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Aktuelles Forderungsprogramm der WKÖ

Beste Rahmenbedingungen für EPU

Über 58 Prozent aller Unternehmen sind Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Diese Entwicklung ist ein Resultat des Wandels von einer industriellen, von Großunternehmen geprägten Ökonomie hin zu einer Wissensökonomie. In dieser finden auch kleinste Unternehmen ihren Platz.

Unter dem Motto „Unternehmen wir es gemeinsam“ fordern die Wirtschaftskammern Österreichs für Selbständige ohne Mitarbeiter beste Rahmenbedingungen ein.

Das aktuelle Forderungsprogramm lautet: 

  • Büro im Wohnungsverband steuerlich begünstigen: Da der Arbeitsplatz bzw. das Büro von Ein-Personen-Unternehmen oft im Wohnbereich liegt und schwer räumlich trennbar ist, soll das Arbeitszimmer im Wohnungsverband pauschal steuerlich begünstigt werden. Eine steuerliche Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für ein Arbeitszimmer soll auch dann erfolgen, wenn der Mittelpunkt der Tätigkeit zwar außerhalb des Arbeitszimmers liegt, aber kein anderer Arbeitsplatz verfügbar ist.

  • Bezug des Krankengelds für Unternehmer bei längerem Ausfall bei Krankheit oder Unfall nach dem 30. Tag der Arbeitsunfähigkeit (derzeit nach dem 42. Tag).  

  • Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf € 1.500: Die geltende Grenze von 400 Euro für sofort abschreibbare Wirtschaftsgüter wurde seit 1982 nicht geändert. Durch eine Anhebung der Grenze auf 1.500 Euro kann der Impuls für Investitionen verstärkt und eine zusätzliche Verwaltungsvereinfachung für Unternehmen bewirkt werden. Alle Branchen können von der Anhebung der Grenze profitieren. Nach erfolgter Anhebung sollte der Betrag laufend indexiert werden. 

  • Vorsteuerabzug für Firmen-Pkw einführen: Der derzeitige österreichische Vorsteuerabzug ist im EU-Vergleich immer noch stark eingeschränkt. Es soll deshalb eine Ausweitung des Vorsteuerabzugs auf alle betrieblich genutzten Fahrzeuge erfolgen, insbesondere soll eine Ausweitung nach ökologischen Kriterien (alternativer Antrieb) forciert werden.

  • Erleichterter Zugang zur Klein- bzw. Kleinstunternehmerregelung: Um die Kleinunternehmerregelung und damit die Befreiung von der Umsatzsteuer in Anspruch nehmen zu können, darf der Nettoumsatz derzeit den Betrag von € 30.000 nicht überschreiten. Dieser Betrag soll auf € 35.000 erhöht werden und zugleich auch als neuer Grenzwert für die Inanspruchnahme der Kleinstunternehmer-Regelung in der GSVG gelten. Wegfall des Betrachtungszeitraums der letzten fünf Jahre und Abstellen lediglich auf die Umsätze und die Einkünfte (sind diese gering, sollte unabhängig von der Dauer der Pflichtversicherung bzw. einer Vorversicherung eine Befreiung von der Pflichtversicherung möglich sein).

  • Steuererklärung auf einem Blatt und vereinfachende Pauschalierung für EPU: Für alle Ein-Personen-Unternehmen, deren Umsätze € 30.000 nicht übersteigen (derzeit bestehende Kleinunternehmergrenze) und die keine anderen Einkünfte erzielen, soll eine kostenneutrale Möglichkeit einer Betriebsausgabenpauschalierung in Höhe von 50 Prozent der Einnahmen bestehen. Die Aufzeichnungspflicht soll sich dabei lediglich auf die Erlöse erstrecken.
    Bestehende Pauschalierungen für Einnahmen-Ausgaben-Rechner sollen ausgebaut werden.

  • Verbesserung der freiwilligen Arbeitslosenversicherung wie z. B. Senkung der Bindungspflicht von 8 auf 5-6 Jahre.

  • Befreiung von SV-Beiträgen bei Wochengeldbezug ohne Ruhendmeldung des Gewerbes.

Bereits in der Vergangenheit für EPU erreicht

Folgende Punkte aus dem Forderungsprogramm der Wirtschaftskammer für Ein-Personen-Unternehmen konnten erfolgreich umgesetzt werden:

  • Mehr Rechtssicherheit für Selbständige: Mit 1. Juli 2017 gibt es für Selbständige verlässliche Rechtssicherheit bei der Versicherungszuordnung. Künftig ist die SVA in das Zuordnungsverfahren eingebunden - und das von Anfang an

  • Senkung der Mindestbeitragsgrundlage für die Krankenversicherung in der SVA auf das Niveau von Angestellten (auf rd. € 400,-), ab 1.1.2016.

  • Krankengeld für Selbstständige ab dem 43. Krankenstandstag
  • Beinahe Verdoppelung des Wochengeldes für Unternehmerinnen.

  • Halbierung des Selbstbehaltes von Arztkosten bei Erreichung von individuellen Gesundheitszielen im Rahmen des Vorsorgeprogramms der SVA.

  • Kostenbeteiligungsdeckel für alle Selbtständigen bei 5 % des Einkommens bei eigenverantwortlicher Mitwirkung bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen.

  • Überbrückungshilfe der SVA in besonders berücksichtigungswürdigen Fällen bei vorübergehendem Einkommensrückgang unter die Mindestbeitragsgrundlage.

  • GmbH-Reform mit Herabsetzung der Höhe des Stammkapitals auf € 10.000.

  • Unbefristete Verlängergung der Lohnnebenkostenförderung für den/die erste(n) MitarbeiterIn für die ersten 12 Monate.

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