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Krank melden per SMS?

Reicht es wirklich aus, wenn mir der Dienstnehmer per SMS mitteilt, dass er krank ist?

Im Gesetz finden sich keine Regelungen, in welcher Form der Dienstnehmer seiner Meldepflicht im Krankheitsfall nachzukommen hat. Grundsätzlich ist daher sowohl eine Krankmeldung per Brief, Fax, SMS oder Telefon denkbar und zulässig.

Die Krankmeldung muss nur unverzüglich erfolgen. Auch hier gibt es einigen Spielraum: Der Oberste Gerichtshof hat entschieden, dass eine Krankmeldung per eingeschriebenen Brief auch dann noch als rechtzeitig und unverzüglich gilt, wenn sie erst drei Tage später beim Dienstgeber ankommt. Es reicht aus, wenn der Dienstnehmer nachweisen kann, dass er den Brief mit der Krankmeldung unverzüglich bei der Post aufgegeben hat. Selbst wenn der Brief mit der Krankmeldung am Postweg verloren geht und infolgedessen die   Krankmeldung den Dienstgeber nicht erreicht, liegt mangels Verschulden des Dienstnehmers kein Verstoß gegen die Meldepflicht vor und der Dienstnehmer behält seinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Auch in diesem Fall hat der Dienstnehmer aber den Beweis zu erbringen, dass er die Krankmeldung tatsächlich umgehend abgeschickt hat. 

Bei E-Mail oder Fax zu beachten

Erfolgt eine Krankmeldung per Fax, trägt der Dienstnehmer das Risiko einer erfolgreichen Übermittlung. Der Rechtsprechung zufolge ist der "OK-Vermerk“ auf der Sendebestätigung eines Fax allein nicht geeignet, als Beweis dafür zu dienen, dass das Fax dem Empfänger auch tatsächlich zugegangen ist. 

Gleiches gilt für eine Krankmeldung per E-Mail. Auch hier trägt der Dienstnehmer das Zugangsrisiko. Das Sendeprotokoll stellt keinen ausreichenden Nachweis für den Zugang der E-Mail dar. Sichergehen, dass die E-Mail den Dienstgeber erreicht hat, kann der Dienstnehmer nur, wenn er sich den Empfang der Krankmeldung vom Dienstgeber bestätigen lässt. Auch bei einer Krankmeldung in Form einer SMS ist der Dienstnehmer beweispflichtig, dass der Arbeitgeber die SMS störungsfrei erhalten hat.

Krankmeldung durch eine dritte Person

Eine Krankmeldung kann auch grundsätzlich durch eine dritte Person erfolgen – beispielsweise durch den Ehepartner, Lebensgefährten oder die Eltern. Der Dienstnehmer ist nicht verpflichtet, dem Dienstgeber persönlich das Vorliegen der Dienstverhinderung zu melden. 

Lässt der Dienstgeber dem Dienstnehmer über eine dritte Person ausrichten, dass er so rasch wie möglich eine Krankenstandsbestätigung beizubringen hat, so ist diese Aufforderung nur rechtswirksam, wenn die dritte Person berechtigt ist, Erklärungen vom Dienstgeber für den Dienstnehmer in Empfang zu nehmen. 

Tipp

Bereits im Dienstvertrag sollte geregelt werden, in welcher Form Krankmeldungen grundsätzlich zu erfolgen haben und wer im Unternehmen berechtigt ist, Krankmeldungen entgegenzunehmen. Das schafft Klarheit für beide Seiten. Darüber hinaus sollte der Dienstvertrag einen Passus enthalten, wonach der Dienstnehmer dritte Personen, die in seinem Namen Erklärungen abgeben, auch dazu bevollmächtigt, Erklärungen des Dienstgebers entgegenzunehmen. 

Quelle: Kolumne Rat & Tat der Wirtschaftskammer-Zeitungen
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