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BMF-Info zum Brexit

Zusammenfassung der wichtigsten Informationen für Unternehmen

Das BMF hat eine aktuelle Information zum Thema Steuern und Brexit veröffentlicht: BMF-Übersichtsseite 

Einige wichtige Punkte aus dieser Information werden hier zusammengefasst.

Doppelbesteuerungsabkommen

Die Beziehungen mit Großbritannien werden mit dem Doppelbesteuerungsabkommen geregelt, dass in Österreich seit 1. Jänner 2020 anwendbar ist. Details finden Sie auf unserer Infoseite Doppelbesteuerungsabkommen mit Großbritannien.

Ertragsteuern 

Im Bereich der Ertragsteuern ist das Vereinigte Königreich für Zeiträume nach der Übergangsperiode wie ein Drittstaat zu behandeln. Sämtliche begünstigende Bestimmungen, die nur im Verhältnis zu EU/EWR-Staaten in Anspruch genommen werden können, finden daher keine Anwendung mehr.

Sollten Unternehmen Österreich verlassen ergeben sich in Bezug auf die Wegzugsbesteuerung Änderungen für Zeiträume nach der Übergangsperiode: Im Falle eines Wegzugs kommt es zur sofortigen Besteuerung.

Für Unternehmen entfallen mit Auslaufen der Übergangsperiode auch die Vorschriften aus der Mutter-Tochter-Richtlinie, der Zins- und Lizenzgebühren-Richtlinie und der Fusionsrichtlinie im Verhältnis zu dem Vereinigten Königreich. 

Umsatzsteuer 

Ab dem 1. Jänner 2021 gilt das Vereinigte Königreich nicht mehr als Gemeinschaftsgebiet und es kommen (grundsätzlich) die umsatzsteuerlichen Bestimmungen für Drittländer zur Anwendung. Nordirland soll auch nach dem 31. Dezember 2020 in Bezug auf Warenlieferungen jedoch weiterhin als Gemeinschaftsgebiet gelten. Für Warenlieferungen nach Nordirland kommen daher weiterhin die Regelungen für EU-Mitgliedstaaten zur Anwendung. 

Ab dem Ende der Übergangsphase handelt es sich bei Warenlieferungen in und aus dem Vereinigten Königreich nicht mehr um umsatzsteuerbefreite, innergemeinschaftliche Lieferungen. Lieferungen an britische Unternehmer sind ab diesem Zeitpunkt als Ausfuhr/Export aus der EU bzw. als Einfuhr/Import in das Vereinigte Königreich zu behandeln. Exporte sind bei Vorliegen folgender Voraussetzungen umsatzsteuerfrei:

  1. die Ware wird entweder durch den Lieferanten oder den ausländischen Abnehmer ins Drittland befördert oder versendet
  2. es liegt ein Ausfuhrnachweis vor
  3. die Voraussetzungen müssen buchmäßig nachgewiesen werden 

Mehr Details: WKO.at-Infoseite Exporte in Nicht-EU-Länder 

Lieferungen nach Nordirland sind bei Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen auch weiterhin als innergemeinschaftliche Lieferungen zu behandeln. Voraussetzung ist beispielsweise die Mitteilung einer gültigen UID Nummer durch den Erwerber. Ab dem 1. Jänner 2021 gelten britische UID-Nummern nicht mehr als UID-Nummer eines Mitgliedstaates. Nordirische UID-Nummern enthalten Ländercode „XI“.

Mehr Details: WKO.at-Infoseite zu innergemeinschaftlichen Lieferungen

Dienstleistungen 

Auch bei der Erbringung von Dienstleistungen wird es Änderungen geben.

Nachdem das Vereinigte Königreich zum Drittland wird, verliert der britische Auftraggeber seine UID Nummer. Es muss durch andere geeignete Unterlagen nachgewiesen werden, dass er ein Unternehmer ist. Dieser Nachweis kann beispielsweise durch Vorlage einer Unternehmerbescheinigung der ausländischen Finanzverwaltung erfolgen.

Prinzipiell gelten Dienstleistungen an Unternehmer (B2B) an dem Ort als ausgeführt, an dem der Leistungsempfänger sein Unternehmen betreibt (Empfängerort). Für österreichische Dienstleistungen im Vereinigten Königreich ist damit britisches Umsatzsteuerrecht auschlaggebend. Dennoch ist eine umsatzsteuerliche Registrierung des österreichischen Dienstleistungserbringers in vielen Fällen nicht notwendig, da das Reverse-Charge Verfahren meistens angewendet werden kann. Damit geht die Steuerschuld auf den Dienstleistungsempfänger über. Es gibt hier aber Ausnahmen die zu beachten sind. Details dazu können Sie bei unserem Außenwirtschaftscenter London erfahren.  

Ab dem 1. Jänner 2021 kann MOSS bzw. eVAT nicht mehr für Dienstleistungen in das Vereinigte Königreich verwendet werden. Die Versteuerung im Vereinigten Königreich richtet sich nach britischem Recht. Diese Rechtsfolgen gelten auch für in Nordirland erbrachte Dienstleistungen bzw. für die Dienstleistungen nordirischer Unternehmen. 

In der BMF-Info finden Sie auch noch Übergangsbestimmungen, Informationen über Verbrauchsteuern und Zoll, sowie Informationen für Bürgerinnen und Bürger.  

Weitere umfangreiche Informationen finden Sie auf wko.at/brexit.