th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail LinkedIn Google-plus Facebook Whatsapp Flickr Youtube Instagram Pinterest Skype Vimeo Snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Die Behaltefrist bei der Übertragung stiller Reserven

Steuerliche Bestimmungen

Natürliche Personen haben die Möglichkeit die anlässlich der Veräußerung von Anlagevermögen aufgedeckten stillen Reserven (Buchgewinne) von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des im Wirtschaftsjahr der Veräußerung angeschafften oder hergestellten Anlagevermögens absetzen.

Die Übertragung ist in § 12 Abs 3 Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt. Eine Übertragung kommt nur in Betracht, wenn das veräußerte Wirtschaftsgut im Zeitpunkt der Veräußerung mindestens 7 Jahre zum Anlagevermögen dieses Betriebes gehört hat. Weitere Einschränkungen sind nach der Art der beteiligten Wirtschaftsgüter zu beachten. Eine Übertragung ist nur zulässig auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von

  1. körperlichen Wirtschaftsgütern, wenn auch die stillen Reserven aus der Veräußerung von körperlichen Wirtschaftsgütern stammen,
  2. unkörperlichen Wirtschaftsgütern, wenn auch die stillen Reserven aus der Veräußerung von unkörperlichen Wirtschaftsgütern stammen.

Werden im Jahr der Veräußerung eines Wirtschaftsgutes keine neuen Anlagegüter angeschafft, auf die eine Übertragung erfolgen kann, ist es möglich stille Reserven im Jahr der Aufdeckung einer steuerfreien Rücklage zuzuführen (Übertragungsrücklage, § 12 Abs 8 EStG).

Das Bundesfinanzgericht (BFG vom 18.1.2019, RV/2100030/2019) hat vor kurzem klargestellt, dass auch im Falle eines Betriebsüberganges unter Beibehaltung der Buchwerte des übertragenen Betriebes die 7-jährige Behaltefrist für die übertragenen Wirtschaftsgüter beim Rechtsnachfolger neu zu laufen beginnt. Insbesondere bei einer Personengesellschaft ist laut BFG zu beachten, dass die beteiligten natürlichen Personen von der Übertragung stiller Reserven (Übertragungsrücklage) begünstigt sein sollen und nicht die Gesellschaft selbst.

Erfolgt zB eine unentgeltliche Betriebsübertragung im Zusammenhang mit einer Mitunternehmerschaft in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, werden zwar die steuerlichen Buchwerte fortgeführt, die Betriebsübertragung erfolgt aber nur im Wege der Einzelrechtsnachfolge mittels der im Zivilrecht vorgesehenen Übertragungsakte.

Für die Übertragungsmöglichkeit nicht entscheidend ist daher die Betriebsidentität, sondern vielmehr, ob das Wirtschaftsgut durch diese Zeit demselben Steuerpflichtigen gehört hat. Die Frist von 7 Jahren soll lt BFG sicherstellen, dass die beim Steuerpflichtigen (und nur bei ihm) über einen längeren Zeitraum eingetretene Wertsteigerung begünstigt werden soll.