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Das neue Kontrolljahressechstel

Aufrollung des Jahressechstels seit 1.1.2020

Seit dem 1.1.2020 muss der Arbeitgeber eine Kontrollberechnung mit der Auszahlung des letzten laufenden Bezuges im Kalenderjahr vornehmen, um so die Deckelung der begünstigt ausbezahlten sonstigen Bezüge zu überprüfen (Kontrollsechstel) und eine etwaige Nachversteuerung durchführen.

In einem Kalenderjahr darf maximal ein Sechstel der im Kalenderjahr zugeflossenen laufenden Bezüge als sonstige Bezüge begünstigt besteuert werden (ausgenommen sind Fälle von Elternkarenz, Mutterschutz und Papamonat).

Für sonstige Bezüge innerhalb des Jahressechstels beträgt die Lohnsteuer nach Abzug der SV-Beiträge: 

für die ersten € 6200%
für die nächsten € 24.3806%
für die nächsten € 25.00027%
für die nächsten € 33.33335,75%
darübernach Tarif

Grund für die Gesetzesänderung war eine Gestaltungsmöglichkeit, welche zu einer Jahressechsteloptimierung führte. Dazu wurde ein Großteil der Bezüge in das erste Halbjahr verlagert (laufende Bezüge, Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration, laufende Prämien). Durch die zeitliche Verlagerung von Bezügen konnte ein Steuervorteil generiert werden, denn es kam bisher selbst bei einer Veranlagung nicht zu einer Neuberechnung des Jahressechstels. D.h. es ergab sich ein höheres Jahressechstel und damit konnten höhere sonstige Bezüge, als das bekannte 13. und 14. Monatsgehalt, begünstigt besteuert werden. Allerdings hat diese Gesetzesänderung nicht nur die steuerliche Gestaltung verhindert, sondern hat auch massive Auswirkungen auf Abrechnungen bei z.B. unterjährigen Austritten, Krankenständen usw. 

An Hand eines Beispiels soll gezeigt werden, welche Auswirkungen die neue Kontrollberechnung hat, z.B. bei einem unterjährigen Austritt im November. 

 Lfd. EntgeltUrlaubs- und WeihnachtsgeldBrutto lfd.JahressechstelVerbrauch Jahressechstel
Jänner2000 20004.000 
Februar2000 20004.000 
März2000 20004.000 
April2000 20004.000 
Mai2000 20004.000 
Juni20002.00020004.0002000
Juli2000 20004.0002000
August2000 20004.0002000
September2000 20004.0002000
Oktober2000 20004.0002000
November20001833,3320004.0003833,33
Dezember     
   22.000  

Mit dem Austritt des Mitarbeiters im November ist ein Kontrolljahressechstel zu berechnen. Es erfolgt bei der Berechnung des Kontrolljahressechstels keine Hochrechnung der laufenden Bezüge auf ein Kalenderjahr. Anders ist dies bei der Berechnung des regulären Jahressechstels.

Berechnung: im Kalenderjahr zugeflossene lfd. Bezüge x 2/Anzahl der abgelaufenen Kalendermonate (seit Jahresbeginn)

Das Kontrolljahressechstel im November (hier erfolgt der Austritt), wird wie folgt berechnet: im Kalenderjahr zugeflossene laufende Bezüge/6 à EUR 22.000/6= EUR 3.666,67

Vor Durchführung der Kontrollrechnung würden EUR 3.833,33 sonstige Bezüge begünstigt besteuert werden. Durch das neue Kontrolljahressechstel ergibt sich ein Überhang von EUR 166,67 (=3.833,33-3.666,67). Dieser Betrag ist im Austrittsmonat (November) im Rahmen der Endabrechnung des ausscheidenden Mitarbeiters zum laufenden Tarif zu versteuern.