th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Erbrecht-Tipps für Unternehmen

Niemand denkt gerne an den Fall des Falles. Doch gerade Unternehmen sollten rechtzeitig ihre Erbschaft mit Experten klären. Dadurch wird der Fortbestand des Betriebes gesichert und Angehörigen jede Menge Ärger erspart. Was dabei zu beachten ist, verrät Rechtsexperte Martin Sablatnig.

 

Das österreichische Erbrecht stammt zum großen Teil aus dem Jahr 1811 und wurde jetzt an die heutige Zeit angepasst. Welche Änderungen sind speziell für Unternehmen relevant?

Martin Sablatnig: Die geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die deutlich gestiegene Lebenserwartung werden im neuen Gesetz besser berücksichtigt. Neuregelungen betreffen unter anderem die letztwilligen Verfügungen, also Testamente, die Enterbungsgründe und das Erbrecht von Ehegatten. Testamente zugunsten von Ehegatten und Lebensgefährten gelten automatisch als aufgehoben, wenn die Ehe, eingetragene Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft aufgelöst wurde. Auch im Pflichtteilsrecht gibt es Änderungen und die Pflege von Angehörigen wird im neuen Erbrecht berücksichtigt.

 

Stichwort Testament. Warum brauchen Unternehmer eines?

Martin Sablatnig: Sogenannte letztwillige Verfügungen werden immer dann errichtet, wenn die gesetzliche Erbfolge abgeändert wird. Oder anders gesagt: Mit einem Testament kann eine Person das Schicksal ihres Vermögens nach ihrem Tod selbst bestimmen. Es gibt verschiedenen Arten von Testamenten. Daher empfehlen wir unbedingt eine persönliche Beratung bei einem Notar oder Rechtsanwalt. Auch was Erbverträge oder Schenkungen anbelangt.

 

Was ändert sich bei der Pflege von Angehörigen?

Martin Sablatnig: Neu ist das Pflegevermächtnis. Personen, die den Verstorbenen vor seinem Tod gepflegt haben, haben darauf einen gesetzlichen Anspruch. Auch ohne Testament. Allerdings muss die pflegende Person in den letzten drei Jahren vor dem Tod des Verstorbenen mindestens sechs Monate lang unentgeltlich Pflegeleistungen in nicht bloß geringfügigem Ausmaß erbracht haben. Die Höhe des Pflegevermächtnisses richtet sich danach, was sich der Verstorbene aufgrund der Pflege an Kosten erspart hat.

 

Ihr Tipp für Selbstständige?

Martin Sablatnig: Keine Frage, niemand beschäftigt sich gerne mit dem Thema Tod. Aber wer ein Unternehmen führt, muss vorausschauend handeln und auch an die Zukunft denken. Deshalb klären Sie rechtzeitig die Erbschaft mit einem Experten. Die Wirtschaftskammer Kärnten bietet ihren Mitgliedern in Zusammenarbeit mit der Notariatskammer Kärnten einen Beratungsscheck für eine kostenlose Beratung von einer Stunde bei einem Kärntner Notar ihrer Wahl an.

 

Vorsorge umfasst nicht nur den Todesfall. Auch Unfall oder Krankheit zählen dazu. Gibt es dafür Vorkehrungen und Förderungen?

Martin Sablatnig: Ja, die gibt es. Eine notarielle Vorsorgevollmacht hilft, dass Ihr Unternehmen handlungsfähig bleibt. Mit dem Vorsorgescheck der Wirtschaftskammer Kärnten können Sie bei einem Notar Ihrer Wahl eine Vorsorgevollmacht um 360 Euro abschließen und ersparen sich dadurch 100 Euro.

Informationen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Rechtsservice
Mag. Martin Sablatnig
T 05 90 90 4 - 725
E rechtsservice@wkk.or.at