th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Neuerungen zum Thema "Registrierkassenpflicht"

Das neue Jahr bringt etliche Neuerungen und auch einige Erleichterungen für Unternehmer. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst, inklusive hilfreicher Tipps unserer Experten. Für die Beantwortung weiterführender Fragen sowie allfällige Hilfestellungen stehen die Mitarbeiter des Servicezentrums der Wirtschaftskammer Kärnten stets gerne zur Verfügung.

I) Dauerbrenner Registrierkassen: Angelika Melcher, Mitarbeiterin im Servicezentrum der Wirtschaftskammer Kärnten weiß, worauf zu achten ist:


Stichwort Registrierkassen: Welche Änderungen wurden hier erlassen?

 Im Nationalrat wurden am 6. Juli 2016 Änderungen bei der Registrierkassenpflicht beschlossen. Die wichtigsten Erleichterungen für die gewerbliche Wirtschaft sind:

  • Erzielen Unternehmen einen Teil ihrer Umsätze außerhalb von festen Räumlichkeiten („Kalte Hand Regelung“), werden diese Umsätze von der Registrierkassenpflicht ausgenommen und eine einfache Losungsermittlung ermöglicht, wenn der Jahresumsatz der außerhalb der festen Räumlichkeiten ausgeübten Tätigkeiten 30.000 Euro nicht überschreitet.
  • Die Registrierkassenpflicht für Alm-, Berg-, Schi- und Schutzhütten entfällt, wenn die Umsätze 30.000 Euro nicht überschreiten.
  • Das Inkrafttreten für die verpflichtende technische Sicherheitseinrichtung von Registrierkassen wird vom 01. Jänner 2017 auf 01. April 2017 verschoben, um den betroffenen Unternehmen ausreichend Zeit für die Umstellung zu verschaffen.

Bis spätestens 01. April 2017 müssen registrierkassenpflichtige Unternehmen dann in der Lage sein, signierte Kassenbelege zu erstellen. Die dafür notwendigen Signaturerstellungseinheiten können bei einem im EU-/EWR-Raum oder in der Schweiz niedergelassenen Zertifizierungsdienstanbieter, der qualifizierte Signaturzertifikate anbietet, erworben werden. In Österreich werden diese sicheren Signaturerstellungseinheiten, die den Erfordernissen der Registrierkassensicherheitsverordnung entsprechen, derzeit von den folgenden drei akkreditierten Zertifizierungsdienstleistern angeboten: A-Trust, Global Trust, e-commerce monitoring GmbH und PrimeSign.

 

Was genau bedeutet dies für Unternehmer?
Dass es Erleichterungen gibt, wenn er zu den oben genannten Ausnahmefällen gehört. Diese Unternehmer brauchen dann keine Registrierkasse anzuschaffen. Für alle anderen Unternehmen gilt aber: bis spätestens 01. April 2017 brauchen registrierkassenpflichtige Unternehmen eine Signaturerstellungseinheit und ein Sicherheitszertifikat, damit die Kassenbelege ab April folgende neue gesetzliche Zusatzinformationen ausweisen können:

Die bisherigen fünf Bestandteile:

  • laufende Beleg-Nr.
  • Datum
  • Name des leistenden Unternehmens
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung
  • Entgelt für die Ware

Die zusätzlichen vier Bestandteile ab 01. April 2017:

  • Kassenidentifikationsnr. (eindeutige Nr. im Betrieb, meist. Nr. 1)
  • Uhrzeit der Belegerstellung
  • Beträge der Barzahlung nach MWST-Sätzen getrennt
  • QR-Code, oder maschinenlesbarer Code, OCR-Schrift, Signatur

Was konkret ist bis spätestens wann zu tun?
Unternehmen sollten sich am besten jetzt schon mit Ihren Registrierkassenanbietern kurzschließen, damit die nachfolgenden Punkte bis spätestens 01. April 2017 umgesetzt sind:

Kann meine bisherig Registrierkassenversion für 01. April 2017 upgedatet werden? Welches Sicherheitszertifikat (entweder eine Smartcard oder USB-Stick) brauche ich? Welchen Zertifikatanbieter empfiehlt der Kassenanbieter (A-Trust, Global Trust, e-commerce monitoring GmbH, PrimeSign)? Brauche ich ein Kartenlesegerät oder ist eine entsprechende Schnittstelle bereits in meiner Kassa vorhanden? Kann mir mein Kassenanbieter auch bei der Erstellung des Startbeleges behilflich sein und die Registrierkasse und das Sicherheitszertifikat bei Finanzonline melden?


Die nachfolgenden Schritte müssen bis 01. April 2017 umgesetzt werden:

  • Beschaffung eines Kartenlesegerätes (falls nicht bereits im Kassengerät vorhanden)
  • Beschaffung der Signaturkarte bei A-Trust, Global Trust oder PrimeSign (das Sicherheitszertifikat muss entweder auf einer Smartcard oder einem USB-Stick beigestellt werden)
  • Programm-Update auf die manipulationssichere Version der Registrierkasse
  • Initialisierung (=Erstinbetriebnahme) der manipulationssicheren Registrierkasse nach dem Update
  • Erstellung des Startbeleges (erfolgt bei vielen Kassenprogrammen automatisch nach der Initialisierung)
  • Registrierung der beschafften Signaturkarte über Finanzonline
  • Registrierung der Registrierkasse über Finanzonline
  • Prüfung des Startbeleges mittels der Prüf-App namens „BMF Belegcheck“
  • Weitere FON-Kassenmeldungen: Ausfall der Kasse, Ausfall der Siegelerstellungseinheiten, Meldung der Außerbetriebnahme der Kasse, Wiederinbetriebnahme-Meldungen

 


Was passiert, wenn ein Unternehmer das Thema Registrierkassen und die erlassenen Änderungen vollkommen ignoriert?
Wird trotz Überschreiten der Umsatzgrenzen bei Umsätzen beginnend mit dem Jahr 2016 keine Registrierkasse genutzt oder verfügt die Registrierkasse ab April 2017 nicht über die technische Sicherheitseinrichtung, ist dies als Finanzordnungswidrigkeit strafbar (§ 51 Abs. 1 lit. c Finanzstrafgesetz (FinStrG); Strafrahmen bis 5.000 Euro Strafe). Weiters führt dies nach § 163 BAO zum Verlust der Vermutung der sachlichen Richtigkeit der geführten Bücher und Aufzeichnungen und kann zu einer Schätzung der Besteuerungsgrundlagen nach §184 BAO durch die Abgabenbehörde führen. Zusätzlich zur Strafe kann es also zu Nachzahlungen bei der Umsatzsteuer, Einkommens- oder Körperschaftssteuer bis hin zu SVA-Nachzahlungen kommen!


Welchen Tipp können Sie als Fachfrau den Betroffenen geben?
Rechtzeitig – das heißt ab jetzt! - überprüfen, ob die bisherige Kasse auch für die zwingend nötigen Umstellungen tauglich ist. Dies so schnell wie möglich mit dem bisherigen Kassenanbieter klären. Eventuell ist jetzt auch der Zeitpunkt, auf ein neues Kassenprogramm umzusteigen. Dies unbedingt auch mit dem Steuerberater klären – unter Umständen kann die Kasse bereits einen Teil der Buchhaltung übernehmen.