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Importe aus Nicht-EU-Ländern – FAQ

Antworten auf die wichtigsten Fragen

1. Welche Verfahren zur Entrichtung der Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) gibt es?

Für die Entrichtung der Einfuhrumsatzsteuer gibt es grundsätzlich 2 Verfahren:

  • Nach dem ursprünglichen Verfahren  wird sie beim Zollamt bezahlt
  • Die EUSt wird direkt auf das Steuerkonto des Unternehmens verbucht und kann gleichzeitig in der Umsatzsteuervoranmeldung als Vorsteuer geltend gemacht werden. Die Vorschreibung über das Steuerkonto ist in der Zollanmeldung zu beantragen. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass die EUSt nicht mehr vorzufinanzieren ist.

2. Wann entsteht die Steuerschuld?

Nach zollrechtlichen Vorschriften im Zeitpunkt der Annahme der Zollanmeldung, wobei das Verbringen von Gegenständen in ein Zolllager noch keine Steuerschuld auslöst. Die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der EUSt sind der Zollwert (Wert an der EU-Außengrenze), sowie Zoll- und Frachtkosten bis zum ersten inländischen Bestimmungsort.

3. Wie funktioniert die bare Entrichtung der EUSt?

Die bare Entrichtung erfolgt an das Zollamt, in der Regel durch den Anmelder oder dessen Vertreter (=Spediteur). Vorsteuerabzugsberechtigt ist, wer beim Grenzübertritt umsatzsteuerrechtlich verfügungsberechtigt war. Dies gilt im Übrigen auch für die unbare Entrichtung. Der Vorsteuerabzug steht in diesem Verfahren im Monat der Entrichtung der EUSt zu. Wurde die EUSt durch einen anderen, z.B. einen Spediteur bezahlt, benötigt der Warenempfänger zur Durchführung des Vorsteuerabzuges von diesem den Zahlungsbeleg oder einen vom Zollamt zu diesem Zwecke ausgestellten Erzsatzbeleg. 

Die Entrichtung kann bar an der Zollkassa oder über ein Abgabenkonto des Anmelders erfolgen. 

4. Wie funktioniert die unbare Entrichtung?

Bei der Zollanmeldung wird die unbare Entrichtung beantragt und die Einfuhrumsatzsteuer auch in diesem Fall zwar vom Zollamt festgesetzt, jedoch werden die EUSt-Beträge direkt auf das Steuerkonto des Unternehmers belastet und es geht die Zuständigkeit für die Entrichtung auf das Finanzamt über.   

5. Welche Vorteile bietet die unbare Entrichtung?

Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer können die geschuldete EUSt zum USt-Fälligkeitstermin als Vorsteuer abziehen. Es findet somit kein faktischer Geldfluss statt und es muss keine liquiditätsbelastende Vorfinanzierung der EUSt geleistet werden.Für nicht vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer ergibt sich zumindest der Vorteil der Verschiebung der Fälligkeit der EUSt-Schuld auf den normalen Umsatzsteuerfälligkeitstermin.   

6. Welche Voraussetzungen gibt es für die Inanspruchnahme der unbaren Entrichtung?

Für die direkte Verrechnung mit dem Finanzamt müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Das Unternehmen muss in Österreich zur Umsatzsteuer erfasst sein,
  • die Waren müssen für das Unternehmen eingeführt worden sein und
  • das Verfahren muss in der Zollanmeldung beantragt werden.

7. Wie erfolgt die Information über die geschuldeten EUSt-Beträge?

Die Zollverwaltung übermittelt den betroffenen Unternehmern monatlich eine Aufstellung, in der die entsprechenden geschuldeten EUSt-Beträge unter Hinweis auf die jeweiligen Einfuhrabfertigungen ersichtlich sind. Dies ermöglicht eine Aufgliederung der monatlichen Belastung der EUSt, welche auf dem Steuerkonto des Unternehmers nur gesammelt in einer Buchung erfolgt. 

8. Wann entsteht die Einfuhrumsatzsteuerschuld? 

Die Einfuhrumsatzsteuerschuld entsteht mit der Annahme der Zollanmeldung. Die EUSt ist am 15. des Kalendermonats fällig, der dem Tag der Verbuchung auf dem Steuerkonto folgt, frühestens am 15. des der Entstehung der Einfuhrumsatzsteuerschuld zweit folgenden Monats (Regelfälligkeitstag).  

9. Wann kann die EUSt als Vorsteuer abgezogen werden? 

Die EUSt kann für jenen Voranmeldungszeitraum als Vorsteuer geltend gemacht werden, der zwei Monate vor dem Monat liegt, in dem die Einfuhrumsatzsteuerschuld fällig ist. Sie wird am Fälligkeitstag wirksam. 

10. Gibt es eine Haftung des Spediteurs? 

Wie auch allgemein im Zollrecht wird der Spediteur im Falle der indirekten Vertretung Solidarschuldner für sämtliche Eingangsabgaben. Auch bei der unbaren Entrichtung der EUSt und direkter Vertretung haftet der Spediteur durch den Schuldbeitritt gem. Art. 231 Zollkodex für die mitgeteilten Beträge, wenn er sein Abgabenkonto zur Verfügung stellt. Er haftet jedoch nicht für allfällige Nacherhebungen. Ausgenommen davon sind allerdings Handlungen, die außerhalb des Rechtsrahmens erfolgen.

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