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Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG): Grenze auf 800 Euro erhöht

Gilt seit 1.1.2020

Am 7. Juli 2020 wurde vom Nationalrat das Konjunkturstärkungsgesetz 2020 beschlossen. Die neuen abgabenrechtlichen Maßnahmen sollen Unternehmen helfen gestärkt aus der COVID-19 bedingten Krise zu kommen. Darin enthalten sind auch die schon lang geforderte Einführung einer degressiven Abschreibung und Verbesserungen bei der Gebäudeabschreibung. Diese Änderungen sind im Artikel "Neue Abschreibemöglichkeiten" zusammengefasst.

Nicht übersehen werden sollte, dass im Zuge des Steuerreformgesetzes 2020 (StRefG 2020), noch vor Corona, bereits die Erhöhung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) von 400 € auf 800 € ab 1.1.2020 beschlossen wurde.

Bei Anschaffungen von Wirtschaftsgütern ist grundsätzlich eine Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgesehen. Eine Ausnahme davon bilden die geringwertigen Wirtschaftsgüter.

Diese können im Jahr der Anschaffung sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Diese sofortige Abschreibung wurde für Anschaffungen ab 1.1.2020 von 400 € auf 800 € erhöht. Durch die Neuregelung erfolgt daher eine Verdoppelung des Betrages der im Übrigen seit 1982 nicht valorisiert wurde.  

Die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern ist weiterhin ein Wahlrecht und kann je nach Bedarf ausgeübt werden. Dadurch bestehen Gestaltungsmöglichkeiten für Unternehmer, um die geringste Steuerbelastung durch optimale Abschreibungsmodalitäten zu erreichen. Der sogenannte Progressionseffekt der Einkommensteuer ist hier zu beachten. In den niedrigeren Einkommensstufen steigt der Durchschnittssteuersatz relativ schnell an.

  • In gewinnstarken Jahren wird die Sofortabschreibung daher sinnvoll sein, um den Durchschnittssteuersatz entsprechend senken zu können.
  • Andererseits kann bei konstanten steuerlichen Gewinnen auch eine Verteilung des steuerlichen Aufwandes über die Nutzungsdauer Vorteile bringen, um Sprünge in den Durchschnittssteuersätzen zu vermeiden.

Wird die steuerliche Sofortabschreibung nicht in Anspruch genommen, kommt es zur Verteilung der Betriebsausgaben und somit auch zur Verteilung der Steuerentlastung auf mehrere Jahre. Eine echte Steuerentlastung wird durch die GWG-Reglung daher nicht generiert, die Steuerentlastung aber in das Anschaffungsjahr vorgezogen.

Es kommt dadurch auch zur Senkung der Verwaltungslasten (Sachanlagen wie Laptops, Smartphones, Druckers, von Software(-lizenzen) oder anderer Büroausstattung die über 400 € aber unter 800 € kosten, müssen daher nicht mehr zwingend mit der korrekten Abschreibungsdauer im Anlageverzeichnis erfasst werden).