th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Erbschafts- und Schenkungssteuer bis 31.7.2008

Alles über die Fälligkeit der Erbschafts- und Schenkungssteuer

Hinweis:

Das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz wurde mit 31. Juli 2008 aufgehoben. Alle Angaben dieses Infoblatt sind daher nur mehr auf Erbschaften und Schenkungen anzuwenden, die vor dem 1.8. 2008 gelegen sind!

Seit dem 1.8.2008 gilt das Schenkungsmeldegesetz (siehe Infoblatt "Schenkungsmeldegesetz 2008“)

Was unterliegt der Steuer?

Erbschafts- und Schenkungssteuer ist zu entrichten bei

  • Erwerb von Todes wegen (Erbschaften, Vermächtnisse, Pflichtteilsansprüche, Schenkungen auf den Todesfall, Ansprüche aus Erbvertrag)

  • Schenkungen unter Lebenden (nicht jedoch bei Leistungen aus moralisch-sittlicher Pflicht oder aufgrund von familienrechtlichen Verpflichtungen z.B. Heiratsgut)

  • Zweckzuwendungen, das sind Zuwendungen mit der Auflage, Vermögen für bestimmte Zwecke oder für bestimmte Personen zu verwenden.

Wie wird der Wert der Zuwendung ermittelt?

Die Erbschafts- und Schenkungssteuer wird vom Reinvermögen (Aktiva abzüglich Passiva) berechnet und zwar zum Zeitpunkt des Entstehens der Steuerschuld (Tod, Ausführung der Schenkung unter Lebenden)

Vom Erwerb ist daher abzuziehen:

  • Schulden und Lasten

  • Verbindlichkeiten aus geltend gemachten Pflichtteilsansprüchen

  • bestimmte mit dem Erbfall zusammenhängende Kosten (z.B. Begräbniskosten)

Die Wertermittlung richtet sich nach dem Bewertungsgesetz. Maßgebend ist daher:

  • allgemein: der gemeine Wert (jener Preis, der bei einer Veräußerung erzielt werden könnte)

  • der dreifache Einheitswert:
    -  für inländisches land- und forstwirtschaftliches Vermögen
    -  für inländisches Grundvermögen
    -  für inländische Betriebsgrundstücke

    Weist der Steuerpflichtige allerdings nach, dass der Wert niedriger als das Dreifache des Einheitswertes ist (z.B. durch ein Schätzgutachten), dann ist der gemeine Wert maßgebend.

  • der Teilwert (das ist der Betrag, den man für ein einzelnes Wirtschaftsgut bei Erwerb des ganzen Betriebes im Rahmen des Gesamtkaufpreises ansetzen würde): bei sonstigem Betriebsvermögen

  • der Kurswert: für börsennotierte Wertpapiere 

Wie hoch ist die Steuer?

Die Steuer richtet sich nach dem familienrechtlichen Naheverhältnis, dem Verwandtschaftsgrad, und nach der Höhe der Zuwendung. Je entfernter die Verwandtschaft, desto mehr Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer fällt an.

Steuerklassen:
I     Kinder, Ehegatten
II   Enkelkinder, Urenkel
III  Geschwister und Eltern, Großeltern
IV  Neffen, Nichten, Schwiegerkinder, Schwiegereltern
V   alle übrigen Personen

Der Tarif bewegt sich in Prozentsätzen zwischen 2% und 60%. Der anzuwendende Prozentsatz ist auf den gesamten Erwerb anzuwenden. 

Berechnung der Steuer
Zuwendungen bis € in der Steuerklasse
  I II III IV V
7.300 2 4 6 8 14
14.600 2,5 5 7,5 10 16
29.200 3 6 9 12 18
43.800 3,5 7 10,5 14 20
58.400 4 8 12 16 22
73.000 5 10 15 20 26
109.500 6 12 18 24 30
146.000 7 14 21 28 34
219.000 8 16 24 32 38
365.000 9 18 27 36 42
730.000 10 20 30 40 46
1.095.000 11 21 32 42 48
1.460.000 12 22 34 44 51
2.929.000 13 23 36 46 54
4.380.000 14 24 38 48 57
darüber 15 25 40 50 60
           
Freibetrag in € 2.200 2.200 440 440 110

Bei Schenkungen unter Lebenden zwischen Ehegatten zusätzlicher Freibetrag:
€ 7.300,-

Keine Progression, sondern ein fester Steuersatz von:

  • 5 % für Zuwendungen an Privatstiftungen durch den Stifter selbst

  • 2,5 % für Zuwendungen, wenn der Stifter eine Privatstiftung ist

Steuererhöhung bei Grundstücken

Die Steuer erhöht sich um 3,5 % des Grundstückswertes bei Zuwendung von Liegenschaften (Grunderwerbsteuer-Äquivalent); bei Ehegatten, Elternteil, Kind, Enkelkind, Stiefkind, Wahlkind oder Schwiegerkind nur um 2 %. Dieser Zuschlag ersetzt die Grunderwerbsteuer bei Erwerb von Todes wegen oder Schenkung.

Wer muss die Steuer zahlen?

Steuerschuldner sind:

  • bei Erwerb von Todes wegen: der Erwerber (Erbe)

  • bei Schenkungen: der Erwerber und der Geschenkgeber

  • bei Zweckzuwendungen: der Erwerber und der mit der Zweckzuwendung Beschwerte

Zusammenrechnung mehrerer Erwerbe innerhalb von 10 Jahren

Jeweils beim letzten Erwerb werden alle Schenkungen oder Erbschaften innerhalb von 10 Jahren zusammen gerechnet. Die Erbschafts-/Schenkungssteuer wird von dem addierten Betrag errechnet und zwar unter Berücksichtigung der beim letzten Erwerb anzuwendenden Steuerklasse und der Freibeträge. Von dem errechneten Betrag werden die bisher gezahlten Steuern abgezogen.

Befreiungen

Zusätzlich zu den vorgenannten Freibeträgen bleiben unter anderem außerdem steuerfrei:

  • Gewinne aus unentgeltlichen Ausspielungen (wie Preisausschreiben und andere Gewinnspiele), die an die Öffentlichkeit gerichtet sind.

    Hinweis:
    Diese Bestimmung ist auf alle Vorgänge anzuwenden, für die die Steuerschuld nach dem 31.12.2002 entsteht.

  • Ruhegehälter und ähnliche Zuwendungen, die ohne rechtliche Verpflichtung früheren und jetzigen Angestellten oder Bediensteten gewährt werden; Zuwendungen an Pensions- oder Unterstützungskassen des eigenen Betriebes; Zuwendungen an ausländische Einrichtungen im Sinne des Pensionskassengesetzes sowie Zuwendungen an sonstige Versicherungsunternehmen, soweit die Zuwendungen einer betrieblichen Kollektivversicherung zuzurechnen sind.

  • Ruhegehälter, Pensionen und ähnliche Zuwendungen, die Ehegatten, Kinder oder Personen, mit denen der Erblasser in einer eheähnlichen Gemeinschaft gelebt hat, aufgrund eines vom Erblasser mit seinem Dienstgeber beschlossenen Pensionsvertrages oder aufgrund eines für die Pensionsansprüche geltenden Kollektivvertrages oder aufgrund einer Pensionszusage des Dienstgebers oder von einer Pensionskasse des Betriebes des Dienstgebers oder aufgrund einer betrieblichen Kollektivversicherung oder von
  • ausländischen Einrichtungen im Sinne des Pensionskassengesetzes oder aufgrund einer vom Erblasser abgeschlossenen Pensionskassenzusatzversicherung gewährt werden

    Hinweis:
    Diese Bestimmung ist auf alle Vorgänge anzuwenden, für die die Steuerschuld nach dem 22.09.2005 entsteht.

  • übliche Gelegenheitsgeschenke

  • Kapitalvermögen, soweit es im Todeszeitpunkt des Erblassers der Endbesteuerung unterliegt

  • bei Herausgabe von Vermögen einer Privatstiftung oder deren Aufhebung Erworbenes

  • die Übertragung von Betriebsvermögen, wenn ein Erwerb von Todes wegen oder eine Schenkung unter Lebenden vorliegt und der Geschenkgeber das 55. Lebensjahr vollendet hat oder wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen in einem Ausmaß erwerbsunfähig ist, dass er nicht in der Lage ist, seinen Betrieb fortzuführen, oder die mit seiner Stellung als Gesellschafter verbundenen Aufgaben oder Verpflichtungen zu erfüllen, bis zu einem Freibetrag in Höhe von
    € 365.000,-

    Hinweis:

    Wurde seitens des Sozialversicherungsträgers eine Erwerbsunfähigkeitspension für den Zeitpunkt der Betriebsaufgabe bereits zuerkannt, ist vom Vorliegen einer Erwerbsunfähigkeit auszugehen. Wurde eine Erwerbsunfähigkeitspension beantragt, aber noch nicht zuerkannt oder abgelehnt, ist seitens des Finanzamtes auf die im Rahmen der Prüfung des Pensionsantrages erfolgende medizinische Beurteilung zurückzugreifen. Ein weiteres Gutachten ist in diesem Fall unbeachtlich. Wurde keine Erwerbsunfähigkeitspension beantragt, ist das Vorliegen der Erwerbsunfähigkeit durch ein vom Steuerpflichtigen vorzulegendes medizinisches Gutachten eines allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen nachzuweisen (gilt seit 31.12.2005).

  • Zuwendungen, die der Schadenbeseitigung in Folge Katastrophenschäden dienen, sofern der Schaden nicht durch z.B. Versicherungsleistungen oder andere nach dem Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz befreite Zuwendungen abgedeckt ist.

    Hinweis:
    Diese Bestimmung ist mit 01.07.2005 in Kraft getreten und auf alle Sachverhalte anzuwenden, für die die Steuerschuld nach dem 30.06.2005 entsteht.

  • Die Übertragung von Gutschriften für Kindererziehungszeiten beim freiwilligen Pensionssplitting.

    Hinweis:
    Diese Bestimmung gilt ab 31.12.2005.

Was ist zu tun, wenn ein Erwerb aufgrund einer Schenkung oder von Todes wegen erfolgt?

Für Zuwendungen nach dem Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz besteht Anmeldepflicht binnen drei Monaten beim Finanzamt für Gebühren und Verkehrsteuern.

Die Steuererklärung selbst muss erst nach Aufforderung durch das Finanzamt abgegeben werden. Die Frist muss mindestens 1 Monat betragen. Das Finanzamt setzt aufgrund der

Steuererklärung den Betrag der Steuer fest, der binnen 1 Monat nach der Zustellung des Steuerbescheides fällig wird.

Parteienvertreter (Rechtsanwälte und Notare) können die Schenkungssteuer selbst berechnen und anmelden. 

Zuständig für die Erbschafts- und Schenkungssteuer ist das Finanzamt für Gebühren, Verkehrssteuern und Glücksspiel.

Bitte wählen Sie oben ein Bundesland aus, um Kontakte und Serviceangebote des Bundeslandes zu erhalten.