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Ertragsteuern in der Slowakei

Die wichtigsten ertragsteuerlichen Bestimmungen

Grundsätzliches

Im Rahmen dieses Infoblattes werden die wichtigsten ertragsteuerlichen Bestimmungen betreffend in der Slowakei erzielte Einkünfte erläutert.

Steuerpflichtig sind alle physischen (in- und ausländischen) natürlichen Personen, juristischen Personen und anderen Rechtssubjekte, die Einkünfte erzielen.

Bei Steuerpflichtigen mit Wohnsitz/gewöhnlichen Aufenthalt bzw. Sitz/Ort der Geschäftsleitung in der Slowakei erstreckt sich die (unbeschränkte) Steuerpflicht auf alle in- und ausländischen Einkünfte einschließlich der Sachzuwendungen (Welteinkommen).

Bei allen anderen natürlichen und juristischen Personen beschränkt sich die Steuerpflicht auf ihre in der Slowakei erzielten Einkünfte.

Steuerbemessungsgrundlage

Die Steuerbemessungsgrundlage ist der Gewinn bzw. das Einkommen des Steuerpflichtigen.

Juristische Personen müssen ihren Gewinn durch doppelte Buchführung ermitteln, für natürliche Personen kommt doppelte oder einfache Buchführung in Frage.

Für selbstständig tätige natürliche Personen ohne Dienstnehmer und einem Vorjahresumsatz unter € 170.000,- ist eine vereinfachte steuerliche Evidenz möglich.

Abgabepflichtige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb können, sofern sie nicht als Mehrwertsteuerzahler registriert sind, ihre Ausgaben pauschaliert geltend machen.

Das slowakische Einkommensteuerrecht kennt folgende Einkunftsarten:

  • Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit und Beamtenbezüge, die Steuer wird monatlich vom Dienstgeber einbehalten
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen

  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb und sonstiger selbstständiger Arbeit (dazu zählen auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Land- und Fortstwirtschaft)

  • Sonstige Einkünfte

Spezifische Einkünfte aus (dem Besitz von) Kapitalvermögen (z.B. Zinsen) werden ab 2016 in eine separate Steuerbemessungsgrundlage mit einbezogen. 

Dividenden, die aus am oder nach dem 1. Januar 2004 ausgewiesenen Gewinnen nach Steuern ausgeschüttet werden, werden in der Slowakei nicht besteuert. Eine Ausnahme bilden nur Dividenden, die an in Nichtvertragsstaaten unbeschränkt steuerpflichtige juristische Personen ausgeschüttet oder von unbeschränkt Steuerpflichtigen eines Nichtvertragsstaaten erhalten werden – diese Dividenden werden mit einem Sondersteuersatz von 35 % besteuert

Einkünfte aus Anteilen am Gewinn (Dividenden), der in einem Besteuerungszeitraum erzielt wird, der am 1. Januar 2017 oder später begonnen hat, werden mit einem Sondersteuersatz von 7 % (bzw. 35 %, falls die natürliche Person Steuerzahler eines Nichtvertragsstaates ist) besteuert.

Einkommensteuersatz 

Der Einkommensteuersatz hängt von den Einkünften des Steuerpflichtigen ab. Die Steuerbemessungsgrundlage bis zur Höhe des 176,8-fachen des Existenzminimums (d.h. bis zu EUR 35.022,31) unterliegt der 19%-igen Einkommensteuer. Der übersteigende Teil der Steuerbemessungsgrundlage wird mit dem 25%-igen Steuersatz besteuert. Die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit hoher, in der Verfassung ausdrücklich definierter Amtsträger unterliegen zusätzlich noch einem Sondersteuersatz von 5 %.

Der Körperschaftsteuersatz für das Jahr 2017 (d.h. den Besteuerungszeitraum, der nicht früher als am 1. Januar 2017 beginnt) wurde herabgesetzt und beträgt 21 %. 

Die minimale Körperschaftsteuer (sog. Steuerlizenz) nach Abzug vonSteuerbegünstigungen und Anrechnung der im Ausland bezahlten Steuer, welche das Unternehmen zu zahlen hat, bewegt sich zwischen € 480,00 und € 2.880,00 je nach Umsatz des Unternehmens und der Tatsache, ob es sich um einen Umsatzsteuerzahler handelt oder nicht.

Kürzungen der Steuerbemessungsgrundlage 

  • Steuerfreies Existenzminimum in Höhe des 19,2-fachen des zum 1. Jänner der betreffenden Steuerperiode gültigen steuerfreien Mindesteinkommens:   
    2017: € 3.803,33

  • Kürzungen der Steuerbemessungsgrundlage für Alleinverdiener und Steuerbonus für Kinder

Persönliche Steuerpflicht ausländischer Personen

Ausländische juristische Personen ohne Sitz oder Geschäftsleitung in der Slowakei sind mit ihren inländischen Einkünften steuerpflichtig.

Der Besteuerung natürlicher Personen ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt sind folgende inländische Einkünfte zugrunde zu legen:

  • Einkünfte, die in einer inländischen Betriebsstätte erzielt werden einschließlich Einkünfte aus der Veräußerung von Anlagevermögen der Betriebsstätte.

  • Sonstige, im Inland erzielte Einkünfte (einschließlich Schiffe und Fluggesellschaften)

  • Einkünfte aus wirtschaftlicher, technischer und sonstiger Beratungstätigkeit, aus sonstigen Dienstleistungen, Management- und Vermittlungsleistungen sowie ähnlicher Leistungen, die im Inland erbracht werden.

  • Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, die von inländischen Körperschaften und natürlichen Personen mit Sitz, Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Inland

  • bzw. von inländischen Betriebsstätten und ständigen Einrichtungen ausländischer Steuerpflichtiger ohne Sitz oder Wohnsitz in der Slowakei bezogen werden.

Zur Vermeidung der Doppelbesteuerung bestimmter Einkunftsteile hat die Slowakei mit einer Vielzahl von Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, die in den Fällen drohender Doppelbesteuerung abweichend von den inländischen Bestimmungen die Besteuerungsrechte den jeweiligen Staaten zuweisen. 

Gewinnermittlung

Abzugsfähig sind jene Aufwendungen oder Ausgaben, die nachweislich zum Zweck des steuerpflichtigen Erwerbs getätigt und in die Bücher aufgenommen werden. Ist die Abzugsfähigkeit durch andere Bestimmungen eingeschränkt, kann nur der abzugsfähige Betrag abgesetzt werden. Diverse Dokumente (z.B. Belege, Rechnungen, spezifische Dokumentation zu Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Unternehmen und Personen) müssen aufbewahrt werden, um die steuerliche Abzugsfähigkeit belegen zu können.

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Eckdaten zur Gewinnermittlung:

  • Es gibt 6 Abschreibungskategorien mit einer Abschreibungsdauer von 4 Jahren (Kfz, Büromaschinen und Computer), 6 Jahren (Betriebsausstattung), 8 Jahre (Vermögensgegenstände mit technologischem Charakter, Turbinen, Ofen), 12 Jahren (vorgefertigte Gebäude aus Beton und Metall, Klimaanlagen, Auszüge), 20 Jahren (Fertigungs- und Geschäftsgebäude) und 40 Jahre (Wohn- und Verwaltungsgebäude)Erstmalig angesetzte Sachanlagen können im ersten Abschreibungsjahr lediglich bis zur anteiligen Höhe des jährlichen Abschreibungsbetrages je nach der Anzahl der Monate, in denen der Vermögensgegenstand im ersten Jahr genutzt wurde, abgeschrieben werden.

  • Ein Vermögensgegenstand muss nicht jedes Jahr abgeschrieben werden. Die steuerliche Abschreibung kann ohne Verlust des insgesamt zur Verfügung stehenden Abschreibungsvolumen in einem beliebigen Jahr unterbrochen und in einem späteren Jahr fortgesetzt werden, also ob diese nie unterbrochen worden wäre.

  • Bei sogenannten gemischt genutzten Vermögensgegenständen, (die auch privat genutzt werden), sind die mit ihnen verbundenen Aufwendungen nur teilweise steuerliche abzugsfähig. Entweder in der belegbaren Höhe je nach der Proportion der Nutzung dieser Vermögensgegenstände oder als Pauschalbetrag in Höhe von 80%.

  • Das EStG schränkt ebenfalls die steuerliche Abzugsfähigkeit von gewissen Aufwendungsarten ein.

  • Ein Steuerpflichtiger kann seinen steuerlichen Verlust gleichmäßig über 4 aufeinander folgende Veranlagungszeiträume geltend machen (d.h. von der positiven Steuerbemessungsgrundlage abziehen). Dies gilt auch für bislang nicht geltend gemachte steuerliche Verluste kumulativ für die in den Jahren 2010 bis 2013 beendeten Veranlagungszeiträume.

Abweichendes Wirtschaftsjahr

Die Unternehmer können auf Grund einer an das zuständige Finanzamt gesandten Mitteilung ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr verwenden. Auch das Wirtschaftsjahr umfasst 12 aufeinander folgende Monate.

Einreichung der Steuererklärung

Grundsätzlich muss jeder Steuerpflichtige, der der slowakischen Einkommensteuer unterliegt und dessen steuerpflichtige Einkünfte für das Jahr eine bestimmte Höhe überschreiten (für 2017 sind es EUR 1.901,67), eine Einkommensteuererklärung einreichen. 

Keine Steuererklärung ist abzugeben, wenn nur Einkommen erzielt, für das die Steuer durch Quellensteuer abgegolten ist (z.B. Bankzinsen) oder das von der slowakischen Einkommensteuer befreit ist 

Personen, die ausschließlich lohnsteuerpflichtige Einkünfte erzielen, sind nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, sofern der Arbeitgeber eine sogenannte Jahresabrechnung für diesen Dienstnehmer durchführt. 

Die Frist für die Einreichung der Steuererklärung und Zahlung der Steuerschuld endet am 31. März des Kalenderjahres nach dem Jahr, in dem die Einkünfte erzielt wurden. Die Körperschaftssteuererklärung ist innerhalb von 3 Monaten nach Ende des Kalender- oder Wirtschaftsjahres und anlässlich jeder Änderung des Wirtschaftsjahres einzureichen.  

Eine Fristerstreckung um weitere 3 Monate ist auf Grund einer Mitteilung an das zuständige Finanzamt möglich. Auf Grund einer einzuholenden Genehmigung vom Finanzamt kann die Frist in Ausnahmefällen sogar um 6 Monate verlängert werden.

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