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Neue Abschreibemöglichkeiten - Degressive AfA

Informationen und Beispiele für Unternehmen

Im Rahmen des Konjunktursteuergesetzes kam es zu Änderungen bei der Abschreibung (AfA). Als Alternative zur linearen AfA wird die degressive Abschreibung eingeführt und bei Gebäuden kommt es zu einer beschleunigten Abschreibung.


Degressive steuerliche Abschreibung

Für Investitionen ab 1.7.2020 kann alternativ zur linearen AfA eine degressive AfA in der Höhe von 30 % geltend gemacht werden. Dieser Prozentsatz ist auf den jeweiligen Buchwert (Restbuchwert) anzuwenden.

Für folgende Wirtschaftsgüter ist die degressive Abschreibung ausgeschlossen:  

  1. Wirtschaftsgüter, für die eine Sonderform der Absetzung für Abnutzung vorgesehen ist (das sind insbesondere Gebäude, Kraftfahrzeuge und der Firmenwert), für Kraftfahrzeuge mit einem CO2-Emissionswert von 0 Gramm pro Kilometer ist sie aber ausdrücklich möglich.
  2. unkörperliche Wirtschaftsgüter,
  3. gebrauchte Wirtschaftsgüter,
  4. Anlagen, die der Förderung, dem Transport oder der Speicherung fossiler Energieträger dienen sowie Anlagen, die fossile Energieträger direkt nutzen.
  5. Das sind:
    • Energieerzeugungsanlagen, sofern diese mit fossiler Energie betrieben werden,
    • Tank- und Zapfanlagen für Treib- und Schmierstoffe sowie Brennstofftanks, wenn diese der energetischen Nutzung fossiler Kraft- und Brennstoffe dienen,
    • Luftfahrzeuge. 

Der Unternehmer kann im Wirtschaftsjahr, in dem die AfA erstmalig zu berücksichtigen ist, wählen, ob die lineare oder die degressive AfA zur Anwendung kommen soll. Entscheidet man sich für die degressive AfA, kann der AfA-Satz innerhalb eines Höchstausmaßes von 30% frei gewählt werden; dieser Satz ist sodann unverändert fortzuführen. Anzuwenden ist der AfA-Satz auf den jeweiligen Buchwert (Restbuchwert). Auch bei Vornahme einer degressiven AfA bleibt die Halbjahresabschreibungsregelung aufrecht. 

Wurde mit der Abschreibung nach der degressiven Abschreibungsmethode begonnen, ist man grundsätzlich in den Folgejahren daran gebunden, allerdings ist ein Wechsel zur linearen Abschreibungsmethode zulässig. Nicht zulässig ist hingegen der umgekehrte Wechsel von der linearen zur degressiven Abschreibung. Für unterschiedliche Wirtschaftsgüter können unterschiedliche Abschreibungsmethoden gewählt werden. 

Entscheidet man sich für einen Wechsel von der degressiven zur linearen AfA, wird im Jahr des Wechsels der Restbuchwert durch die Zahl der noch verbleibenden Restnutzungsdauer dividiert, sodass sich ab dem Jahr des Wechsels gleichbleibende, lineare Abschreibungsbeträge ergeben. 

Beispiel:

Anschaffungskosten: 100.000 Euro, Anschaffung und Inbetriebnahme im Jänner 2021, betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer: 8 Jahre; Degressive Abschreibung bis 2025; 2026 erfolgt der Wechsel zur linearen Abschreibung. 

  • 2021: Degressive AfA: 100.000 x 30% = 30.000
    Restbuchwert Ende 2021: 70.000
  • 2022: Degressive AfA: 70.000 x 30%  = 21.000
    Restbuchwert Ende 2022: 49.000)
  • 2023: Degressive AfA: 49.000 x 30%  = 14.700
    Restbuchwert Ende 2023: 34.300)
  • 2024: Degressive AfA 34.300 x 30%    = 10.290
    Restbuchwert Ende 2024: 24.010)
  • 2025: Degressive AfA 24.010 x 30%     = 7.203 
    Restbuchwert Ende 2025: 16.807)
  • 2026: Wechsel zur linearen AfA: Lineare AfA ab 2026: 5.602 Restbuchwert Ende 2025 iHv 16.807 | Restnutzungsdauer 3 Jahre

Die Neuregelung soll für Wirtschaftsgüter anzuwenden sein, die nach dem 30. Juni 2020 angeschafft oder hergestellt werden. Für früher angeschaffte oder hergestellte Wirtschaftsgüter ergeben sich in Bezug auf die AfA keine Änderungen.


Beschleunigte Abschreibung bei Gebäuden

Für Gebäude, die nach dem 30. Juni 2020 angeschafft oder hergestellt worden sind, gilt eine beschleunigte Absetzung für Abnutzung (AfA). Dies gilt auch für eingelegte Gebäude, wenn diese nach dem 30. Juni 2020 im Privatvermögen angeschafft wurden und zu einem späteren Zeitpunkt ins Betriebsvermögen eingelegt werden. Im Jahr, in dem die Absetzung für Abnutzung erstmalig zu berücksichtigen ist, beträgt die AfA von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten das Dreifache des „normalerweise“ anzuwendenden Prozentsatz. (7,5 % im betrieblichen Bereich bzw. 4,5 % im außerbetrieblichen Bereich), im darauffolgenden Jahr das Zweifache (5 % bzw. 3 %). Ab dem zweitfolgenden Jahr beträgt die Bemessung der AfA 2,5 % im betrieblichen Bereich. 1,5% bei der Vermietung und Verpachtung.

Beispiel:

Anschaffung eines Bürogebäudes im Jahr 2021, Anschaffungskosten: 700.000 

  • Beschleunigte AfA 2021: 700.000 x 7,5 % = 52.500
  • Beschleunigte AfA 2022: 700.000 x 5 %    = 35.000
  • AfA ab 2023: 700.000 x 2,5 %                      = 17.500

Die Halbjahresabschreibungsregelung ist nicht anzuwenden, sodass auch bei Anschaffung, Herstellung oder Einlage im zweiten Halbjahr der volle Jahres-AfA-Betrag aufwandswirksam wird.