th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Erhöhung der Forschungsprämie auf 14% ab 1.1.2018

Basisinformationen und Voraussetzungen

Ab der Veranlagung 2011 erfolgt die steuerliche Förderung für eigenbetriebliche Forschung und Auftragsforschung ausschließlich durch eine Forschungsprämie. Der ursprüngliche Prämiensatz von 10% wurde mit der Steuerreform 2015/16 auf 12% erhöht und bemisst sich an den Aufwendungen für die Forschung.  

Nicht zuletzt auf das Betreiben der Wirtschaftskammerorganisation wurde noch vor den Neuwahlen im Herbst 2017 eine weitere Erhöhung der Forschungsprämie von 12% auf 14% beschlossen. Die Erhöhung wird mit 1.1.2018 in Kraft treten. 

Die Prämie ist keine Betriebseinnahme und daher nicht steuerpflichtig und führt auch zu keiner Aufwandskürzung. Sie muss spätestens bis zum Eintritt der Rechtskraft des Einkommensteuer–, Körperschaftsteuer– oder Feststellungsbescheides des jeweiligen Jahres geltend gemacht werden. In der Regel erfolgt die Beantragung mittels einer, der Steuererklärung des betreffenden Jahres beizulegenden, Erklärung (Formular E108c).   

Zur Bemessungsgrundlage für die Forschungsprämie gehören: 

  • Löhne und Gehälter für in Forschung und experimenteller Entwicklung Beschäftigte, ebenso Honorare aus entsprechenden Werkverträgen. Für Beschäftigte, die nicht ausschließlich in Forschung und experimenteller Entwicklung tätig sind, werden nur die der Arbeitsleistung für Forschung und experimentelle Entwicklung entsprechenden Anteile an diesen Aufwendungen (Ausgaben) herangezogen.
  • Unmittelbare Aufwendungen (Ausgaben) und unmittelbare Investitionen (einschließlich der Anschaffung von Grundstücken), soweit sie nachhaltig (d.h. mindestens die halbe Nutzungsdauer, Grundstücke und Gebäude mindestens 10 Jahre) Forschung und experimenteller Entwicklung dienen.
  • Finanzierungsaufwendungen (-ausgaben), soweit sie der Forschung und experimentellen Entwicklung zuzuordnen sind.
  • Gemeinkosten, soweit sie der Forschung und experimentellen Entwicklung zuzuordnen sind (z.B. Kosten des Lohnbüros, soweit sie auf Forschungspersonal entfallen, anteilige Verwaltungskosten, nicht jedoch Vertriebskosten. 

Zu unterscheiden ist zwischen eigenbetrieblicher Forschung und Auftragsforschung. 

Bei eigenbetrieblicher Forschung handelt es sich um systematische Forschung und experimentelle Entwicklung unter Einsatz wissenschaftlicher Methoden in einem inländischen Betrieb oder einer inländischen Betriebsstätte durch das Unternehmen selbst. 

Forschung und experimentelle Entwicklung kann bei folgenden Tätigkeiten vorliegen: 

Grundlagenforschung

Ziel ist ausschließlich die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse ohne Ausrichtung auf deren praktische Anwendbarkeit.

Angewandte Forschung

Ziel ist die Gewinnung neuer Erkenntnisse mit Ausrichtung auf ein spezifisches praktisches Ziel. 

Experimentelle Entwicklung

Darunter versteht man die Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse zwecks Hervorbringung neuer, verbesserter Materialien, Vorrichtungen, Produkte, Verfahren, Methoden oder Systeme. 

Seit dem 1.1.2012 hat der Steuerpflichtige für die Geltendmachung einer Forschungsprämie für die eigenbetriebliche Forschung ein (kostenloses) Jahresgutachten der Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) vorzulegen. Darin wird beurteilt, ob die inhaltlichen Voraussetzungen einer Forschung und experimentellen Entwicklung dem Grunde nach vorliegen. Die Anforderung des Gutachtens der FFG erfolgt über FinanzOnline nach Ablauf des betreffenden Wirtschaftsjahres. Es gibt nur ein Gutachten pro Wirtschaftsjahr, in dem alle Forschungsprojekte anzugeben sind. 

Zusätzlich kann seit 1.1.2013 die Ausstellung einer kostenpflichtigen Forschungsbestätigung beim zuständigen Finanzamt beantragen. Dabei handelt es sich um einen Auskunftsbescheid nach § 118a BAO, in dem verbindlich über das Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen abgesprochen wird. Dadurch soll die Rechtsicherheit im Vergleich zu einem Jahresgutachten  insbesondere bei mehrjährigen Forschungsprojekten erhöht werden. 

Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2011 beginnen kann alternativ oder ergänzend zur Forschungsbestätigung ein Antrag auf einen Feststellungsbescheid auch über die Höhe der Bemessungsgrundlage der Forschungsprämie für ein bestimmtes Jahr gestellt werden(§ 108c Abs. 9 EStG). Voraussetzung ist neben einem Gutachten der FFG die Bestätigung eines Wirtschaftsprüfers über die richtige Ermittlung der Höhe der Bemessungsgrundlage. 

Für die Prämie aus einer Auftragsforschung gelten qualitativ die gleichen Voraussetzungen wie für die eigenbetriebliche Forschung. Ein Gutachten der FFG ist in diesem Fall allerdings nicht erforderlich. Eine Forschungsbestätigung sowie ein Feststellungsbescheid sind im Rahmen der Auftragsforschung nicht möglich.  

Die Forschungsprämie kann nur für Aufwendungen in Höhe von höchstens € 1.000.000,- (bis 31.12.2011 höchstens € 100.000,-) pro Wirtschaftsjahr geltend gemacht werden. Umfasst das Wirtschaftsjahr einen Zeitraum von weniger als 12 Monaten, ist der Höchstbetrag entsprechend der Anzahl der Monate des Wirtschaftsjahres zu aliquotieren. 

Damit der Auftraggeber für seine Aufwendungen (Ausgaben), die er an das beauftragte Forschungsunternehmen leistet, die Prämie gelten machen kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • Die Forschung muss von einem inländischen Betrieb oder einer inländischen Betriebsstätte in Auftrag gegeben werden.
  • Das beauftrage Forschungsunternehmen (Auftragnehmer) muss eine Einrichtung (z.B. Universität,  Forschungsverein) oder ein Unternehmen sein, die/das mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben befasst ist und in der EU oder dem EWR ansässig ist. Der Unternehmensschwerpunkt des Auftragnehmers muss aber nicht notwendigerweise auf Forschung und experimenteller Entwicklung liegen.
  • Der Auftragnehmer darf nicht unter beherrschendem Einfluss des Auftraggebers stehen oder Mitglied einer Unternehmensgruppe nach § 9 KStG sein, der auch der Auftraggeber angehört.
  • Der Auftraggeber teilt dem Auftragnehmer bis zum Ablauf des Wirtschaftsjahres nachweislich mit, bis zu welchem Ausmaß er die Forschungsprämie für Auftragsforschung in Anspruch nimmt. Bemessungsgrundlage sind die vom Auftragnehmer in Rechnung gestellten Kosten.

Für die von der Mitteilung des Auftraggebers umfassten F & E –Aufwendungen kann der Auftragnehmer keine zusätzliche Prämie für eigenbetriebliche Forschung in Anspruch nehmen. Damit ist eine doppelte steuerliche Berücksichtigung ausgeschlossen.

Im Detail dürfen wir auf  die Broschüre „Forschungsförderung durch steuerliche Maßnahmen“ verweisen. Weiterführende Informationen finden Sie auch auf der FFG-Homepage.
Bitte wählen Sie oben ein Bundesland aus, um Kontakte und Serviceangebote des Bundeslandes zu erhalten.