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Energietag 2018 – Energiesysteme der Zukunft

Präsentationen und Medienberichte der Veranstaltung vom 2.10.2018

© Mag.a Doris Hummer, Präsidentin der WKO Oberösterreich


„Oberösterreich braucht als energieintensivstes Bundesland langfristige Planungssicherheit sowie eine leistbare und sichere Energieversorgung, um seine Wettbewerbsfähigkeit auf nationaler und internationaler Ebene weiter auszubauen“ stellte WKOÖ Präsidentin Mag.a Doris Hummer bei der Eröffnung des Energie-Tages 2018 klar.

 

Der Energietag ist das Event der WKO Oberösterreich zum Thema Energie und Klima und war in der nunmehr 18. Auflage mit knapp 300 Teilnehmern wieder ein fixer Treffpunkt von hochrangigen Vertretern aus der Energiewirtschaft, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Verwaltung und von energierelevanten Institutionen.

 

Da knapp 50 Prozent des oö. Endenergieverbrauchs in die Produktion und in Dienstleistungen fließen, verwies Hummer auf die weitere Verbesserung der Energieeffizienz und einen geordneten und planbaren Umstieg auf erneuerbare Energieträger als entscheidende Voraussetzung für den Wirtschaftsstandort. Allerdings muss der Ausbau der Erneuerbaren im Einklang mit dem Ausbau der Energieinfrastruktur, insbesondere bei Netzen und Speichern stehen.

© CR-Stv. Mag. Dietmar Mascher, OÖN, DI Günter Rübig und Mag. Erich Frommwald sparte.industrie


Der Obmann der sparte.industrie, DI Günter Rübig verwies darauf, dass durch den massiven Ausbau der Erneuerbaren insbesondere in Deutschland unsere Netze zunehmend instabil werden. Um die Erzeugungsschwankungen bei Wind und Sonne auszugleichen und damit die gewohnt hohe Versorgungsqualität auch in Zukunft zu sichern trat Rübig für eine möglichst rasche eine zweckmäßige Integration der Erneuerbaren durch großtechnische Anlagen wie etwa Pumpspeicher oder Power to X-Technologien ein, um die in Österreich reichlich vorhandenen Gasspeicher kostengünstig in Energiesystem einzubinden.

 

Rübig verwies auch darauf, dass die Treibhausgas-Intensität in den letzten Jahren in Oberösterreich um gut 2 Prozent pro Jahr verbessert werden konnte. Die ambitionierten EU-Vorgaben für eine fast vollständige Dekarbonisierung der Gesellschaft aber nur mit radikalen Innovationen möglich ist, die derzeit noch nicht absehbar sind.

Der Vorsitzende der Strategiegruppe Energie in der sparte.industrie, Mag. Erich Frommwald appellierte an die verantwortlichen Stellen, die Genehmigungsverfahren für den Energie-Infrastukkturausbau entsprechend zu adaptieren. Der Rasche Ausbau des nationalen und europäischen Übertragungsnetzes sieht er langfristig als das effektivste und effizienteste Mittel zur Stabilisierung der Stromversorgung.

 

Anstelle die Strompreise durch die Teilung der deutsch österreichischen Preiszone künstlich zu verteuern forderte Frommwald weiters, den Zugang zum Ausgleichs- und Regelenergiemarkt noch transparenter und flexibler zu gestalten. So soll etwa rasch ein gemeinsamer länderübergreifender Markt für Ausgleichs- und Regelenergie installiert werden, an dem auch energieintensive Unternehmen teilnehmen können.

 

Für ein exportorientiertes Bundesland wie Oberösterreich, mit einem hohen Anteil an energieintensiver Produktion sieht es Frommwald als unerlässlich, beim Neubau und bei der Revitalisierung von Wasserkraftanlagen auf eine ausgewogene Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz zu achten.

© Lars Thomsen, Zukunftsforscher, Experte für Energie, Mobilität und künstliche


Über die „Energieversorgung der Zukunft und den Popcorn-Effekt“ referierte Zukunftsforscher Lars Thomsen in seiner Keynote.

 

Thomsen sieht die aktive Bekämpfung des Klimawandels als eine der wichtigsten Aufgaben unserer Generation. Aus seiner Sicht geht es derzeit leider politisch in vielen Ländern in die falsche Richtung. Allerdings kommt uns ein Tipping Point zur Hilfe: Binnen der kommenden 10 Jahre wird es laut Thomsen in fast jedem Land der Erde günstiger sein, Energie mittels nachhaltiger Erzeugungsmethoden zu gewinnen als durch das Verbrennen von fossilen Ressourcen. War Nachhaltigkeit bislang in erster Linie eine ökologische Forderung, wird es nun auch zu einer ökonomisch sinnvollen Alternative.

Für die Energieversorgung bedeutet dies, dass in Zukunft ein noch höherer Anteil von regenerativen Quellen zur Stromerzeugung genutzt wird, was aber aber auch die Notwendigkeit von intelligenten Steuerungen der Netze (Stichwort Smart Grids) und die Integration von Energiespeichern erfordert.

 

Thomsen ortet daher enorme Chancen für innivative Unternehmen. So eröffnen sich in den kommenden Jahren zahlreiche neue Märkte etwa bei Energiespeichern, über die Elektromobilität bis hin zu künstlicher Intelligenz zur Steuerung der Energienetze.

© DI Erwin SMOLE, Co-Geschäftsführer der Grid Singularity GmbH


Der Energiemarkt steht vor dem größten Wandel der Geschichte. „Die Blockchain als Antwort auf den Wandel?“, unter diesem Titel beschrieb Erwin Smole, wie er dabei mit seinem Schweizer Kleinunternehmen Grid Singularity und der „Energy Web Foundation" mit Blockchain-Technologie mitmischen will.

 

Vor erst zweieinhalb Jahren gegründet, sind heute schon 156 Energieversorger bei diesem Non-Profit Open-Source-Unternehmen mit an Bord. Knapp 100 Start-ups in Europa nutzen die bereits programmierten Module, welche die Stromwirtschaft verändern sollen.

 

Ein Beispiel für neue Aufgaben: Die Blockchain-Technologie soll es Kleinstrom-Erzeugern wie privaten Haushalten ermöglicht, andere Kleinverbraucher kostengünstig und direkt mit Strom zu beliefern.

© DI Stefan Stallinger, Technik-Vorstand der Energie AG


Im Energietalk skizzierte DI Stefan Stallinger, Technik-Vorstand der Energie AG, dass der Stromverbrauch in Oberösterreich bis zum Jahr 2030 wegen neuer Anwendungen wie der E-Mobilität oder der Substitution von fossilen Energieträgern bei Prozessenergie um rund ein Fünftel steigen wird.

 

Zudem werden laut Stallinger die Versorgungssicherheit und die Versorgungsqualität weiterhin das zentrale Thema in der Branche leiben. Damit diese auch künftig gewährleistet werden kann, sind redundante Leitungen, Großspeicher sowie eine ausgewogene Kombination von erneuerbaren und traditionellen Kraftwerken erforderlich. Dazu müssen Strom aus Wasser, Wind und Sonne weiter ausgebaut werden. Wasser um die Leistung einer „halben Donau“.

© Wolfgang Dopf, Vorstand der Linz AG


Um den Wirtschaftsstandort Oberösterreich energetisch abzusichern braucht es laut DI Wolfgang Dopf, VDir. der Linz AG ein flexibles Energiesystem mit zentralen und dezentralen Erzeugungseinheiten. Für die LINZ AG stehen daher nach wie vor Investitionen in Kraftwerke, Umspannwerke, Ringleitungen und Kommunikationssysteme im Fokus.

 

Dazu betreibt die Linz AG viele kleine alternative Energie-Projekte wie etwa Photovoltaik-Gemeinschafts-Anlagen oder versorgt zwei Drittel der in Linz fahren Stadtbusse mit Biogas aus der Kläranlage Asten. 

© Die Träger des Energie-Tages 2018: Erich Frommwald, Energiesprecher sparte.industrie Günter Rübig, Obmann sparte.industrie, Wolfgang Dopf, LINZ AG, Zukunftsforscher Lars Thomsen, Doris Hummer, Präsidentin der WKOÖ und Stefan Stallinger, Energie AG Oberös