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Basis-Pauschalierung

Einfach erklärt

Was ist die Basis-Pauschalierung?

Pauschalierung bedeutet, verschiedene Leistungen in einer Summe zusammenfassen.

Die Basis-Pauschalierung ist eine Möglichkeit, wie man die Vorsteuer und Betriebs-Ausgaben berechnen kann.

Wer kann die Basis-Pauschalierung nützen?

  • Die Basis-Pauschalierung gibt es für Unternehmer und freiberuflich tätige Selbstständige. Ein anderes Wort dafür ist Freiberufler. Freiberufler brauchen für ihre Tätigkeit keinen Gewerbeschein. Zur Gruppe der Freiberufler gehören zum Beispiel
  • Notare
  • Rechtsanwälte
  • Journalisten
  • Steuerberater
  • Sachverständige
  • und noch viele andere mehr.

Wie nützt man die Basis-Pauschalierung?

Die Basis-Pauschalierung gilt für

  • die Vorsteuer.
  • die Betriebs-Ausgaben.

Bei der Basis-Pauschalierung werden Teile der Vorsteuer und der Betriebs-Ausgaben in einer Summe berechnet. Dafür gibt es einen bestimmten Prozent-Satz. Diesen Prozent-Satz nennt man Pauschal-Satz.

Für die Basis-Pauschalierung braucht man keine Belege. Alle Einnahmen muss man trotzdem genau aufschreiben.

Betriebs-Ausgaben-Pauschalierung

Die Basis-Pauschalierung gibt es nur, wenn

  • keine Pflicht zur Buchführung besteht.
  • man keine doppelte Buchführung macht.
  • der Umsatz im Vorjahr nicht mehr als 220.000 Euro war.
  • in der Steuer-Erklärung steht, dass man die Basis-Pauschalierung haben will.

Tipp!
Eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung darf man trotzdem machen.

Wichtig!
Wer Buchführung gemacht hat, muss für die erste Basis-Pauschalierung den Übergangs-Gewinn oder Übergangs-Verlust berechnen. Diese Berechnung ist für die Steuer-Erklärung Pflicht.

Wie wird die Betriebs-Ausgaben-Pauschale berechnet?

Die Betriebs-Ausgaben-Pauschale ist 12 % des Netto-Umsatzes. Der Netto-Umsatz sind alle Verkäufe ohne Umsatz-Steuer.

Die Betriebs-Ausgaben-Pauschale darf höchstens 26.400 Euro sein.

Für einige Arbeiten ist die Betriebs-Ausgaben-Pauschale nur 6 % vom Netto-Umsatz. Diese Arbeiten sind zum Beispiel

  • Kaufmännische Beratung
  • Technische Beratung
  • Vermögens-Verwaltung
  • Einkommen aus einer Beteiligung an einer Kapital-Gesellschaft.
    Kapital-Gesellschaften sind Gesellschaften mit beschränkter Haftung (kurz: GmbH) oder Aktien-Gesellschaften (kurz: AG)
  • Arbeiten als Schriftsteller
  • Vorträge
  • Wissenschaftliche Arbeiten
  • Unterricht
  • Erziehung

Bei diesen Arbeiten ist die Betriebs-Ausgaben-Pauschale höchstens 13.200 Euro.

Kommen zur Beratung andere Arbeiten dazu, ist die Betriebs-Ausgaben-Pauschale 12 %. Das ist zum Beispiel

  • wenn man Baupläne zeichnet.
  • wenn man statische Berechnungen macht.
  • wenn man die Bau-Aufsicht hat.

Die Betriebs-Ausgaben-Pauschale ersetzt den Aufwand für

  • Wert-Verlust von Investitionen.
    Das nennt man Abschreibung für Anlagen (kurz: AfA).
  • Energie-Kosten.
  • Auto-Kosten.
  • Miete.
  • Reparaturen.
  • Telefon.
  • Zinsen.
  • Werkzeuge.
  • Verbrauchs-Material.
  • Versicherungen.
  • Werbung.
  • Reise-Kosten.
Hinweis:
Kosten für den Steuerberater sind Sonder-Ausgaben. Sonder-Ausgaben können in die Einkommen-Steuer-Erklärung geschrieben werden.

Die Betriebs-Ausgaben-Pauschale ist immer ohne Steuer. Bei der unechten Steuer-Befreiung ist die Umsatz-Steuer ein Aufwand. Unechte Steuer-Befreiung heißt, dass man Klein-Unternehmer ist.

Klein-Unternehmer können die Umsatz-Steuer auch als Pauschale abziehen. Das nennt man Vorsteuer-Pauschale. Die Vorsteuer-Pauschale ist 1,8 %. Die Vorsteuer-Pauschale senkt den Gewinn.

Wie rechnet man den Gewinn aus?

Wenn man den Gewinn ausrechnet, fängt man immer beim Umsatz an. Dann darf man seine Aufwände abziehen. Das sind

  • Waren-Kauf, wie er im Waren-Eingangs-Buch steht.
  • Personal-Aufwand. Das sind die Kosten für die Mitarbeiter.
  • Lohn-Neben-Kosten.
  • Fremd-Löhne, die für Lieferungen oder Leistungen bezahlt werden.
  • Beiträge zur Sozial-Versicherung des Unternehmers. 
Beispiel zur Berechnung des Gewinns:
Umsatz   200.000 Euro
Waren-Kauf   90.000 Euro
Personal-Aufwand   40.000 Euro
Lohn-Neben-Kosten       19.200 Euro
Fremd-Löhne      2.000 Euro
Sozial-Versicherung         6.000 Euro
12 % Betriebs-Ausgaben-Pauschale   24.000 Euro
Zu versteuernder Gewinn      18.800 Euro

Was ist der Umsatz?

Umsatz ist ein anderes Wort für Betriebs-Einnahmen. Alle Betriebs-Einnahmen zusammen sind der Umsatz von einem Unternehmen. Alle Einnahmen müssen sofort aufgeschrieben werden. Die Höhe der Einnahmen muss stimmen.

In den Einnahmen dürfen keine durchlaufenden Posten enthalten sein. Durchlaufende Posten sind Einnahmen, die man für ein anderes Unternehmen verrechnet und an das Unternehmen auszahlt.

In den Einnahmen darf auch kein Kosten-Ersatz für Reise-Kosten sein. Kosten-Ersatz für Reise-Kosten ist zum Beispiel

  • Hotel-Rechnung
  • Kilometer-Geld

Für den Kosten-Ersatz muss es immer Betriebs-Ausgaben geben, die gleich hoch sind.

Beispiel:
Ein Vortragender bekommt ein Honorar. Und Kilometer-Geld. Bei der Basis-Pauschalierung zählt das Kilometer-Geld nicht als Umsatz. Das Kilometer-Geld zählt bei der Basis-Pauschalierung auch nicht als Betriebs-Ausgabe. Damit hat das Kilometer-Geld keine Auswirkung auf die Betriebs-Ausgaben-Pauschale.

Wie macht man die Betriebs-Ausgaben-Pauschalierung bei Brutto-Rechnungen?

Die meisten Unternehmen verwenden bei der Betriebs-Ausgaben-Pauschalierung die Netto-Methode. Das bedeutet, der Umsatz wird ohne Steuer berechnet.

Man darf sich aber auch für eine Brutto-Methode entscheiden. Dann ist im Umsatz auch die Steuer enthalten.

Macht eine Betriebs-Ausgaben-Pauschalierung Sinn?

Soll man sich für eine Betriebs-Ausgaben-Pauschalierung entscheiden? Oder für eine normale Einnahmen-Ausgaben-Rechnung?

Damit man sich richtig entscheiden kann, rechnet man beides einmal aus. Am besten nimmt man dazu die Umsätze und Aufwände vom letzten Jahr. Mit diesen Zahlen rechnet man die Basis-Pauschalierung aus.

Bei der Basis-Pauschalierung muss kein Anlagen-Verzeichnis geführt werden. Es ist aber trotzdem gut, wenn man ein Anlagen-Verzeichnis hat.

Alle anderen Aufzeichnungs-Pflichten sind gleich. Aufzeichnungs-Pflicht besteht für

  • die Einnahmen
  • die Umsatz-Steuer
  • die Vorsteuer
  • den Waren-Kauf
  • die Löhne

Unternehmer können immer von der Betriebs-Ausgaben-Pauschalierung zur Einnahmen-Ausgaben-Rechnung wechseln.

Nach einem Wechsel muss 5 Jahre eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung gemacht werden. Erst nach dieser Zeit kann wieder eine Pauschalierung gemacht werden.

Was ist die Vorsteuer-Pauschalierung?

Wird eine Betriebs-Ausgaben-Pauschalierung gemacht, muss das auf der Steuer-Erklärung stehen. Bei der Vorsteuer-Pauschalierung wird die Vorsteuer von kleinen Unternehmen berechnet. Bei kleinen Unternehmen ist der Umsatz nicht mehr als 220.000 Euro.

Bei der Vorsteuer-Pauschalierung wird die Vorsteuer vom Netto-Umsatz berechnet. Dafür gibt es einen Prozent-Satz. Der Prozent-Satz ist 1,8 %. Die Vorsteuer-Pauschalierung darf nicht mehr als 3.960 Euro sein.

Eine Vorsteuer-Pauschalierung gibt es nur, wenn man keine doppelte Buchhaltung macht.

Neben der Vorsteuer-Pauschale kann man noch die Erwerb-Steuer abziehen. Und die Einfuhr-Umsatz-Steuer. Zum Beispiel

  • beim Kauf von Anlage-Gütern. Oder beim Bau von Anlage-Gütern.
    Anlage-Güter sind Dinge, die länger im Unternehmen bleiben. Das sind zum Beispiel Maschinen.
    Anlage-Güter müssen mehr als 1.100 Euro kosten.
  • beim Kauf von Grundstücken.
  • bei Waren.
  • bei Fremd-Löhnen.

Die Vorsteuer-Pauschalierung muss man dem Finanzamt melden. Dafür gibt es kein Formular. Die Vorsteuer-Pauschalierung gilt dann für 2 Jahre.

Die Vorsteuer-Pauschale schreibt man einfach in die Umsatz-Steuer-Jahres-Erklärung.

Wenn man keine Pauschalierung mehr will, muss man das dem Finanzamt schreiben. Die Änderung gilt immer nur mit Jahresanfang. Die Änderung gilt dann für 5 Jahre.

Die Basis-Pauschalierung kann man für die Einkommen-Steuer wählen. Oder für die Umsatz-Steuer. Man muss nicht beides gemeinsam machen.

Ein paar Berufe haben eigene Regeln. Diese Berufe sind zum Beispiel

  • Drogisten
  • Gastwirte
  • Handels-Vertreter
  • Lebensmittel-Einzelhändler
  • Gemischt-Waren-Händler
  • Sportler
  • Künstler
  • Schriftsteller

Der Gewinn-Freibetrag bei der Pauschalierung

Für den Gewinn-Freibetrag gibt es eigene Regeln. Dazu gibt es ein eigenes Informations-Blatt.


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