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Schutz vor Gefahren durch elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz

Neue Vorschriften zur Bewertung und Vermeidung hoher Belastungen

Die neue Verordnung über den Schutz der Arbeitnehmer vor der Einwirkung durch elektromagnetische Felder (VEMF) regelt die Bewertung elektromagnetischer Felder und die Vermeidung überhöhter Belastungen. Sie gilt für die Beschäftigung von ArbeitnehmerInnen in Arbeitsstätten, auf Baustellen und an auswertigen Arbeitsstellen. Die Regelungen betreffen magnetische, elektrische und elektromagnetische Felder in einem sehr weiten Frequenzbereich.

Insbesondere in folgenden Bereichen besteht ein Risiko überhöhter Belastungen durch elektromagnetische Felder:

  • In der Nähe von Anlagen, in denen ungewöhnlich hohe elektrische Spannungen bzw. Ströme auftreten
  • Induktionsöfen und –herde
  • Elektrische Schweißarbeiten
  • Nahbereich von Sendeanlagen (Rundfunk, Mobilfunkbasisstationen)
  • Magnetisierungs-/Entmagnetisierungsanlagen
  • Elektrolyseanlagen
  • Kraftwerke, Umspannwerke

Hohe Expositionen können darüber hinaus durch Summierung oder durch räumlich ungünstige Anordnung grundsätzlich unbedenklicher Anlagen und Geräte entstehen.

Bewertung

Arbeitgeber müssen bewerten, ob ArbeitnehmerInnen einer Gefährdung durch elektromagnetische Felder ausgesetzt sein können. Dazu können verschiedene Hilfsmittel herangezogen werden wie z.B. Angaben von Geräteherstellern, Datenbanken, Leitfäden der Europäischen Kommission, Messungen oder Berechnungen. Die AUVA stellt dafür die Software EMES zu Verfügung, die über die Internetseite www.eval.at installiert werden kann. Bewertungen, Berechnungen oder Messungen müssen von fachkundigen Personen (ev. auch Betriebsangehörige) durchgeführt werden und sind nachvollziehbar zu dokumentieren.

Die Verordnung enthält Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte. Sie sind abhängig von Frequenzbereich jeweils für thermische und nicht thermische Wirkungen festgelegt. Die wirkungsbezogenen Expositionsgrenzwerte sollen im Körper exponierter Personen nicht überschritten werden. Sie sind aber nicht messbar und nur mit großem Aufwand zu berechnen. Zur Bewertung werden daher zunächst die Auslösewerte herangezogen, die auch gemessen werden können. Werden diese eingehalten, so ist auch von einer Einhaltung der Expositionsgrenzwerte auszugehen.

Bei der Bewertung sind gegebenenfalls auch besonders gefährdete ArbeitnehmerInnen (zB Träger von Herzschrittmachern oder Implantaten) zu berücksichtigen.

Maßnahmen, Information, Unterweisung

Ergibt die Bewertung, dass ein Auslösewert überschritten ist, so sind nähere Untersuchungen im Hinblick auf die Einhaltung des Expositionsgrenzwertes anzustellen.

Kann man eine Gefährdung nicht mit Sicherheit ausschließen, sind geeignete Maßnahmen zur Senkung der Belastung zu treffen. Diese können technischer, baulicher oder organisatorischer Art sein. Die betroffenen MitarbeiterInnen sind über die möglichen Gefahren zu informieren und über das richtige Verhalten zu unterweisen.

Persönliche Schutzausrüstung, Kennzeichnung, Zugangsbeschränkung

Für Bereiche, in denen ein Expositionsgrenzwert überschritten wird, ist geeignete persönliche Schutzausrüstung zu Verfügung zu stellen und zu benützen. Bereiche, in denen ein Auslösewert überschritten ist, sind zu kennzeichnen. Alternativ ist auch eine Zugangsbeschränkung in Kombination mit einer Information und Unterweisung über die Gefahren elektromagnetischer Felder möglich. 

Ausnahmen und Sonderregelungen

Ausnahmen bzw. Sonderregelungen bestehen für Magnetresonanzverfahren im Gesundheitswesen, für bestimmte Schweißarbeiten und für bestimmte Arbeiten in Stromerzeugungs- und -verteilungsanlagen. 

Regelungen für Schwangere und Jugendliche

Für schwangere Arbeitnehmerinnen gelten die Auslösewerte und Expositionsgrenzwerte für den Schutz der allgemeinen Bevölkerung gemäß der EU-Empfehlung 1999/519/EG. Jugendliche dürfen in Bereichen, in denen die Auslösewerte überschritten werden, frühestens nach 18 Monaten Ausbildung und unter Aufsicht arbeiten. 

Gesundheitsüberwachung

ArbeitnehmerInnen können sich bei Überschreitung von Expositionsgrenzwerten auf eigenen Wunsch alle fünf Jahre einer ärztlichen Untersuchung im Hinblick auf die Gefährdung durch elektromagnetischer Felder unterziehen.

Kundmachung, Inkrafttreten, Übergangsbestimmungen

Die Verordnung über elektromagnetische Felder – VEMF (BGBl. II Nr. 179/2016) dient der Umsetzung der EU-Richtlinie 2013/35/EU. Sie wurde am 7. Juli 2016 kundgemacht und tritt am 1. August 2016 in Kraft. Mit der Kundmachung der VEMF erfolgen auch Änderungen bzw. Anpassungen in der Verordnung über die Beschäftigungsverbote und –beschränkungen für Jugendliche und in der Verordnung über die Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz.

Bestehende Bescheide mit Regelungen zum Schutz von ArbeitnehmerInnen vor gefährlichen elektromagnetischen Feldern bleiben grundsätzlich aufrecht. Allfällig in Bescheiden vorgeschriebene Grenzwerte werden jedoch durch die Expositionsgrenzwerte bzw. Auslösewerte der VEMF ersetzt.