskauf am Corso legte er den Grundstein für das Unternehmen Politzky und eröffnete einen Eissalon sowie eine Konditorei. Zu den Spezialitäten zählt unter anderem der Marillen- und Zwetschkenfleck, die Oberscremeschnitte und der noch heute servierte Kaiserschmarrn „Papa Joe“ – benannt nach Politzkys Vater. Die süßen Spezialitäten können das ganze Jahr im Kaffeehaus „Le Café“, gegenüber vom Casino Velden, probiert werden. 

Ich bin eine Frau, die das Glück hatte, Eltern gehabt zu haben, die beraten, aber nicht gezwungen haben


 

Generationsnachfolge mal drei

Julischka war für ihre Eltern eine Überraschung – sie kam auf die Welt als die Politzkys 42 Jahre alt waren. Als einzige Tochter wuchs sie in den Familienbetrieb hinein und machte nach der HAK die Konditorlehre. Es folgte die Meister- und Konzessionsprüfung. Mit 27 Jahren übernahm sie den Betrieb von ihren Eltern. Heute noch macht es ihr Spaß in den verschiedenen Bereichen tätig zu sein und legt mal in der Küche oder mal im Verkauf selbst Hand an. „Ich bin eine Frau, die das Glück hatte Eltern gehabt zu haben, die beraten, aber nicht gezwungen haben.“

Manuel, ihr zweitgeborener Sohn, arbeitet nach seiner Koch- und Konditorlehre bereits im Familienunternehmen mit und ist federführend für das „Switch“ verantwortlich. Ihren erstgeborenen Sohn David verschlug es ebenfalls in die Gastronomie - er ist in Wien mit einem Gästebetreuungsservice selbstständig. „In einem Familienbetrieb ist es nicht immer einfach. Jeder braucht sein eigenes Revier. Die Älteren müssen es den Jungen überlassen und die Jungen müssen akzeptieren, dass es die Älteren gibt.“ Von ihrem Vater hat sie gelernt, dass man Fehler zulassen muss. „Nie ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen“, sagt sie dazu. Außerdem gehöre zum erfolgreichen Unternehmertum Ausdauer, Glück und Fleiß. „Mit einer 40-Stunden-Woche kommt man nicht weit, man muss den Betrieb und die Menschen ‚leben‘“, findet Politzky.

Inschick Politzky Gstättner
v.l.n.r.: Sabine Inschick (FIW GF Villach), Julischka Politzky und Sylvia Gstättner (FIW Landesvorsitzende und WK-Vizepräsidentin)


Fehler dürfen gemacht werden. Nie ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen
 

Hotel, Bar, Café und Restaurant:

Die Politzky-Betriebe

Neben dem Stammhaus mit Konditorei zählen heute auch das „Le Café“, das Switch, das Stables, das Restaurant Caramé und das Casinohotel zum Unternehmen. Allerdings ist Politzky mit dem Casinohotel und den dazugehörigen Betrieben Pächterin von Casinos Austria. Das Stammhaus Politzky ist im Eigentum der Familie. Das Restaurant Caramé wird von Politzkys Lebensgefährten Günter Faderl geführt – man erkochte zwei Hauben und erreichte im Führer A la Carte die höchste Punktezahl, die in Kärnten vergeben wurde, nämlich 96 Punkte.

Das Hotel besteht aus dem Stammhaus Roulette und dem Zubau Baccara. Im Zubau befinden sich 18 Designerzimmer, die mit verschiedenen Künstlern wie Manfred Bockelmann oder Pepo Pichler gestaltet wurden. Lang gezogene, kahle Hotelgänge wird man dort nicht finden. In jedem der drei Etagen gibt es einen Vorraum, von dem sternförmig wie bei einem Tortenstück die verschiedenen Zimmer verlaufen. Es gibt auch Zimmer mit Sauna oder Fernseher im Badezimmer – letzteres darf auch bei Politzky Zuhause nicht fehlen. Weiters gibt es im Hotel luftig leichte Seminarräume. Zwischen 30 und 110 Mitarbeiter sind in den Betrieben beschäftigt, eine Mitarbeiterin ist bereits seit 50 Jahren im Team. Politzky hätte schon die Möglichkeit gehabt, in New York und Dubai unternehmerisch tätig zu werden. Doch sie blieb lieber an ihrem Wörthersee. Zu eng ist sie mit der Region und den Menschen verbunden. Daher engagiert sie sich auch als Tourismusobfrau in Velden. Für die Zukunft sei es wichtig, die Marke Kärnten bekannter zu machen. „Aber das kein ein Einzelner nicht schaffen.“ Kärnten habe im Tourismus einen positiven Gemischtwarenhandel und biete für viele das Richtige in guter Qualität. Ausbaufähig sei noch die Attraktivität der sportlichen Aktivitäten – dazu zählt sie zum Beispiel die Radwege. „Und der Flughafen ist für den Wirtschaftsstandort und die Jugend wichtig.“

 
Wir leben praktisch im Hotel und wenn wir mal weg sind, dann sind wir wirklich weg
 

Rückzugsgebiet Badewanne

Seit jeher werden bei Politzky pro Jahr zwischen vier bis zehn Lehrlinge ausgebildet. Voraussetzung für einen Lehrplatz in der Konditorei oder als Hotel- und Gastgewerbeassistenten ist das wirkliche Wollen mit dem Gaste zu arbeiten und daran Freude zu haben. „Arbeiten mit dem Gast ist eine Berufung. Man muss es mögen“, sagt Politzky und erinnert sie wieder an etwas, das ihr der Vater mit auf dem Weg gab: „Wenn du selbst nicht glücklich bist, kannst du auch die Menschen in deiner Umgebung nicht glücklich machen. Das betrifft deine Familie, deine Freunde, deine Mitarbeiter und in weiterer Folge auch deinen Gast.“ Jeder sei für sein Leben selbst verantwortlich und muss Entscheidungen für sich alleine treffen. „Ich versuche diese Eigenschaft nicht nur meinen Kindern, sondern auch meinen Mitarbeitern weiterzugeben. Jeder muss sich in seinem Spielraum entscheiden und zu dieser Entscheidung auch stehen.“ Das kann manchmal schwierig sein. Als Unternehmerin erlebe man immer wieder Zeiten, wo es nicht so gut laufe. „Das gehört nicht nur zum Unternehmertum, sondern auch zum Leben. Wenn man hinfällt, muss man wieder aufstehen. Auch ein Rückgang von über 60 Prozent durch eine Baustelle vor der Türe, muss man verkraften und alleine damit fertig werden.“

Bei wichtigen Entscheidungen zieht sich Politzky gerne zurück. Zwischen dem Tages- und Nachtdienst genießt sie ihre Badewanne. Da kann sie in Ruhe über Verschiedenes nachdenken oder einfach die Nachrichten (Fernseher ist im Badezimmer) ansehen, um auf dem Laufenden zu bleiben. In der ruhigeren Wintersaison verreist sie gerne. „Wir leben praktisch im Hotel und wenn wir mal weg sind, dann sind wir wirklich weg.“

In zehn Jahren sieht sie sich selbst als Seniorchefin oder Beraterin eines florierenden Unternehmens. Bis dahin unterstützt sie ihren Sohn und ihre Mitarbeiter und stellt ihr Know-how als Mentorin beim Femcademy-Wirtschaftsmentoring von Frau in der Wirtschaft jungen Unternehmerinnen zur Verfügung. „Ich stehe für Miteinander, Zielstrebigkeit, Lebensfreude und den damit verbundenen gemeinsamen Erfolg.“

Bildergalerie

Kontakt:

Casinohotel Velden
Juliane Politzky
Am Corso 10
9220 Velden
T 04274 51 233
E casino-hotel.velden@aon.at
www.casino-hotel-velden.at