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Neuerungen bei der Pauschalierung für Kleinunternehmer

Nutzung der Regelung noch einfacher

Seit der Veranlagung 2020 steht eine für Kleinunternehmen maßgeschneiderte Pauschalierungsmöglichkeit zur Verfügung. Die Einführung basierte auf einem von der WKO entwickelten Modell. Durch das COVID 19 Steuermaßnahmengesetz erfolgte eine Harmonisierung mit der Kleinunternehmerregelung in der Umsatzsteuer.

Ab der Veranlagung 2021 ist die Nutzung der Kleinunternehmerpauschalierung damit noch einfacher. 

  • Immer dann, wenn die umsatzsteuerrechtliche Kleinunternehmerregelung (§ 6 Abs 1 Z 27 UStG) anwendbar ist, dh bis zu einer Umsatzhöhe von 35.000 EUR, kann die Kleinunternehmerpauschalierung für die Gewinnermittlung herangezogen werden. Da es sich bei den 35.000 EUR um eine Nettogröße handelt, ist es möglich die Grenze analog zur Kleinunternehmergrenze im UStG um die Umsatzsteuer zu erhöhen (bis zu 42.000 EUR). Die bisherige Regelung, bei der auch Auslandsumsätze zu berücksichtigen waren, war diesbezüglich unklar. 
  • Auch die Regelung für ein einmaliges Überschreiten der Grenze bis zu 15 % innerhalb von 5 Jahren gilt nunmehr sowohl für die Einkommens- als auch für die Umsatzsteuer gleich. Die eigenständige Toleranzregelung im Einkommensteuergesetz (Überschreiten bis 40.000 EUR) ist dann nicht mehr anzuwenden. 
  • Die Pauschalierung in der Einkommensteuer ist unabhängig davon anwendbar, ob in der Umsatzsteuer die Kleinunternehmerregelung tatsächlich in Anspruch genommen oder darauf verzichtet wird, obwohl die Voraussetzungen vorliegen. 

Da die Pauschalierung nur auf selbstständige und gewerbliche Einkünfte anwendbar ist, sind bei der Gewinnermittlung außerbetriebliche Einkünfte, wie zB aus Vermietung und Verpachtung, wie auch schon bisher nicht in die Grenze und die pauschale Gewinnermittlung einzubeziehen. 

Der Gewinn wird im Rahmen der Kleinunternehmerpauschalierung aus der Differenz aus den Betriebseinnahmen und den pauschal ermittelten Betriebsausgaben ermittelt. Das Betriebsausgabenpauschale beträgt 45 % der Betriebseinnahmen, für Dienstleistungsbetriebe 20 % (ohne allenfalls ausgewiesene Umsatzsteuer). Die Höhe des Pauschales ist mit 18.900 EUR, bei Dienstleistungsbetrieben mit höchstens 8.400 EUR beschränkt (das entspricht 45 % bzw 20 % von 42.000 EUR). Die Einordnung wann ein Dienstleistungsbetrieb vorliegt, ist anhand der Dienstleistungsbetriebe-Verordnung des Finanzministers vorzunehmen die Ende 2020 veröffentlicht wurde. Bei Mischbetrieben ist für die Festlegung des Prozentsatzes jene Tätigkeit ausschlaggebend, aus der die höheren Einnahmen stammen.

Zusätzlich zur Pauschale werden die Sozialversicherungsbeiträge und der Grundfreibetrag des Gewinnfreibetrages gewinnmindernd berücksichtigt. Reisekosten und Fahrtkosten, soweit ihnen ein Kostenersatz in gleicher Höhe gegenübersteht, werden wie in der Basispauschalierung, als Durchläufer behandelt. 

Die Verwaltungsvereinfachung aus der Kleinunternehmerpauschalierung zeigt sich unterjährig als auch bei der Abgabe der Steuererklärung: 

Zum einen besteht bei Inanspruchnahme der Pauschalierung keine steuerliche Verpflichtung die Ausgaben nachzuweisen, unterjährig ein Wareneingangsbuch und eine Anlagenkartei zu führen.  

Zum anderen kann sich die Einkommensteuererklärung eines Jahres, auf die Angaben der Branche, des Umsatzes und der Sozialversicherungsbeiträge beschränken (wenn keine weiteren relevanten Tatsachen vorliegen wie zB Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung). Wird auch die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen, kann die Veranlagung durch das Finanzamt ohne darüber hinausgehende Angaben erfolgen, da der Grundfreibetrag wie schon bisher automatisch durch das Finanzamt berücksichtigt wird (mittelfristig sollen auch die geleisteten Sozialversicherungsbeiträge eines Jahres direkt von der Sozialversicherung an das Finanzamt gemeldet werden und damit ohne Meldung in die Veranlagung einfließen).  

Es besteht keine Verpflichtung zur Inanspruchnahme der neuen Pauschalierung. Es steht dem Kleinunternehmen weiterhin frei, den Gewinn mittels einer vollständigen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder einer anderen Pauschalierungsmethode zu ermitteln (Basispauschalierung, Branchenpauschalierungen).  

Bei einem Wechsel von der Gewinnermittlung mittels Kleinunternehmerpauschalierung zu einer anderen Form der Gewinnermittlung, ist aber zu beachten, dass eine neuerliche Inanspruchnahme der Kleinunternehmerpauschalierung erst nach Ablauf von 3 Wirtschaftsjahren zulässig ist. 

Inwieweit sich diese Art der Gewinnermittlung für den konkreten Betrieb auch steueroptimal auswirkt, ist - wie auch bei allen Pauschalierungen - an Hand einer Vergleichsrechnung für das konkrete Unternehmen festzustellen. Ist der pauschale Betriebsausgabenabzug mit 45 % möglich, wird die Kleinunternehmerpauschalierung in aber vielen Fällen auch steuerlich günstig sein, wie das folgende Beispiel zeigt:

Beispiel in EUR
KU-
Pauschalierung
Basis-PauschalierungEAR
Umsatz 30.00030.0030.000
Betriebsausgabenpauschale (45 % für die KU und 12 % für die Basispauschalierung)-13.500-3.6000
Waren, Hilfsstoffe (Annahme) -3.000-3.000
Abschreibungen (Annahme)  -1.000
SV-Beiträge (vereinfachend Gewinn ohne SV x 26,83 % + UV)-4.550-6.280-7.000
Gewinn11.95017.12019.000
Gewinnfreibetrag (13 %)*-1.554-2.226-2.470
Bemessungs-Grundlage ESt10.39614.89416.530
Einkommensteuer**07791.106

* Der Gewinnfreibetrag wurde auf Initiative der WKO ab der Veranlagung 2010 eingeführt. Der Grundfreibetrag von 13 % steht bis zu einem Gewinn von 30.000 EUR ohne weitere Nachweise zu. In den Verhandlungen zum Regierungsprogramm konnte erreicht werden, dass ab 2022 eine Erhöhung auf 100.000 EUR vorgesehen wurde.

** Zur steuerlichen Entlastung der erwerbstätigen Bevölkerung wurde die Einkommensteuer rückwirkend ab 1.1.2020 gesenkt. Davon profitieren alle Selbstständigen, deren steuerpflichtiges Jahreseinkommen höher als 11.000 EUR ist. Vorgesehen war die Senkung im Regierungsprogramm erst ein Jahr später, also mit 1. Jänner 2021. Erfolgreich im Regierungsprogramm verankert werden konnte auch die Senkung der zweiten und dritten Tarifstufe, voraussichtlich ab 2022.