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In kleinen Schritten zurück mit der Wiedereingliederungsteilzeit

Auf Initiative der Wirtschaftskammer Österreich ist seit 1. Juli 2017 ein Modell anwendbar, das die schrittweise Wiedereingliederung eines Dienstnehmers nach langer Krankheit ermöglicht.

Wiedereingliederungsteilzeit
© Foto: panthermedia Nach längerem Krankenstand ist es nun möglich, schrittweise in den Beruf zurückzukehren.

Für Menschen, die in Beschäftigung stehen und für längere Zeit erkrankt sind, ist eine sofortige Rückkehr zur vollen Arbeitszeit oft weder sinnvoll noch möglich. Auf Initiative der WKO gibt es seit 1. Juli 2017 die Wiedereingliederungsteilzeit. Die Wiedereingliederungsteilzeit ermöglicht dem Dienstnehmer eine schrittweise Rückkehr in den Beruf. Das Modell ist sowohl für Dienstgeber als auch für Dienstnehmer freiwillig.

Voraussetzungen
• Es muss ein mindestens sechswöchiger ununterbrochener Krankenstand im selben Arbeitsverhältnis vorliegen. Das Arbeitsverhältnis muss bei Antritt der Wiedereingliederungsteilzeit mindestens drei Monate gedauert haben. Bei Saisonbetrieben muss das aktuelle Dienstverhältnis zum Zeitpunkt des Beginns der Wiedereingliederungsteilzeit mindestens zwei Monate gedauert haben.

Zusätzlich müssen innerhalb der letzten vier Jahre in Summe drei Monate Beschäftigungszeit beim selben Dienstgeber vorliegen.

• Der Dienstnehmer muss ab Beginn der Wiedereingliederungsteilzeit arbeitsfähig sein. Der Nachweis erfolgt durch eine ärztliche Bestätigung.

• Dienstgeber und Dienstnehmer müssen an einer Beratung durch fit2work teilnehmen und einen Wiedereingliederungsplan (Ablauf der Wiedereingliederung, z.B. zeitliche Ausgestaltung) erstellen. Die Beratung kann entfallen, wenn Dienstgeber, Dienstnehmer und ein Arbeitsmediziner dem Wiedereingliederungsplan zustimmen.

• Zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer ist dann eine schriftliche Vereinbarung über eine befristete Reduzierung der Arbeitszeit zu treffen. Die getroffene Vereinbarung kann höchstens zweimal im Einvernehmen zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer schriftlich geändert werden. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Wiedereingliederungsteilzeit. Es gilt ein Motivkündigungsschutz.

Arbeitszeitreduktion

Die wöchentliche Normalarbeitszeit ist um mindestens 25 Prozent und höchstens 50 Prozent herabzusetzen, wobei die wöchentliche Normalarbeitszeit mindestens zwölf Stunden betragen muss. Das gebührende Entgelt muss über der Geringfügigkeitsgrenze liegen.

Flexible Gestaltung
Eine abweichende Vereinbarung der wöchentlichen Normalarbeitszeit ist unter folgenden Bedingungen zulässig, wenn

• die Arbeitszeit während der gesamten Wiedereingliederungsteilzeit im Durchschnitt zwischen 50 Prozent und 75 Prozent der ursprünglichen wöchentlichen Normalarbeitszeit beträgt und

• das Stundenausmaß 30 Prozent der ursprünglichen wöchentlichen Normalarbeitszeit nicht unterschreitet.

Innerhalb eines Kalendermonats ist darüber hinaus eine flexible Ausgestaltung der Teilzeit möglich, wenn das vereinbarte Arbeitszeitausmaß im Durchschnitt eingehalten wird und nicht mehr als zehn Prozent über- bzw. unterschritten wird.

Wiedereingliederungsgeld

Der Dienstgeber hat das dem vereinbarten Arbeitszeitausmaß entsprechende Entgelt zu leisten. Zur teilweisen Abdeckung des Einkommensverlustes hat der Dienstnehmer Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld von der Krankenkasse. Das Wiedereingliederungsgeld ist vom Chefarzt zu genehmigen. Die Zustimmung wird nur erteilt, wenn die Wiedereingliederungsteilzeit medizinisch zweckmäßig ist. Wiedereingliederungs¬teilzeit im Durchschnitt zwischen 50 % und 75 % der ursprüng¬lichen wöchentlichen Normalarbeitszeit beträgt und

• das Stundenausmaß 30 % der ursprünglichen wöchentlichen Normalarbeitszeit nicht unterschreitet.

Innerhalb eines Kalendermonats ist darüber hinaus eine flexible Ausgestaltung der Teilzeit möglich, wenn das vereinbarte Arbeitszeitausmaß im Durchschnitt eingehalten wird und nicht mehr als 10% über- bzw. unterschritten wird.

Entlohnung
Der Arbeitgeber hat das dem vereinbarten Arbeitszeitausmaß entsprechende Entgelt zu leisten. Das Entgelt ist nach dem Ausfallsprinzip gemäß § 3 EFZG zu bemessen. Es gebührt daher ein vereinbartes Überstundenpauschale anteilig weiter.

Wird eine Vereinbarung getroffen, bei der die Arbeitszeit zunächst um mehr als 50% reduziert wird, ist das zustehende Entgelt gleichmäßig entsprechend der durchschnittlich geleisteten Arbeitszeit zu bezahlen.

Wiedereingliederungsgeld
Zur teilweisen Abdeckung des Einkommensverlustes hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld von der Krankenkasse. Das Wiedereingliederungsgeld ist vom Chefarzt zu genehmigen. Die Zustimmung wird nur erteilt, wenn die Wiedereingliederungsteilzeit medizinisch zweckmäßig ist.

Krankenstand während der Teilzeit

Das Wiedereingliederungsgeld läuft weiter, solange mehr als 50% Entgeltfortzahlung gebührt, danach gebührt es in Höhe des Krankengeldes. Es ruht jedoch in der Höhe des fortgezahlten Entgelts. Damit soll sichergestellt werden, dass der Arbeitnehmer nicht schlechter gestellt wird, als wäre keine Wiedereingliederungsteilzeit vereinbart worden.

Dauert der Krankenstand unmittelbar nach Ende der Wiedereingliederungsteilzeit fort oder tritt ein solcher unmittelbar danach ein, wird das Krankengeld auf Basis der Summe aus dem aliquoten Teilzeitentgelt und dem bezogenen Wiedereingliederungsteilzeitgeld bemessen.

Neuer Anspruch
Nach Beendigung der Wiedereingliederungsteilzeit kann ein neuerlicher Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld erst nach Ablauf von 18 Monaten entstehen (Sperrfrist).

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter 
www.gesundesarbeiten-tirol.at