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Fluorierte Treibhausgase: Zertifizierung und Kennzeichnung

Änderung bestehender EU-Vorschriften

Seit Anfang 2015 gilt die neue EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase (Nr. 517/2014). Das erfordert Änderungen der bisherigen Vorschriften über die Zertifizierung von Personen und Unternehmen, die Arbeiten an Geräten mit fluorierten Treibhausgasen durchführen (Verordnungen (EU) 2015/2066 und (EU) 2015/2067). Ferner sind auch die Bestimmungen über Kennzeichnung von Erzeugnissen und Einrichtungen, die fluorierte Treibhausgase enthalten, anzupassen (Verordnung (EU) 2015/2068).

 

Fluorierte Treibhausgase (F-Gase) sind die in der Verordnung (EU) Nr. 517/2014 genannten perfluorierten Kohlenwasserstoffe (FKW), teilfluorierten Kohlenwasserstoffe (HFKW) sowie Schwefelhexafluorid (SF6).

 

Zertifizierung für Arbeiten an elektrischen Schaltanlagen (Verordnung (EU) 2015/2066)

Die Regelungen betreffen Unternehmen, deren Personal elektrischen Schaltanlagen, die F-Gase enthalten, installieren, warten, instand halten, reparieren oder stilllegen bzw. F-Gase aus ortsfesten elektrischen Schaltanlagen zurückgewinnen.

 

Personen, die solche Arbeiten durchführen, benötigen eine Zertifizierung. Davon ausgenommen sind Herstellungs- und Reparaturtätigkeiten, die an der Herstellungsstätte für die elektrischen Schaltanlagen ausgeführt werden.

 

Die Verordnung gilt ab 8. Dezember 2015. Für die Umstellung des derzeitigen Zertifizierungssystems ist eine Übergangsfrist bis 30. Juni 2017 vorgesehen. Die neuen Zertifikate sind spätestens ab 1. Juli 2017 erforderlich.

 

Zertifizierung für Arbeiten an Kälteanlagen (Verordnung (EU) 2015/2067)

Betroffen sind Unternehmen, deren Personal folgende Tätigkeiten bei ortsfesten Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen sowie Kühlaggregaten in Kühlkraftfahrzeugen und –anhängern durchführt, sofern diese F-Gase enthalten:

  • Dichtheitskontrolle

  • Rückgewinnung

  • Installation

  • Reparatur, Instandhaltung oder Wartung

  • Stilllegung

 

Personen benötigen für solche Arbeiten eine entsprechende Zertifizierung.

 

Auch Unternehmen benötigen eine Zertifizierung, wenn sie für Dritte ortsfeste Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen installieren, reparieren, instandhalten, warten oder stilllegen.

 

Für Herstellungs- und Reparaturarbeiten, die an der Herstellungsstätte der jeweiligen Anlagen durchgeführt werden, ist keine Zertifizierung erforderlich.

 

Die Verordnung gilt ab 8. Dezember 2015. Die neu hinzugekommene Zertifizierungspflicht für Personen, die Arbeiten an Kühlaggregaten von Kühlkraftfahrzeugen und –anhängern durchführen, gilt ab 1. Juli 2017.

 

Kennzeichnung (Verordnung (EU) 2015/2068)

Die Bestimmungen betreffen Unternehmen, die folgende Erzeugnisse, Einrichtungen oder Produkte, die F-Gase enthalten, in Verkehr bringen:

  • Kälteanlagen, Klimaanlagen, Wärmepumpen

  • Brandschutzeinrichtungen

  • Elektrische Schaltanlagen

  • Aerosolzerstäuber mit Ausnahme von Dosier-Aerosolen für die Verabreichung pharmazeutischer Wirkstoffe

  • Alle Behälter für fluorierte Treibhausgase

  • Lösungsmittel auf der Grundlage fluorierter Treibhausgase

  • Organic-Rankine-Kreisläufe

  • Schäume und Polyol, die fluorierte Treibhausgase enthalten

  • Aufgearbeitete oder recycelte fluorierte Treibhausgase

  • F-Gase, die zur Zerstörung in Verkehr gebracht werden

  • F-Gase, die zur direkten Ausfuhr in Verkehr gebracht werden

  • F-Gase zur Verwendung in Militärausrüstung

  • F-Gase zum Ätzen von Halbleitermaterial oder zur Reinigung von Kammern für die chemische Beschichtung in der Halbleiterindustrie

  • F-Gase zur Verwendung als Ausgangsstoff

  • F-Gase zur Herstellung von Dosier-Aerosolen für die Verabreichung pharmazeutischer Wirkstoffe 

Als „Inverkehrbringen“ gilt die (entgeltliche oder unentgeltliche) erstmalige Lieferung oder Bereitstellung für Dritte in der EU oder die Eigenverwendung im Falle eines Herstellers, einschließlich der zollrechtlichen Überlassung zum freien Verkehr in der Union (Import).

 

Die Verordnung regelt nähere Details über Umfang und Art der jeweils erforderlichen Kennzeichnungen.

 

Die Verordnung gilt ab 8. Dezember 2015. Für die Angabe der CO2-Äquivalente gibt es Übergangsregelungen bis 1. Jänner 2017.