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Höherversicherung in der Unfallversicherung

Unternehmer zahlen für ihre gesetzliche Unfallversicherung einen Monatsbeitrag an die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Dieser Monatsbeitrag macht im Jahre 2016 – unabhängig von der Höhe der Einkünfte – € 9,11 aus.

 

Der Monatsbeitrag wird gemeinsam mit den Pensions- und Krankenversicherungsbeiträgen von der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft vorgeschrieben.

 

Unfallanzeige 

Jeder Arbeitsunfall, durch den eine unfallversicherte Person getötet oder mehr als drei Tage völlig oder teilweise arbeitsunfähig geworden ist, ist längstens binnen fünf Tagen dem zuständigen Versicherungsträger anzuzeigen. Jede Berufskrankheit ist auf die gleiche Weise wie ein Arbeitsunfall binnen fünf Tagen nach Beginn der Krankheit dem zuständigen Unfallversicherungsträger anzuzeigen.

 

„Normale“ Versehrtenrente 

Anspruch auf eine Versehrtenrente besteht, wenn und solange die Erwerbsfähigkeit infolge eines durch die gesetzliche Unfallversicherung gedeckten Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit über drei Monate nach dem Eintritt des Versicherungsfalles hinaus grundsätzlich um mindestens 20 % vermindert ist.

Vorsicht: Die Unfallanzeige stellt keinen Rentenantrag dar. Ein solcher muss zusätzlich gestellt werden.

 

Rentenhöhe 

Für die Höhe der Versehrtenrente sind die Bemessungsgrundlage und der Grad der Erwerbsminderung ausschlaggebend. Für Gewerbetreibende ist diese Bemessungsgrundlage ein fixer Wert und beträgt im Jahr 2016 € 19.599,11. Die Erwerbsminderung orientiert sich an den Erwerbsmöglichkeiten am gesamten allgemeinen Arbeitsmarkt.

 

Kosten der Höherversicherung 

Der Abschluss einer freiwilligen Höherversicherung ist in zwei Stufen möglich: Die Kosten der Höherversicherung inklusive Pflichtbeitrag belaufen sich im Jahr 2016

  • in Stufe I auf € 218,64 und
  • in Stufe II auf € 273,54


Höhere Versehrtenrente 

Durch die Höherversicherung steigt die normale Bemessungsgrundlage

  • in Stufe I von € 19.599,11 auf € 32.050,24 und
  • in Stufe II auf € 38.367,72


Bei gleicher Erwerbsminderung ergibt sich damit eine wesentlich höhere Rente.

 

Beispiele 

Die nachstehenden Beispiele zeigen die monatliche Versehrtenrente (brutto) ohne bzw. mit einer Höherversicherung bei einer 100%igen, 50%igen oder 20%igen Erwerbsminderung. Die ab einer Erwerbsminderung von 50 % gebührende Zusatzrente für Schwerversehrte wurde berücksichtigt.

Die Berechnungen folgen den 2016 geltenden Werten.

Beispiel 1: Unfallversicherung ohne Höherversicherung
Jährliche Kosten € 109,32
Bemessungsgrundlage € 19.599,11
Vollrente bei 100 % Erwerbsminderung € 1.399,94
Teilrente bei 50 % Erwerbsminderung € 559,97
Teilrente bei 20 % Erwerbsminderung € 186,66
Beispiel 2: Höherversicherung Stufe I
Jährliche Kosten€ 218,64
Bemessungsgrundlage € 32.050,24
Vollrente bei 100 % Erwerbsminderung  
€ 2.289,30
Teilrente bei 50 % Erwerbsminderung 
€ 915,72
Teilrente bei 20 % Erwerbsminderung 
€ 305,24
Beispiel 3: Höherversicherung Stufe II
Jährliche Kosten 
€       273,54
Bemessungsgrundlage   
€  38.367,72
Vollrente bei 100 % Erwerbsminderung
€    2.740,55
Teilrente bei 50 % Erwerbsminderung   
€    1.096,22
Teilrente bei 20 % Erwerbsminderung  
€       365,41

                                     

Tipp! 

Eine Höherversicherung in der Unfallversicherung bewirkt auch höhere Leistungen bei Tod des Versicherten aufgrund eines geschützten Arbeitsunfalles bzw. einer Berufskrankheit (zB Witwen(Witwer)rente, Waisenrente).

 

Formloser Antrag 

Die Anmeldung zur Höherversicherung ist schriftlich bei der zuständigen Landesstelle der AUVA (für Oberösterreich: 4010 Linz, Garnisonstraße 5, LLD@auva.at, www.auva.at/linz) zu erstatten und hat alle für die Durchführung der Versicherung wesentlichen Angaben (Vor- und Zuname, Anschrift, Geburtsdatum, Gewerbeausübung bzw. Gesellschaftsverhältnis) zu enthalten.

 

Die Anmeldung hat auch die Erklärung zu enthalten, ob als Bemessungsgrundlage Stufe I oder Stufe II gewählt wird.

 

Beginn der Höherversicherung 

Die Höherversicherung tritt mit dem auf das Einlangen der Anmeldung in der Unfallversicherungsanstalt folgenden Tag in Kraft. Entsprechendes gilt bei aufrechter Höherversicherung für den Antrag auf eine höhere zusätzliche Bemessungsgrundlage.

 

Ende der Höherversicherung 

Die Höherversicherung endet, wenn der Beitrag nicht innerhalb eines Monates nach schriftlicher Mahnung gezahlt worden ist. Die Beitragspflicht bleibt in diesem Fall aber hinsichtlich des ausständigen Beitrages bestehen.

Vorsicht: Eine Neuanmeldung zur Höherversicherung bleibt bis zur Bezahlung des gesamten Beitragsrückstandes unwirksam.

 

Kündigung 

Durch den Versicherten kann die Beendigung der Höherversicherung sowie eine Herabsetzung der zusätzlichen Bemessungsgrundlage

  • schriftlich
  • im Vorhinein
  • zum Beginn eines jeden Kalenderjahres


erklärt werden.