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„Zettelwirtschaft gehört entsorgt“

Seit 1. April ist Johann Struber neuer Obmann der WKS-Bezirksstelle Tennen­gau. Er ist geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Ent­sorgungsbetriebes in Kuchl und möchte sich für Entbürokratisierung einsetzen.

Das Team der WKS-Bezirksstelle Tennengau (v. l.): Bezirks­stellenleiter Mag. Markus Hofmann, Assistentin Petra Neuhofer, Obmann Johann Struber, Assistentin Rebecca Millar und Hausmeister Herbert Antosch.
© WKS/Kolarik Das Team der WKS-Bezirksstelle Tennengau (v. l.): Bezirks­stellenleiter Mag. Markus Hofmann, Assistentin Petra Neuhofer, Obmann Johann Struber, Assistentin Rebecca Millar und Hausmeister Herbert Antosch.

Struber weiß, wovon er spricht,  wenn er sich als Bezirksstellenobmann das Thema Deregulierung für die mittelständischen Betriebe auf die Fahnen heften will. Schließlich ist er in seinem Betrieb mit 65 Mitarbeitern tagtäglich damit konfrontiert: „Es gibt wahrscheinlich wenige Branchen, die derartig viel Bürokratie und Zettelwirtschaft bewältigen müssen wie die Entsorger. Ich erlebe am eigenen Leib, wie uns das jeden Tag belastet. Je kleiner ein Betrieb, egal welche Branche, umso größer die Belastung.“

Handlungsbedarf sieht Struber auch beim Thema Arbeitsmarkt. Die Situation sei für viele Unternehmer unbefriedigend, weil sie nicht die Mitarbeiter bekommen, die sie benötigen, um ihre Aufträge abarbeiten zu können. „Es kann ja auch nicht sein, dass ein Unternehmer 70 bis 80 Stunden in der Woche arbeiten muss, weil er beim Personal aus welchen Gründen auch immer einen Engpass hat und keinen Ersatz findet. Da fragt niemand, ob ein Unternehmer das auf Dauer aushält“, meint Struber. 

Er ist der Überzeugung, dass  man Arbeitskräfte mobilisieren kann, indem man die Unterschiede aus dem Arbeits- und dem Arbeitsloseneinkommen vergrößere: „Denn das wäre, ähnlich wie in Deutschland, für viele ein Anreiz, eine Arbeit anzunehmen. Dahingehend kann man sicherlich auch im Bezirk gemeinsam mit dem AMS Impulse setzen“, betont Struber. 

Der Tennengau habe den Wandel vom Industriestandort zu einem Standort mit einem guten Branchenmix in den vergangenen Jahren gut bewältigt. „Es gibt nach wie vor noch Industriebetriebe im Tennengau, die für die Wertschöpfung in der Region sehr wichtig sind. Wir haben Maschinenbauer hier, die international agieren, und äußerst dynamische KMU. Zudem haben wir noch Potenzial im Tourismus.“ Die positive Entwicklung lasse sich auch daran ablesen, dass der Tennengau in puncto Arbeitslosigkeit im Bezirksvergleich nicht mehr hinterherhinke. Das sei zum einen den mittelständischen Unternehmen zu verdanken, die Arbeitsplätze geschaffen haben, aber auch der Fachhochschule mit ihren Standorten in Puch und Kuchl, von der wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft kommen.

Eine große Herausforderung für die Region sei die Sogwirkung des Zentralraums, die zu Kaufkraftabfluss und einem Aussterben der Ortskerne führe. Auch die Bereitstellung von Gewerbeflächen sei notwendig, um Betriebe in den Gemeinden zu halten oder anzusiedeln. „Denn die Betriebe leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in den Kommunen. Von der Unterstützung der Vereine bis zu den Einsatzorganisationen wie Rettung und Feuerwehr.“