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„Umweltzeichen sind mehr als ein Marketinginstrument“  

Acht engagierte Salzburger Unternehmen werden bei der umwelt service salzburg gala am 30. März für ihre umwelteffizienten Maßnahmen mit dem umwelt blatt salzburg ausgezeichnet.

Interview Baumgartner
© Schubert Dr. Christian Baumgartner

Als Keynote-Speaker wird Dr. Christian Baumgartner darüber sprechen, „ob Umweltzeichen die Welt retten“, wie die Zukunft für nachhaltigen Tourismus aussieht und welche Motivationen dahinterstecken.  

2016 sind viele Salzburger Unternehmen, Gemeinden und Institutionen mit beispielhaftem Engagement vorangegangen. Bei der umwelt service salzburg gala stehen acht besondere Vorbilder im Rampenlicht. Sie nutzen Ressourcen effizient, sparen Energie und vermeiden Abfall, senken durch umweltschonende Maßnahmen Betriebskosten und gehen in Sachen Umweltschutz mit gutem Beispiel voran.

Der Keynote-Speaker der Gala Dr. Christian Baumgartner, Landschaftsökologe und Gründer von response & ability, wirft  im folgenden Interview einen kritischen Blick auf „nachhaltigen Tourismus“.

Herr Dr. Baumgartner, Sie werden bei der Gala vor allem über „Nachhaltigen Tourismus“ sprechen. Welche Fragen sollen dabei beantwortet werden?

Es sind Fragen wie: Welcher Gast interessiert sich eigentlich für das Umweltzeichen? Welcher Typus von Gast versucht, nachhaltig zu reisen? Was hat der Unternehmer selbst von Umweltzeichen? Wo liegen die Umweltherausforderungen im Tourismus, und was kann helfen, sie zu bewältigen?

Das Motto der umwelt service salzburg gala ist „gemeinsam unterwegs. Vorsprung umweltengagement“. Wie lässt  sich das Motto mit Ihrem Vortrag verbinden?

„Gemeinsam“ ist ganz wichtig. Die Konkurrenz liegt nicht im nächsten Kirchturm, sondern in viel weiter entfernten Reisezielen. Die Zukunft liegt im Erfahrungsaustausch der Betriebe untereinander und in noch stärkeren Kooperationen. Was ich besonders beleuchten werde, ist, dass man Umweltzeichen nicht nur als Marketinginstrument sehen darf, sondern vielmehr auch als Instrument zur Kostenoptimierung durch bessere Umweltperformance. Schlagworte für meinen Vortrag sind „Neue Reisende“, „Von der ,Liquid Identity‘ zu Slow Tourism und Regionalisierung“, „Nachhaltigkeit taugt nicht für Marketing, aber für Kommunikation“ und „Gastgeber-Kultur“.

Wie und wodurch können Unternehmer in diesem Bereich profitieren? Was motiviert, was sind die Hürden?

Unternehmer könnten vor allem von gesellschaftlichen Trends, leider aber auch von geopolitischen Entwicklungen profitieren – Stichwort: allgemeine Unsicherheit. Und Hürden gibt es zu viele, um sie alle beim Namen zu nennen. Ich würde den Blick auf die Motivation legen: Denn schlussendlich muss jeder einen Beitrag leisten, um die Natur, die Landschaft, das Ortsbild, die Kultur, aber auch seinen Betrieb zu erhalten, etwa für die eigenen Kinder.

Wo sehen Sie einen Trend?

Für Reiseveranstalter wird es immer wichtiger, Unterkünfte mit Umweltzeichen anbieten zu können. Auch die Anzahl der bewusst Reisenden wird größer, und das sind nicht nur die LOHAS (Lifestyles of health and sustainability, Anm.), also Konsumenten, die einen Lebensstil pflegen, der von Gesundheitsbewusstsein und -vorsorge sowie von der Ausrichtung nach Prinzipien der Nachhaltigkeit geprägt ist. Besonders aber wird das stärker werdende Bewusstsein für den Klimawandel und seine Auswirkungen zu einem Revival des landschafts- und umweltbezogenen Sommer- und Winterurlaubs beitragen.