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Gibt es einen Rechtsanspruch auf Home-Office?

Unter Home-Office oder Telearbeit versteht man die Verrichtung von Arbeitsleistung außerhalb der betrieblichen Räumlichkeiten des Arbeitgebers unter Verwendung von Informationstechnologien wie PC, Laptop, Telefon.

Die Frage, ob es einen Rechtsanspruch auf Home-Office oder Telearbeit gibt, tritt derzeit häufig auf. Viele Arbeitnehmer, für die es möglich ist, von zu Hause aus zu arbeiten, tun dies bereits seit einigen Wochen. Grundsätzlich muss Telearbeit/Home-Office mit dem Arbeitgeber vereinbart  werden. Die Zustimmung der jeweiligen Arbeitnehmer ist erforderlich. Dies kann zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses zugleich mit Abschluss des Dienstvertrages oder auch zu einem späteren Zeitpunkt vereinbart werden. In jedem Fall sollten dabei unbedingt auch die Form der Arbeitszeitaufzeichnungen und Berichtspflichten, die zu verrichtende Arbeit, die Aufteilung der Arbeitszeit, die organisatorische Eingliederung in den Betrieb und der jeweils zuständige Vorgesetzte mit dem Arbeitnehmer vereinbart werden. 

Notwendige Arbeitsmittel

Der Arbeitgeber ist zudem für die Bereitstellung, die Installation und die Wartung der für die Telearbeit erforderlichen Arbeitsmittel verantwortlich und hat auch dadurch anfallende Kosten (wie zum Beispiel Telefon- oder Internetkosten) zu ersetzen. Dabei können sich Arbeitgeber  vorbehalten, die zur Verfügung gestellten Betriebsmittel jederzeit auszutauschen bzw. bei Beendigung der Telearbeit wieder einzuziehen. Auch ist es möglich, dass Arbeitnehmer ihre eigenen Arbeitsmittel für die Zeit der Telearbeit nutzen. Dazu kann ein Aufwandsersatz vereinbart werden. Der Arbeitgeber ist zudem verpflichtet, für den Gesundheitsschutz und die Sicherheit am Telearbeitsplatz, die Einhaltung der Privatsphäre sowie für die Einhaltung des Datenschutzes zu sorgen. Wenn es im Unternehmen einen Betriebsrat gibt, muss der Arbeitgeber diesen von der Einführung der Telearbeit/des Home-Office verständigen. Auf Verlangen muss dieser dazu auch angehört werden. Telearbeitnehmer haben im Übrigen die gleiche arbeitsrechtliche Stellung wie alle anderen Arbeitnehmer des Betriebes. Es gelten für sie die gleichen gesetzlichen und  kollektivvertraglichen Bestimmungen und sie haben in gleicher Weise beispielsweise Anspruch auf Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Telearbeit während der Corona-Krise

Die derzeitige Coronakrise bringt mit sich, dass etliche Arbeitnehmer ihre Arbeitsleistung von zu
Hause erbringen. Insbesondere dürfen Arbeitnehmer ihre Arbeitsstätte nur dann betreten, wenn
die Arbeit nicht auch von zu Hause aus erledigt werden kann. Soweit eine Arbeitsleistung von zu
Hause aus möglich ist, muss aber auch in diesen Zeiten das Arbeiten von zu Hause aus – Telearbeit bzw. Home-Office – zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer klar vereinbart werden. Somit besteht während der Coronakrise keine einseitige Anordnungsbefugnis auf Telearbeit/Home-Office seitens des Arbeitgebers noch besteht seitens der Arbeitnehmer ein Rechtsanspruch darauf. Anderes gilt nur dann, wenn der jeweilige Arbeitsvertrag bereits eine entsprechende Verpflichtung des  Arbeitnehmers enthält, die Arbeit auch von zu Hause zu erbringen. Liegt eine entsprechende Vereinbarung vor, kann der Arbeitgeber Telearbeit/Home-Office einseitig anordnen. Arbeitgeber haben darauf zu achten, dass die Ansteckungsgefahr unter der Belegschaft möglichst niedrig gehalten wird. Arbeitsleistungen in gewissen Betrieben sind daher nach wie vor erlaubt, solange medizinische Vorsorgemaßnahmen eingehalten und beachtet werden. Befindet sich ein Arbeitnehmer bei Verdacht einer Ansteckung in einer behördlich angeordneten Quarantäne, ist er, solange er arbeitsfähig und nicht krank ist, zur Arbeitsleistung von zu Hause aus verpflichtet. Natürlich muss dabei die vereinbarte Arbeitsleistung ihrer Art nach als Telearbeit/Home-Office geeignet sein und die technische Umsetzbarkeit gegeben sein. Für Telearbeitnehmer erstreckt sich der Schutz der Unfallversicherung bis 31.12.2020 auch auf Unfälle, die sich im zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit ihrer Beschäftigung in Telearbeit/Home-Office ereignen. 


Expertentipp von Maria-Luise Lill-Eccher
Abteilung Arbeits- und Sozialrecht in der Tiroler Wirtschaftskammer

In einer Vereinbarung für Telearbeit bzw. Home-Office ist es ratsam zu anzuführen, dass Mehrarbeit und Überstunden an der außerbetrieblichen Arbeitsstätte nur vergütet werden, wenn diese auch ausdrücklich angeordnet werden. Für ausführlichere Auskünfte, spezielle
Fragen oder für die Bereitstellung einer entsprechenden Mustervereinbarung von
Telearbeit/Home-Office aufgrund der Covid-19-Maßnahmen sind die Arbeitsrechtsexperten der WK Tirol gerne für Sie da.