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Der innergemeinschaftliche Erwerb - FAQ

Antworten auf die wichtigsten Fragen

1. Sind im Warenverkehr innerhalb der EU Zollformalitäten zu beachten?

Das Wesen der Europäischen Union ist das der Zollunion innerhalb der es keine Zollgrenzen gibt. Ware, die den zollrechtlichen Status von Unionsware hat, kann ohne zollrechtliche Beschränkungen innerhalb der Union zirkulieren. Unionswaren sind Waren, die in der EU vollständig gewonnen oder hergestellt, oder in die EU eingeführt und in den zollrechtlich freien Verkehr überführt wurden (= Verzollung) oder aus den vorgenannten Waren hergestellt worden sind.

Durch den Wegfall der Zollformalitäten im innergemeinschaftlichen Warenverkehr sind im Wesentlichen, beim Einkauf von Waren aus andere Mitgliedstaaten, zwei Kernbereiche zu berücksichtigen:

  • die Erwerbsteuer
  • die Intrahandelsstatistik (INTRASTAT)
  • Sonderregelungen bestehen auch für verbrauchsteuerpflichtige Waren

2. Was sind die Grundvoraussetzungen für einen innergemeinschaftlichen Erwerb?

Ein ig Erwerb liegt vor, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Die Ware gelangt von einem Mitgliedstaat in den anderen.
  • Der Erwerber ist entweder ein Unternehmer, der den Gegenstand für sein Unternehmen erwirbt oder eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist oder nicht für ihr Unternehmen erwirbt.
  • Der Lieferer ist Unternehmer. Er liefert gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens und ist nicht als Kleinunternehmer umsatzsteuerbefreit.

3. Besteht Vorsteuerabzug beim innergemeinschaftlichen Erwerb?

Der Erwerber kann die Erwerbsteuer als Vorsteuer abziehen, wenn er den Gegenstand für sein Unternehmen erworben hat und die übrigen Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug gegeben sind. Eine Rechnung ist für den Vorsteuerabzug nicht erforderlich! Das Recht zum Vorsteuerabzug ist in demselben Zeitpunkt gegeben, in dem die Erwerbsteuerschuld entsteht. Der Unternehmer kann somit den Vorsteuerabzug in derselben Umsatzsteuervoranmeldung geltend machen, in der er den ig Erwerb besteuert.

4. Was versteht man unter Sonderregelung für Schwellenerwerber?

Kein ig Erwerb liegt vor, wenn der Erwerb durch so genannte "Schwellenerwerber" erfolgt und deren Erwerbe aus dem gesamten Gemeinschaftsgebiet die "Erwerbsschwelle" nicht überstiegen haben.

Zu den "Schwellenerwerbern" zählen:

  • Unternehmer, die nur steuerfreie Umsätze ausführen, die zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führen (z.B. Kleinunternehmer, Versicherungen, Banken, Ärzte),
  • pauschalierte Landwirte,
  • juristische Personen, die Nichtunternehmer sind oder die den Gegenstand nicht für ihr Unternehmen erwerben (z.B. Gemeinden, Kammern, Vereine, usw.).

Die Erwerbsschwelle wurde dann nicht überschritten, wenn der Gesamtbetrag der Entgelte für Erwerbe aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet im vorangegangenen Kalenderjahr € 11.000,- nicht und im laufenden Kalenderjahr noch nicht überstiegen hat.

5. Was ist zu beachten, wenn die Erwerbschwelle überschritten wird?

Mit dem ersten Erwerb, mit dem die Erwerbsschwelle überschritten wird, sind alle innergemeinschaftlichen Erwerbe zu versteuern. Bleiben die Erwerbe unter der Erwerbsschwelle, werden die Erwerber wie Private behandelt, d.h. sie zahlen die Umsatzsteuer im EU-Land des Verkäufers und können diese nicht vergütet bekommen.

6. Muss man die Erwerbschwelle in Anspruch nehmen?

Auf die Anwendung der Sonderregelung für Schwellenerwerber kann beim Finanzamt innerhalb der Frist zur Abgabe der Voranmeldung für den Zeitraum, in dem erstmals ein Erwerb getätigt worden ist, schriftlich verzichtet werden. Der Verzicht bindet den Erwerber mindestens für zwei Kalenderjahre und ist nur dann sinnvoll, wenn der Umsatzsteuersatz im Bestimmungsland (Österreich) der Ware niedriger ist, als im Land in welchem die Ware gekauft wurde.

Achtung:
Als Verzicht gilt auch die Verwendung einer Umsatzssteuer-Identifikationsnummer gegenüber dem Lieferer beim Erwerb von Gegenständen aus dem übrigen Unionsgebiet.

7. Gibt es Waren, die nicht unter die Erwerbschwelle fallen?

Nicht unter die Erwerbsschwellenregelung fällt der Erwerb von verbrauchssteuerpflichtigen Waren (z.B. Mineralöle, Tabakwaren, Alkohol und alkoholische Getränke) und von neuen Fahrzeugen. Diese Gegenstände sind im Bestimmungsland steuerpflichtig.

8. Wo ist der Ort des innergemeinschaftlichen Erwerbes?

Der Ort des ig Erwerbes liegt an dem Ort, an dem sich der Gegenstand amEnde der Beförderung oder Versendung befindet. Hier hat der Erwerber die Erwerbsbesteuerung vorzunehmen.

9. Das innergemeinschaftliche Verbringen

Wenn ein Unternehmer Waren zu seiner eigenen Verfügung von einem Mitgliedstaat in einen anderen verbringt, so spricht man von einem ig Verbringen, das der ig Lieferung gleichgestellt ist. Das ig Verbringen ist in dem Mitgliedstaat, aus dem die Waren kommen, eine ig Lieferung und im Bestimmungsland ein ig Erwerb.

Die vorübergehende Verwendung von Waren, z.B. für Ausstellungszwecke oder Montagetätigkeiten sind davon allerdings nicht erfasst. 

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