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Im Nebenberuf Unternehmer

Was ist zu beachten?

Viele neue Unternehmer (insbesondere Ein-Personen-Unternehmen) haben zumindest in der Startphase auch Einkünfte aus unselbstständiger Tätigkeit.

Steuerklärungspflicht (Einkommensteuer) 

Beträgt das gesamte Jahreseinkommen, in dem lohnsteuerpflichtige Einkünfte enthalten sind, mehr als 12.000 EUR und übersteigen die nicht lohnsteuerpflichtigen Einkünfte den Betrag von 730 EUR (Veranlagungsfreibetrag), so besteht eine Erklärungspflicht. In Bezug auf Kapitaleinkünfte sowie Einkünfte aus privaten Grundstücksveräußerungen bestehen hin­sichtlich des Veranlagungsfreibetrages Sonderregelungen.

Das Finanzamt hat jederzeit die Möglichkeit die Abgabe einer Steuererklärung zu ver­langen.

Nicht nur bei der Erklärungspflicht, sondern vor allem bei der Ermittlung des Einkommen Steuertarifes, werden alle Einkunftsarten, sowohl aus unselbstständigen als auch betrieb­lichen Tätigkeiten zusammengerechnet. Der Grenzbetrag für die Einkommensteuerfreiheit von 11.000 EUR kommt nur einmal für das Gesamteinkommen zur Anwendung. Steuer­pflicht tritt ein, wenn neben den lohnsteuerpflichtigen Einkünften andere Einkünfte in Höhe von mehr als 730 EUR erzielt werden.

Für den Unternehmer im Nebenberuf bedeutet dies, dass je nach Höhe des Einkommens aus der unselbstständigen Tätigkeit jeglicher Gewinn aus der unternehmerischen Tätigkeit mit dem jeweiligen Grenzsteuersatz zu versteuern ist. 

Liebhaberei

Besonders zu beachten ist auch, dass es gerade bei nebenberuflicher gewerblicher Tätigkeit auch darauf ankommt, dass die Absicht des Steuerpflichtigen besteht, einen Gesamtgewinn mit dieser Tätigkeit zu erzielen. Dieser Maßstab wird vor allem bei nebenberuflicher gewerblicher Tätigkeit in Einzelfällen dazu führen, dass die Gewinn­erzielungsabsicht dieser Tätigkeit von der Finanzverwaltung genau geprüft wird. 

Ausbildung

Ausbildungs- und Fortbildungskosten zur Erlangung einer neuen Einkunftsquelle können auch schon vor der eigentlichen Eröffnung des Betriebes Werbungskosten darstellen. Solche Kosten sind bei der Arbeitnehmerveranlagung in jenem Jahr zu berücksichtigen, in dem sie anfallen. Allerdings werden hier oftmals Nachweise verlangt, um feststellen zu können, ob die getätigten Aufwendungen aus Sicht des zu veranlagenden Jahres tatsächlich zu einer neuen/ zusätzlichen Einkunftsquelle werden können. 

Umsatzsteuer (Kleinunternehmer) 

Werden bei der unternehmerischen Tätigkeit nur Umsätze bis zu 35.000 EUR im Kalenderjahr erzielt, so ist der Unternehmer umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer unecht steuerbefreit. Es ist keine Umsatzsteuer auf den Ausgangsrechnungen des Unternehmers auszuweisen und auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Allerdings besteht auch kein Recht auf Vorsteuerabzug. Es kann jedoch auf die Regel­besteuerung optiert werden.  

Anmeldung des Unternehmens

Nach der Gewerbeanmeldung bzw. der Aufnahme der betrieblichen Tätigkeit hat der Gründer die Betriebseröffnung auch dem Finanzamt zu melden. Dazu ist bei Einzelunter­nehmen ein Fragebogen für natürliche Personen (Verf 24) auszufüllen.

Eine bereits bestehende Steuernummer beim Finanzamt – diese wurde in der Regel bereits erteilt, auch wenn lediglich Arbeitnehmerveranlagungen durchgeführt wurden – bleibt weiterhin bestehen. Sie muss auch im Fragebogen als solche angeführt werden. 

Weitere Steuerinformationen für Betriebsgründer finden Sie in der Broschüre Steuerin­formation für Betriebsgründer. Hier werden neben der Frage der Anmeldung beim Finanz­amt, die Einkunftsarten, die diversen Arten der Gewinnermittlung, Grundfragen der Ein­kommensteuer und des Steuertarifes, Fragen der Einnahmen- und Ausgabenrechnung, der Umsatzsteuer sowie die für viele Unternehmer sehr bedeutenden Fragen, was Betriebs­einnahmen und Betriebsausgaben sind, behandelt. 

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