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Pauschalierungen im Steuerrecht

Bringen diese Möglichkeiten für Ihr Unternehmen Vorteile?

Gerade jetzt, bei der Erstellung der Steuererklärungen für das Jahr 2020, sollte vor allem von Einzelunternehmen geprüft werden, ob die Anwendung einer Pauschalierung bei der Gewinnermittlung bzw. der Berechnung der Vorsteuern vorteilhaft ist.

Pauschalierung für Kleinunternehmer

Neben der im Umsatz- und Einkommensteuergesetz enthaltenen so genannten „Basispauschalierung“ gibt es für bestimmte Branchen auch in Verordnungen geregelte Pauschalierungen. Erstmals bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2020 steht eine mit dem Steuerreformgesetz 2020 beschlossene Pauschalierung für Kleinunternehmer zur Verfügung.
Details zur Pauschalierung für Kleinunternehmer

Ob sich Vorteile für Unternehmer ergeben (einfachere Aufzeichnungen, Ersparnis von Steuerberatungskosten etc.), vor allem aber eine eventuell geringere Steuerbelastung, kann nur durch eine Vergleichsrechnung z.B. anhand der Zahlen aus den Vorjahren ermittelt werden. Bei Anwendung der Pauschalierung brauchen für die pauschal ermittelten Beträge keine Belege gesammelt und aufbewahrt werden. Die Einnahmen müssen aber immer exakt ermittelt und nachgewiesen werden.

Basispauschalierung

Die „Basispauschalierung“ kann von Unternehmen aller Branchen gewählt werden. Dabei werden die Betriebsausgaben mit 12 % (für bestimmte Tätigkeiten wie kaufmännische oder technische Beratung, Konsulent oder Geschäftsführer mit 6 %) pauschal ermittelt. Daneben sind nur mehr wenige Ausgaben in tatsächlicher Höhe absetzbar wie Wareneinkauf, Löhne und GSVG-Beiträge. Neu ist, dass ab 2019 bei unecht umsatzsteuerbefreiten Unternehmern (z.B. Kleinunternehmer) und Nichtunternehmern die auf abpauschalierte Betriebsausgaben entfallende − einkommensteuerlich abzugsfähige − Umsatzsteuer nicht mehr in Höhe des rechnerisch ermittelten Vorsteuerpauschales berücksichtigt werden darf. 
Details zur Basispauschalierung

Pauschalierung für nichtbuchführende Gewerbetreibende

Eine vielfach wenig bekannte Möglichkeit ist die „Pauschalierung für nichtbuchführende Gewerbetreibende“. Nach dieser Verordnung aus dem Jahr 1989 können Unternehmer der 54 angeführten Gewerbezweige (von Bandagisten bis Zahntechniker) die Ausgaben mit nach Branchen unterschiedlich hohen Prozentsätzen von 5,2 % bis 20,7 % pauschal berechnen. Zusätzlich sind noch einige Betriebsausgaben mehr als bei der Basispauschalierung absetzbar. Diese sind laut Belegen in tatsächlicher Höhe anzusetzen und nachzuweisen. Da die Führung einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung kein Ausschließungsgrund mehr ist, sollte man die Vorteilhaftigkeit dieser Pauschalierung kurz prüfen.
Details zur Pauschalierung für nichtbuchführende Gewerbetreibende

Betriebsausgaben- und Vorsteuerpauschalierung für Handelsvertreter

Für Handelsvertreter und bei Ausübung einer ähnlichen Vertretungstätigkeit etwa als Bausparkassenvertreter, Finanzdienstleister, Vermögensberater, Versicherungsagent oder Versicherungsmakler sowie Warenpräsentator können bestimmte Aufwendungen pauschal mit 12 % des Provisionsumsatzes (maximal 5.825 EUR) ermittelt und die restlichen Ausgaben laut Beleg abgesetzt werden.
Details zur Betriebsausgaben- und Vorsteuerpauschalierung für Handelsvertreter

Pauschalierung im Gastgewerbe

Bei der Gastgewerbepauschalierung können bestimmte Ausgaben nach einem Modulsystem wahlweise pauschal ermittelt werden. Das betrifft ab Veranlagung des Kalenderjahres 2020 ein Grundpauschale mit 15 % des Umsatzes im Wesentlichen für Verwaltungsaufwendungen, ein Mobilitätspauschale mit 2 %, 4 % oder 6 % (abhängig von der Einwohnerzahl der Betriebsstättengemeinde) für Verkehrsmittel und Reiseaufwand sowie ein Energie– und Raumpauschale mit 8 % des Umsatzes. Die übrigen Betriebsausgaben können in mit Belegen nachgewiesener Höhe abgesetzt werden.
Details zur Pauschalierung im Gastgewerbe


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