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Dienstleistungen an ausländische Unternehmer – B2B Leistungen – FAQ

Antworten auf die wichtigsten Fragen

1. Wie weist mein Auftraggeber (Leistungsempfänger) nach, dass er Unternehmer ist?

Kommt der Auftraggeber aus einem anderen EU-Land, weist er sich mit seiner Umsatzsteueridentifikationsnummer (UID-Nr.) aus. Sie als Unternehmer müssen diese UID-Nr. auf ihre Gültigkeit hin prüfen (Stufe 2, siehe hierzu auch Infoblatt "Umsatzsteuer Identifikatiosnummer“).

Kommt der Auftraggeber aus einem Drittland oder hat er keine UID-Nummer, muss er durch andere geeignete Unterlagen nachweisen, dass er Unternehmer ist. Dieser Nachweis kann beispielsweise durch Vorlage einer Unternehmerbescheinigung der ausländischen Finanzverwaltung erfolgen (ähnlich unserem U 70).

Beachte:
In der Schweiz gibt es auch eine UID Nummer, diese heißt jedoch Unternehmeridentifikationsnummer und kann über ein Schweizer Online-Portal überprüft werden. Diese überprüfte UID Nummer wird auch von der österreichischen Finanzverwaltung als Unternehmer Nachweis anerkannt.

Es sollte zusätzlich geprüft werden, ob die Dienstleistung nicht trotzdem ausschließlich für private Zwecke bezogen wird. Bei Unklarheiten muss der ausländische Auftraggeber schriftlich erklären, dass er die Leistung nicht ausschließlich für private Zwecke bezieht.

2. Warum ist die Unterscheidung Unternehmerkunde und Privatkunde so wichtig?

Seit 01.01.2010 gibt es für die Bestimmung des Ortes der Dienstleistung und damit zusammenhängend für die Fragen der Besteuerung der Dienstleistung unterschiedliche Vorschriften, je nachdem ob der Kunde eine Privatperson oder ein Unternehmer ist.

3. Was sagt die sogenannte Generalklausel aus?

Dienstleistungen an Unternehmer gelten an dem Ort als ausgeführt, von dem aus der Leistungsempfänger sein Unternehmen betreibt (Empfängerort). Wird die Dienstleistung für eine Betriebsstätte (feste Niederlassung) des Leistungsempfängers erbracht, so gilt dieser Ort als Leistungsort. Dies unabhängig davon, wo die Dienstleistung erbracht wird.

4. Gibt es neben der Generalklausel Sonderregelungen?

Für zahlreiche Dienstleistungen gibt es von der Generalklausel abweichende Sondervorschriften. Es handelt sich hierbei um:

  • Grundstücksleistungen
  • Beförderungsleistungen
  • Tätigkeitsortleistungen
  • Kurzfristige Vermietung von Beförderungsmitteln

5. Was sind Grundstücksleistungen und welche Regelungen gelten hierfür?

Sämtliche Dienstleistungen im Zusammenhang mit Grundstücken und darauf befindlichen Gebäuden, wie die Errichtung, Instandhaltung, Beseitigung und Verwertung sowie Leistungen der Grundstücksmakler und Sachverständigen, die Beherbergung in der Hotelbranche oder in Branchen mit ähnlicher Funktion, das Einräumen von Rechten zur Nutzung von Grundstücken, die Vermietung und Verpachtung sowie die Leistungen zur Vorbereitung oder zur Koordinierung von Bauleistungen gelten als Grundstücksleistungen. Diese Leistungen gelten dort als ausgeführt, wo das Grundstück gelegen ist – die Generalklausel kommt hier nicht zur Anwendung.

6. Beförderungsleistungen – was ist hier zu beachten?

Bei Beförderungsleistungen wird nunmehr zwischen Personenbeförderungsleistungen und Güterbeförderungsleistungen unterschieden. Personenbeförderungsleistungen werden dort ausgeführt, wo sie bewirkt werden. Erstreckt sich die Personenbeförderung sowohl auf das Inland, als auch auf das Ausland, so fällt nur der inländische Teil unter das österreichische Umsatzsteuergesetz. Eine Steuerbefreiung gibt es für die grenzüberschreitende Personenbeförderung mit Schiffen und Luftfahrzeugen.

Für Güterbeförderungsleistungen muss nicht mehr unterschieden werden, ob sie im Inland oder grenzüberschreitend stattfinden. Es kommt lediglich auf die Unternehmereigenschaft des Kunden an. Da es keine eigene Regelung gibt, kommt die Generalklausel, das Empfängerortprinzip, zur Anwendung.

7. Umsatzsteuer bei künstlerischen, wissenschaftlichen Tätigkeiten und Seminarleistungen an Unternehmer ?

Seit 2011 gilt für Eintrittsberechtigungen sowie damit zusammenhängende Dienstleistungen in diesem Bereich der Ort, an dem diese Veranstaltungen tatsächlich stattfinden, als Leistungsort. Betroffen sind insbesondere Eintritte zu Museen, Messen, Ausstellungen, Sportveranstaltungen, Konzerten usw.

Alle übrigen Leistungen ohne Zusammenhang mit einer Eintrittsberechtigung fallen unter die B2B-Generalklausel und werden dort ausgeführt, wo der Leistungsempfänger ansässig ist.

8. Was ist bei der kurzfristigen Vermietung von Beförderungsmitteln zu beachten?

Hier gilt der Ort der tatsächlichen Übergabe des Beförderungsmittels als Ort der Dienstleistung. Unter Beförderungsmittel sind all jene Fahrzeuge zu verstehen, die ihrer Bauart nach zur Beförderung von Personen und Gütern bestimmt sind.

Die Vermietung ist kurzfristig, wenn sie ununterbrochen nicht länger als 30 Tage, bei Wasserfahrzeugen nicht länger als 90 Tage erfolgt.

Für die langfristige Vermietung von Beförderungsmitteln gilt die Generalklausel.

9. Für welche speziellen Dienstleistungen gilt die Generalklausel?

Da es seit 2010 für einige Dienstleistungen keine explizite Regelung mehr gibt, ist die Generalklausel anzuwenden. Es handelt sich um folgende Dienstleistungen:

  • Katalogleistungen
  • Umschlag, Lagerung oder ähnliche Leistungen, die mit Beförderungsleistungen üblicherweise verbunden sind
  • Arbeiten an beweglichen körperlichen Gegenständen und Begutachtung dieser Gegenstände
  • langfristige Vermietung von Beförderungsmitteln
  • Vermittlungsleistungen
  • Güterbeförderungsleistungen

10. Worin besteht die Bedeutung des Dienstleistungsortes?

Dieser Ort gibt den Ausschlag, nach welchen Rechtsvorschriften die Dienstleistung zu versteuern ist. Liegt der Ort einer Dienstleistung im Inland, gilt österreichisches Umsatzsteuergesetz. Liegt der Ort der Dienstleistung im Ausland, sind die für das jeweilige Land geltenden Vorschriften anzuwenden.

11. Wie wird die Besteuerung durchgeführt?

Liegt der Ort der Dienstleistung im Inland, wie beispielsweise bei Tätigkeitsortleistungen oder Grundstücksleistungen, so muss dem ausländischen Unternehmer im Regelfall Umsatzsteuer (10 %, 13 %, 20 %) verrechnet werden, sofern nicht im Einzelfall eine Steuerbefreiung gilt. Die Umsätze sind in der Umsatzsteuervoranmeldung und in der Jahresumsatzsteuererklärung zu melden. Liegt der Ort der Dienstleistung im Ausland (Auslandsumsatz), findet das österreichische Umsatzsteuergesetz keine Anwendung. Es wird keine österreichische Umsatzsteuer verrechnet, die Umsätze sind weder in der UVA noch in der Jahresumsatzsteuererklärung anzugeben.

Sind diese Umsätze in einem EU Mitgliedsland steuerbar und steuerpflichtig, so ist auf der Rechnung ein Hinweis auf die Umkehr der Steuerschuld – Reverse Charge- anzubringen. Der ausländische Leistungsempfänger ist für die Versteuerung selbst zuständig, er hat auch den Vorsteuerabzug geltend zu machen; zur Zusammenfassenden Meldung - siehe 13.)

Im Drittland (außerhalb der EU) steuerpflichtige Umsätze richten sich nach den dortigen steuerrechtlichen Vorschriften des jeweiligen Landes. In diesem Fall stehen für Auskünfte die Außenwirtschafts Center der Wirtschaftskammern zur Verfügung.

12. Wie ist die Besteuerung durchzuführen, wenn Sie Empfänger einer Dienstleistung sind?

Sind Sie als Unternehmer Empfänger einer von einem ausländischen Leistungserbringer erbrachten Dienstleistung, die am Empfängerort in Österreich zu versteuern ist, so müssen Sie diese Umsätze in der Umsatzsteuervoranmeldung anführen und die Umsatzsteuer selbst berechnen; Sie können allerdings gleichzeitig den Vorsteuerabzug geltend machen, wenn Sie Vorsteuerabzugsberechtigt sind.

Dies hat unabhängig davon zu erfolgen, ob der ausländische Leistungserbringer auf seiner Rechnung auf die Umkehr der Steuerschuld - Reverse Charge - hinweist oder nicht. Ein eigenes Infoblatt erläutert die Handhabung dieser Regelung.

13. Sind Dienstleitungsumsätze in der Zusammenfassenden Meldung meldepflichtig? 

Werden unter die Generallklausel fallende Dienstleistungen an einen ausländischen Unternehmer erbracht, die am Empfängerort in einem anderen EU-Mitgliedsstaat steuerbar sind, so hat zwar der Leistungsempfänger im Rahmen der Umkehr der Steuerschuld diese Dienstleistungen selbst zu versteuern, der Leistungserbringer ist jedoch verpflichtet diesen Dienstleistungsumsatz seit dem Meldezeitraum Jänner 2010 in seiner Zusammenfassenden Meldung der Finanzverwaltung zu melden. Dies bedeutet, dass die Zusammenfassende Meldung nunmehr nicht nur innergemeinschaftliche Lieferungen und Dreiecksgeschäfte sondern auch Dienstleistungen an ausländische Unternehmerkunden erfasst.

Der Bezieher einer von einem ausländischen Unternehmer erbrachten Dienstleistung, die in Österreich als Empfängerort steuerbar und steuerpflichtig ist, muss diese Dienstleistung in der Umsatzsteuervoranmeldung und in der Jahresumsatzsteuererklärung wie oben beschrieben melden.

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