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Unternehmerin des Monats November 2012 - Heide Pichler-Herritsch aus Heiligenblut

Frau in der Wirtschaft Kärnten stellt die Unternehmerin des Monats November 2012 vor

 

 

Mit rund 90 Mitarbeitern gehört die Firma Hans Pichler GmbH & Co KG mit dem
Hotel Glocknerhof zu den größten Arbeitgebern im oberen Mölltal und punktet bei seinen Gästen nicht nur mit der Top-Lage mitten in Heiligenblut am Fuße des Großglockners.

Auch Bergwellness und Gipfelabenteuer werden im 4-Stern-Haus groß geschrieben. Seit 1999 führt Mag. Heide Pichler-Herritsch die Geschicke des Familienunternehmens gemeinsam mit Cousine Uta Pichler und Bruder Hannes Pichler in der vierten Generation. Schwager Mario Notdurfter-Pichler fungiert als Hoteldirektor.
 

 

Familienfoto
v.l.n.r. Mario Notdurfter-Pichler, Uta Pichler, Lisa Pichler, Hannes Pichler, Barbara Schader, Nina Pichler, Heide Pichler-Herritsch, Julia, Gabriele und Noah Pichler 

Für Heide Pichler-Herritsch war es schon immer klar, einmal selbstständig zu werden. Die Übernahme des Familienbetriebes kam ihr da gerade recht, schließlich hatte sie sich bereits in Wien ein paar Sporen verdient und in internationalen Konzernen Erfahrungen gesammelt. Unter anderem war sie im Marketing von Barcardi Martini, Colgate Palmolive oder Aceros Phoenix Böhler Barcelona tätig. Davor studierte sie Wirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien, an der Miami University in Oxford Ohio, an der Harvard University in Cambridge sowie an der ESADE in Barcelona.

Zurück in der Heimat reizte Pichler-Herritsch die Vielfältigkeit des Familienbetriebes – dazu gehört nicht nur das Hotel, sondern auch der ADEG Aktiv Mölltalmarkt, Intersport Großglockner, Spielwarenhandel Vedes Lienz, sechs Top-of-Austria-Souvenirshops, ein Verlag sowie Beteiligungen an den Grossglockner Bergbahnen und Intersport Eybl Lienz – und die Freiheit des selbstständigen Gestaltens. "Ich war mit 34 Jahren bereit und reif für so ein komplexes Unternehmen mit einer so komplizierten Familienstruktur“, sagt Pichler-Herritsch.Ich bin sehr stolz auf meine Eltern, Tanten und Onkels, sie sind immer da, wenn wir sie brauchen.“

 

 

 

 

Eine Ideensprudlerin, die Menschen verbindet

Gemeinsam haben die Pichlers es geschafft, die komplizierte Firmenübernahme von sechs Familien auf drei Personen zielorientiert umzustrukturieren. Externe Berater haben den Übernahmeprozess organisatorisch und systemisch begleitet. Heute ist die vierte Generation der Pichlers ein eingespieltes Team und stolz auf ihre Geschichte. Schließlich ist die Familie Pichler seit über 100 Jahren in der Region Großglockner unternehmerisch tätig.

"Ich bin mit Herz und Hirn sowie Leib und Seele Unternehmerin, gestalte, organisiere und entwickle gerne Neues. Qualität ist für mich oberstes Prinzip, Qualität in Produkt und Dienstleitung und auch im Umgang miteinander – ob Gäste oder Mitarbeiter. Ich fühle mich mit der Region, der Natur und den Menschen hier eng verbunden und nütze meine Fähigkeiten und Möglichkeiten auch gerne dazu, es für alle besser zu machen“, sagt Pichler-Herritsch. Daher baute sie den Großglockner Berglauf auf und engagiert sich als Obfrau des Vereins Tauern Alpin, ein Zusammenschluss von 35 Betrieben im Mölltal. Vor kurzem wurde sie auch zur Obfrau des neuen Tourismusverbandes Heiligenblut gewählt.

 


 AAT Eröffnung 2012: 
LR Waldner und Bürgermeister Josef Schachner mit Trachtenfrauen und Bergführern

 

Für ihre Geschwister ist Heide eine Ideensprudlerin mit einer unglaublichen Energie, die mit ihrer Art die Menschen verbinden kann. Dementsprechend möchte Pichler-Herritsch in zehn Jahren das Hotel Glocknerhof erweitern und die Re-Strukturierung des Ortes Heiligenblut über die Bühne gebracht haben, sowie einen guten Nachfolge-Plan für den eigenen Betrieb gefunden haben. Über ihre Zukunftsvision sagt sie: "Ich bin noch selbst aktiv im Betrieb, habe aber die Weichen bereits für die nächste Generation gestellt und schaue mit Freude auf die innovative, kreative Jugend, die mit viel Kraft und Energie eine neue schöne Welt gestaltet.“ Aber bis es soweit ist, gibt es noch einiges zu tun.

"Outdoor Lagerfeuer-Picknick statt Hotel-Abendessen – seit 30 Jahren gehört unser Picknick im Schnee zu den unvergesslichen ‚magic moments‘.“

 

 

 

 

 

Ein Tourismusbetrieb, der die Latte hoch legt

Besonders viel Wert legen die Pichlers in ihrem Hotel auf Nachhaltigkeit und regionale Küche. So werden im Rosas Aurum Beauty Spa die Gäste mit Naturprodukten aus der Bergwelt verwöhnt – darunter ist das Heiligenbluter Heublumendampfbad, ein energetisches Gletscherschliff-Peeling von der Pasterze oder eine entspannende Massage mit Rosenquarz und Bergkristallen. Dazu verfügt das Hotel über ein großes Hallenbad mit Dampfbad und Sauna. Für Jugendliche gibt es eigene Spielzimmer und eine Kinderbetreuung für die ganz Kleinen. Der Skilift ist quasi vor der Haustür und eine eigene Wanderführerin lädt zu herrlichen Winterwanderungen ein. Seit über 30 Jahren fällt jeden Mittwoch das Abendessen im Hotel aus. "Stattdessen gibt es eine Fackelwanderung in unseren Märchenwald, wo ein riesiges Lagerfeuer und ein Picknick auf unsere Gäste wartet“, verrät Pichler-Herritsch. Diesen "magic moment“ gibt es nur im Winter und ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.

Im Sommer begeistern die Gäste die duftenden Kräuterwanderungen in der Natur. Die Stammgastquote ist im Hotel sehr hoch und es gibt immer wieder eigene Stammgastwochen, wo die Gäste mit liebevollen, selbstgemachten Dankeschön-Geschenken überrascht werden. "Unsere Gäste schätzen das persönliche Flair bei uns“, sagt Pichler-Herritsch. Der Großteil der Gäste kommt aus Österreich, gefolgt von den Deutschen und Italienern. "Im Sommer haben wir auch viele Japaner“, ergänzt Pichler-Herritsch. Als eine große Chance für die Region sieht sie den neuen Alpe-Adria-Trail, der vom Großglockner durch Kärnten über Slowenien bis an die italienische Adria führt, und von allen drei Ländern intensiv beworben wird.

"Wir brauchen mehr gut qualifizierte Mitarbeiter und viel bessere Löhne für gute Leute.“

 

 

 

Herausforderungen für die Zukunft


Im Hotel Glocknerhof werden pro Jahr rund 15 Lehrlinge ausgebildet, für die es ein firmeninternes Mentoringprogramm gibt. "Beim Gipfelstürmer-Programm ist jeder Ausgebildete für einen neuen Lehrling ein Mentor“, erklärt Pichler-Herritsch. Dazu gibt es Lehre mit Matura, die Teilnahme an Wettbewerben sowie Leistungsprämien für gute Leistungen. Auch für die anderen Mitarbeiter steht Weiterbildung und Teambuilding am Programm, so gibt es jede Saison ein großes gemeinsames Kick-Off sowie viele externe und interne Seminare – je nach Bedarf des Mitarbeiters. Dennoch ist die Situation nicht leicht. Pichler-Herritsch erklärt warum: "Junge, talentierte Leute wandern ab, daneben gibt es generell viel zu wenige gut ausgebildete Fachkräfte, die in der Gastronomie arbeiten wollen und die wir nicht in unsere Region locken können, da u.a. wenig entsprechendes Freizeit-Angebot vorhanden ist.“ Sie wünscht sich mehr gut qualifizierte Mitarbeiter und viel bessere Löhne für gute Leute. Denn "die Netto-Löhne sind viel zu niedrig, um für diese Art von Arbeit ausreichend und attraktiv zu sein. Die Lohnnebenkosten lassen den Unternehmen kaum noch Luft zum Atmen, sie müssen aus Kostengründen weniger Mitarbeiter einstellen, was den Job für die verbleibenden Mitarbeiter mit mehr Stress und Druck noch unattraktiver macht.“

Noch hat der Glocknerhof viele Mitarbeiter aus der Region, aber den Trend spüren die Pichlers bereits. "Ohne den Teufel an die Wand zu malen, hier muss bald gehandelt werden, weil eine ganze Branche massiv bedroht ist vom Arbeitskräfte-Mangel und gleichzeitig immer mehr Menschen arbeitslos sind. Und weil genau das die Burnout-Falle für Unternehmer ist, die die Verantwortung für ein Unternehmen, seine Finanzen und Mitarbeiter tragen, alle Schwachstellen selbst und persönlich abpuffern müssen und kaum Zukunfts- und Erfolgsaussichten haben.“

"Viele meiner Freunde kommen als meine Gäste zu mir ins Hotel, was mich immer sehr freut.“

 

 

Foto: Anita Arneitz

 

Private Auszeiten


In ihrer wenigen freien Zeit genießt Pichler-Herritsch die Motorradtouren mit ihrem Mann, besucht gerne Kochkurse und reist viel. Mit der Vereinbarkeit von Familie und Arbeit hat sie dank ihrem toleranten Mann, der selbst Unternehmer ist, keine Konflikte. Sie verrät: "Ich führe eine Wochenend-Ehe und ich wüsste nicht, wie ich auch noch Kinder in meinem ausgefüllten Leben unterbringen sollte – und ich bin voller Ehrfurcht vor jenen, die das schaffen.“ Trotz der wenigen Familien-Zeit ist das Verhältnis zu ihrer 19jährigen Stieftochter Theresa und deren Mutter Rosemarie ausgezeichnet – sogar so gut, dass wir auch gemeinsam auf Urlaub fahren. "Wir haben viel zu wenig Zeit, um uns zu streiten. Warum auch? Wir verstehen uns gut und das ist schön“ Fast ihre ganze Zeit widmet Pichler-Herritsch der Arbeit. "Auch durch die geografisch nicht sehr zentrale Lage meines Betriebes kann ich sehr schwer ein Sozial-Leben mit meinem Mann, Freunden, Kultur und Veranstaltungen führen.“ Darunter leidet sie manchmal. Aber viele ihrer Freunde kommen als Gäste ins Hotel, was Pichler-Herritsch umso mehr freut.

 

Wordrap

Erfolg bedeutet für mich ... etwas getan zu haben, was Menschen glücklicher macht. 

Eine Leistung, auf die ich besonders stolz bin … ist, den Großglockner-Berglauf zum größten Berglauf im deutschsprachigen Raum gemacht zu haben. Damit haben wir bewiesen, dass es gemeinsam – wenn alle Heiligenbluter an einem Strang ziehen – möglich ist, auch im entferntesten Winkel von Kärnten eine Top-Veranstaltung auf höchstem Niveau mit großer internationaler Anerkennung und touristischer Relevanz auf die Beine zu stellen.

Eine meiner Stärken ist … Menschen zu Höchstleistungen anzuspornen, in ihnen Visionen und Sinn zu wecken, sie aus der Komfort-Zone zu ziehen und sie stolz zu machen auf das, was sie zu leisten in der Lage sind.

Zum Job-Ausgleich mache ich … lange Spaziergänge mit meinem Hund Wonder, Skitouren im Winter, Motorrad-Touren mit meinem Mann.

Die größte Herausforderung in meiner Selbstständigkeit ist … all die wesentlichen Aufgaben in der Gegenwart und Zukunft gleichzeitig im Focus zu haben, nichts zu übersehen, immer verlässlich für Mitarbeiter und Gäste greifbar, erkennbar und da zu sein.

Netzwerke finde ich … bei meinen rotarischen Freundinnen in Villach (die seltenen Male, die ich es dorthin schaffe), bei meinen Hotel-Kollegen der ERFA Kärntner Oberland (die es leider als Gruppe so nicht mehr gibt, die aber trotzdem eine sehr ehrliche und persönliche Austausch-Möglichkeit innerhalb der Branche ist), bei der ÖHV, etc.

Mein Motto lautet … Was Du bist, ist ein Geschenk Gottes an Dich, was Du draus machst, ist Dein Geschenk an Gott.

 

Weitere Fotos in der Bildergalerie!

Kontakt:
Hotel Glocknerhof
Hof 6-7, 9844 Heiligenblut
Tel. 04824/2244
www.glocknerhof.info

Weitere Informationen:
Alpe-Adria-Trail: www.nationalpark-hohetauern.at/aat
Verein Tauern Alpin: www.tauernalpin.at

 

  

Allgemeine Informationen zur "Unternehmerin des Monats"