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Erbringung elektronischer Dienstleistungen an Privatkunden – B2C

Überblick über die Sonderregelungen und aktuelle Neuerungen ab 1.1.2019

Für die Verrechnung elektronischer Dienstleistungen bei der Erbringung an Private innerhalb der Europäischen gibt es Sonderregelungen, gegenüber der Verrechnung jener Dienstleistungen, die nicht auf elektronischem Weg erbracht werden.

Die Leistungsortregeln für elektronisch erbrachte sonstige Leistungen, Telekommunikations- Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen an Nichtunternehmer sind seit 1.1.2015 gültig. Diese Dienstleistungen sind nunmehr in jenem Land steuerbar, in dem der private Leistungsempfänger ansässig ist – somit gilt auch hier das Empfängerort Prinzip, das auch bei B2B Dienstleistungen als Generalklausel zur Anwendung kommt.

Kauft eine Privatperson in Deutschland beispielsweise Leistungen per Download, wie zB Apps, Filme, Bücher, Musik Spiele, Software von einem Unternehmer in Österreich, so unterliegen diese Leistungen nicht mehr der österreichischen, sondern der deutschen Umsatzsteuer.

Der österreichische Unternehmer muss sich im jeweiligen Mitgliedsstaat seiner Privatkunden umsatzsteuerlich registrieren lassen und dort Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben und die Steuer abführen. Meldezeitraum ist jeweils das Kalendervierteljahr zum 20. des auf das Kalendervierteljahr folgenden Monat, so zB der 20. April für das erste Quartal des Jahres. Zu diesem Zeitpunkt ist auch die Bezahlung der Steuer fällig. 

Mini One Stop Shop (MOSS) erspart Registrierung in anderen Mitgliedsstaaten 

Um sich nicht in allen 27 Mitgliedsstaaten registrieren zu müssen, gibt es eine Vereinfachungsmöglichkeit: MOSS – Mini One Stop Shop.

Der MOSS bietet die Möglichkeit, dass sich das österreichische Unternehmen nur in Österreich über Finanz online registrieren lässt, dort die Steuererklärungen abgibt und die jeweiligen Steuern auch in Österreich an die Finanzverwaltung überweist. Diese leitet dann die Steuerklärungen und die Steuerbeträge an den jeweiligen Mitgliedstaat weiter.

Rechtzeitige Registrierung notwendig

Um in den Genuss der Vereinfachungsregel zu kommen, ist es notwendig, sich rechtzeitig registrieren zu lassen.

Wird die Registrierung vorgenommen, so kann die Erleichterung im Regelfall erst mit dem ersten Tag, des auf die Antragsabgabe folgenden Kalendervierteljahres in Anspruch genommen werden. Erfolgt die Antragsstellung zB am 10. Jänner, so ist der Beginn der Inanspruchnahme das 2. Quartal ab 1. April. Die Erleichterung kann aber auch schon ab dem ersten Tag der Leistungserbringung in Anspruch genommen werden, wenn der Antrag spätestens am 10. Tag des nach der Leistungserbringung folgenden Monats erfolgt, zB Leistungserbringung am 15. Mai, Antragstellung am 10. Juni – somit Beginn 15. Mai.  

Vereinfachungen ab 1.1.2019 für Jahresumsätze bis zu € 10.000,- 

Mit Jahresbeginn 2019 treten Vereinfachungen für jene Unternehmer in Kraft, deren Umsatz für diese Leistungen im laufenden und im vergangenen Jahr den Gesamtbetrag von jeweils € 10.000,- nicht überschreiten bzw. überschritten hat. Diese Umsätze sind dann am Unternehmerort und nicht am Empfängerort steuerbar. Bei Vorliegen aller übrigen Voraussetzungen kann auch die Kleinunternehmer Regelung in Anspruch genommen werden.

Der leistende Unternehmer kann auf diese Erleichterung allerdings freiwillig verzichten. Er ist dann zwei Kalenderjahre an diesen Verzicht gebunden.