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Unternehmerin des Monats September 2013 - Astrid Fallosch aus Villach

Frau in der Wirtschaft Kärnten stellt die Unternehmerin des Monats und die Firma greeneyes vor

Vor 80 Jahren gründete in Villach Oskar Mikula sen. eine Druckerei, die später sein Sohn Oskar jun. weiterführte.
Heute hat die dritte Generation – Astrid Fallosch und Boris Mikula – den Familienbetrieb auf neue Beine gestellt.

Astrid Fallosch


„Ich gründete greeneyes, meine Agentur für authentische Kommunikation am 1. April 1999 als Einpersonenunternehmen. Seit Anfang 2012 ist greeneyes in die Familien-GmbH eingegliedert“, erklärt Astrid Fallosch, geschäftsführende Gesellschafterin. Ihre Agentur greeneyes ist nun eine eigene Geschäftseinheit, die Druckerei Druckbörse, geführt von ihrem Bruder Boris, ist die zweite Geschäftseinheit. Dadurch können Synergien genutzt und gemeinsam Kundenprojekte umgesetzt werden. „Ich wollte immer schon mein eigenes Unternehmen verwirklichen, aber ich hatte erst nach meiner Scheidung 2006 den richtigen Mut und auch Antrieb dazu“, verrät Fallosch. Als alleinerziehende Mutter von drei Kindern musste sie wie eine Löwin um ihr Recht kämpfen. „Das gab mir aber auch die Stärke, mich beruflich zu verändern, mich aus dem sicheren Haus der Anstellung in die unvergleichliche Freiheit der Selbstständigkeit zu bewegen“, sagt Fallosch.

Team greeneyes


„Bei uns wird jeder Millimeter ausgenützt.“

Gegangen, um wieder zu kommen oder warum das Loslösen vom Familienbetrieb manchmal wichtig ist

Nach der Matura begann die Villacherin gleich als Angestellte in der elterlichen Druckerei, betreute Kunden, gestaltete Drucksorten, kümmerte sich um Büro, Satz und Druckvorbereitung. In dieser Zeit wurden auch ihre beiden Söhne Patrick René (1988) und Nico Raphael (1991) geboren. „Ab 1995 kehrte ich von der Karenz als leitende Angestellte in die inzwischen umbenannte ‚Druckbörse‘ zurück und kümmerte mich um die Organisation der Abläufe, interne und externe Kommunikation, Kalkulation, Verkauf, Marketing, Lektorat, Kundenbetreuung und vieles mehr.“ 1999 begann sie das berufsbegleitende Diplomstudium Publizistik und Kommunikationswissenschaft mit den Schwerpunkten Public Relations und interne Kommunikation sowie das Diplomstudium Romanistik/Französisch an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Kurz nach dem erfolgreichen Abschluss beider Studien kam ihre Tochter Aline Marie (2003) zur Welt.

„Mit dem Traum später meine eigene PR- und Werbeagentur zu gründen, verließ ich nach 18 Jahren das Familienunternehmen und war drei Jahre lang in einer Klagenfurter Werbeagentur tätig, wo ich selbstständig Kommunikationsmaßnahmen umsetzen durfte“, erzählt Fallosch. 2009 war es dann soweit: Sie kehrte zurück nach Villach und gründete Tür an Tür mit der Druckerei Druckbörse ihre eigene Werbe- und PR-Agentur. In der gleichen Zeit absolvierte sie außerdem die Ausbildung zum Marketing- und Multimedia-Coach. Heute betreut sie in ihrer CAAA-zertifizierten Agentur im Team Großkunden wie Knauf Insulation oder Infineon. Aber auch Klein- und Mittelbetriebe oder Einpersonenunternehmen sind bei der voll energiesprühenden Villacherin gut aufgehoben.

Vater Oskar Mikula ist stolz auf seine beiden Kinder und verrät: „In der Selbstständigkeit ergänzen sich die beiden perfekt und es ist schön zu sehen, dass ihnen die Kunden vertrauen.“ Bruder Boris sagt dazu: „Natürlich haben wir uns am Anfang bei Kleinigkeiten die Hörner abgestoßen, aber da wir komplett getrennte Zuständigkeitsbereiche haben, kommen wir gut miteinander aus.“ Und es sei wichtig zwischendurch auch Abstand zu bekommen, wirft Fallosch ein. Ihre Vision wäre es, Unternehmen und Privates – im Haus sind gleich drei Firmen, drei Familien und drei Generationen untergebracht – räumlich stärker zu trennen. „Bei uns ist es wirklich eng, jeder Millimeter wird ausgenützt“, sagt Fallosch. Raum zum Wachsen gibt es keinen mehr. „Ich würde gerne mit meinen Mitarbeitern gemeinsam zu Mittag ein frisch gekochtes, biologisches Essen genießen, das vielleicht sogar im eigenen Firmengarten angebaut wird“, verrät Fallosch. Doch dazu fehlt momentan noch die Infrastruktur. Aber kein Nachteil ohne Vorteil.

„Neun Wochen Ferien sind eine echte Herausforderung für jede Unternehmerin.“

Keine Säule darf wanken oder warum das Wochenende und der Urlaub heilig sind

„Nachdem unser Betrieb noch im elterlichen Wohnhaus untergebracht ist, bin ich in der Kinderbetreuung recht flexibel.“ Gerade wenn ein Kind krank ist, sei das sehr praktisch. „Zusätzlich unterstützen meine Eltern mich, wo immer es nur geht.“ Unter dem Schuljahr ist ihre Tochter gut versorgt, schwierig wird es aber im Sommer. „Neun Wochen Ferien sind eine echte Herausforderung für jede Unternehmerin. Es gibt attraktive Betreuungsangebote, aber zu wenig Alternativen, zumindest in Villach, bei zu hohen Kosten“, findet Fallosch. Andererseits sei es auch nicht immer förderlich, wenn die Kinder das Büro zu oft und vor allem zu einem ungünstigen Zeitpunkt stürmen. Urlaub zu Hause ist für sie daher keine richtige Entspannung, da sie immer die Firma vor Augen hat. „Auszeit nehmen, Erfolge und Misserfolge verarbeiten – das A und O für die berufliche und private Weiterentwicklung, um sich nicht zu verrennen und sich zu fragen, macht es Sinn, was ich tue?‘“ Das sei essenziell, denn die Vereinbarkeit von Familie und Job gehe nur solange gut, solange alle Säulen – Beruf, Kinder, Freunde, Familie, körperliche und seelische Gesundheit sowie Finanzen – stabil sind. „Ist eine der Säulen im Wanken, kann das Gebäude rasch einbrechen. Daher sind mir die Wochenenden heilig.“

„Beim Cradle to Cradle-Konzept gibt es keinen Abfall. Wie in der Natur bleiben alle Substanzen in Kreisläufen erhalten.“

Grün denken und grün handeln oder warum Drucksorten auch komplett gift- und chemiefrei sein können

„Wir sind eine Full-Service-Werbe- und PR-Agentur, die für nachhaltige, transparente und ehrliche Werbung steht“, erklärt Fallosch. Ihre Schwerpunkte liegen auf der Kommunikation der Unternehmenswerte sowie ökoeffektive und kompostierbare Printprodukte. Fallosch ist Exklusivpartner des Ökopioniers Gugler (www.gugler.at). „Darauf sind wir sehr stolz. Gugler ist für mich in Sachen nachhaltig Wirtschaften ein großes Vorbild“, sagt Fallosch. Mit dieser Partnerschaft kann sie für Kärnten und Osttirol weltweit als einziges Unternehmen völlig gift- und chemiefreie Drucksorten anbieten. Das Ganze wird „cradle to cradle“ genannt und umfasst das Denken in natürlichen Produktionskreisläufen. „Beim Cradle to Cradle-Konzept gibt es keinen Abfall. Wie in der Natur bleiben alle Substanzen in Kreisläufen erhalten. Cradle to Cradle-Druckprodukte wurden für den Recyclingprozess optimiert. Dabei anfallende Schlämme könnten wieder in den biologischen Kreislauf zurückfließen. In Bezug auf Gesundheitsverträglichkeit wie Allergierisiken etc. werden die höchsten Anforderungen erfüllt. Selbst die Asche von verbrannten Druckprodukten kann bedenkenlos im Gemüsegarten verstreut werden“, erklärt Fallosch. Nur auf recycelbaren Papier zu drucken ist ihr einfach zu wenig, da die Giftstoffe die im Altpapier enthalten sind immer wieder aufbereitet werden und in die Abwässer gelangen. Ihre gesamte Agentur ist klimaneutral. „Mit dem klimapositiven Druck by gugler kompensieren wir um 10 Prozent mehr CO2 als durch die Produktion anfällt und unterstützen aktuell ein Klimaschutzprojekt der BOKU Wien zur Aufforstung in Äthiopien. Dadurch wird nicht nur das globale Klima positiv beeinflusst, es werden auch Jobs in der 3. Welt geschaffen“, erzählt Fallosch.

Inschick Fallosch Radinger

                  v.l.n.r.: Sabine Inschick (FIW GF Villach), MMag. Astrid Fallosch (greeneyes),
                                            Mag. Maria Th. Radinger (FIW BV Villach)

„Es gab keinen Businesskalender, der auch spirituelle Elemente in das Geschäftsleben integrierte, daher haben wir einfach selbst einen entwickelt.“


Der Kalender des alten Wissens oder warum es an manchen Tagen besser schwingt als an anderen

Offen für neue Ideen, das ist Fallosch. Und manchmal entsteht ganz spontan und nebenbei ein neuer Geschäftsbereich: „’Zufällig’ habe ich Feng-Shui-Expertin und Innenarchitektin Kerstin Brodegger und Monika Zwischenberger, Buchhalterin und Numerologin kennengelernt. Gemeinsam hatten wir die Idee zu einem völlig neuen Businesskalender, der auch spirituelle Elemente in das Geschäftsleben integriert“, erzählt Fallosch. Sie ist davon überzeugt, dass alltägliche Abläufe auf einfache Weise erleichtert werden können und dass man der lauernden Stressfalle ruhig ein Schnippchen schlagen darf. Deshalb gibt es im Kalender neben wertvollem alten Wissen auch Energiebilder und Fotos von Kraftplätzen, auf denen die Augen ruhen können. Von der Produktion über das Marketing bis hin zum Vertrieb machen die drei „Kalendergirls“ alles selbst und haben aufgrund des großen Erfolges vor Kurzem sogar eine eigene Kalenderfirma gegründet. „Der Kalender des alten Wissens für 2014 und weitere energiegeladenen Produkte sind bereits lieferbar und wir haben große Freude daran, weiter in diese Richtung zu arbeiten“, sagt Fallosch. Und wer weiß, was sich in Zukunft noch alles für die Unternehmerin ergeben wird.

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Allgemeine Informationen zur "Unternehmerin des Monats"