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Behaltezeit: befristet oder unbefristet?

Lehrlinge müssen nach Beendigung der Lehrzeit für mindestens drei Monate im Betrieb weiterarbeiten dürfen. Darauf müssen Sie bei der Gestaltung des Arbeitsverhältnisses achten.

Das Ende der Lehrzeit steht an. Jetzt müssen Lehrberechtigte entscheiden, ob der Lehrling weiterhin für den Betrieb arbeitet. Eines ist laut Berufsausbildungsgesetz fix: es gilt eine sogenannte Behaltepflicht von mindestens drei Monaten für Lehrlinge, wenn sie mehr als die Hälfte der für den Lehrberuf festgesetzten Lehrzeit beim selben Lehrberechtigten ausgebildet werden. Achtung: In vielen Kollektivverträgen wird die Behaltepflicht auf bis zu sechs Monate verlängert!

Lehrberechtigte können für die Dauer der Behaltezeit zwischen einem befristeten und unbefristeten Arbeitsverhältnis wählen.

Befristetes Arbeitsverhältnis

Ein befristetes Arbeitsverhältnis endet grundsätzlich automatisch und ohne weiteres Zutun mit Ablauf der Befristung. Es müssen keine Kündigungsfristen und -termine eingehalten werden (nach manchen Kollektivverträgen besteht eine Vorinformationspflicht). Die Auflösungsabgabe entfällt, wenn das Dienstverhältnis durch Befristung auf längstens sechs Monate endet. Wird daher für die an die Lehrzeit anschließende Behaltezeit ein befristetes Dienstverhältnis für nicht mehr als 6 Monate vereinbart, so entfällt die Pflicht zur Entrichtung der Auflösungsabgabe. Eine solche Befristungsvereinbarung für die Behaltezeit kann im Lehrvertrag selbst oder auch noch später schriftlich abgeschlossen werden.

Unbefristetes Arbeitsverhältnis
Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis kann vom Lehrberechtigten unter Einhaltung unter Einhaltung der vorgeschriebenen Kündigungsbestimmungen beendet werden. Kollektivverträge enthalten häufig Sonderbestimmungen über Kündigungsfristen und Kündigungstermine. Wird eine Kündigung bereits während der Behaltepflicht vom Lehrberechtigten ausgesprochen, muss die Behaltepflicht am letzten Tag der Kündigungsfrist abgelaufen sein und es darf kein sonstiger Kündigungsschutz wie zum Beispiel aus Mutterschaft oder Präsenzdienst vorliegen. Besteht keine Befristungsvereinbarung und wird der ausgelernte Lehrling vom Arbeitgeber zum Ende der Behaltezeit gekündigt werden, so fällt die Auflösungsabgabe im vollen Umfang an.

Einvernehmliche Lösung
Die einvernehmliche Lösung des Arbeitsverhältnisses während der Behaltepflicht ist grundsätzlich möglich und zulässig. Die einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit volljährigen Arbeitnehmern, die den Schutz des Mutterschutz- bzw. Väterkarenzgesetz genießen, muss schriftlich erfolgen. Die einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit Präsenz- und Zivil- oder Ausbildungsdienern muss ebenfalls schriftlich erfolgen, wobei für die Gültigkeit der Auflösung jedenfalls eine vorherige Rechtsbelehrung des Arbeits und Sozialgerichts oder der Arbeiterkammer notwendig ist. Die Auflösungsabgabe fällt auch im Fall der einvernehmlichen Auflösung an.

Weitere Infos dazu gibt es hier.



Rückfragen:
Lehrlingsstelle 
der WKO Steiermark
Referat Lehrlingsausbildung
T
 0316 601-545
E lehrlingsstelle@wkstmk.at