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Außerferner nehmen Allgäu ins Visier

Das Einzugsgebiet Reutte ist zu klein für größere Handelsketten. Spezialisierungen punkten jedoch.

Größere Handels- oder Modeketten, wie beispielsweise Obi oder H&M, sucht man im Außerfern seit jeher vergeblich. Mit ein Grund dafür ist, dass der Bezirk Reutte bzw. dessen Einzugsgebiet schlichtweg zu klein ist. Und trotzdem kommt keiner zu kurz – gepunktet wird mit Spezialisierungen.

Richtung Inntal die lästige Hürde Fernpass, im Norden die direkte Anbindung an die deutsche Autobahn A7 – kein Wunder also, dass es viele Außerferner zum Einkaufen ins Allgäu, und umgekehrt viele Allgäuer in den Bezirk Reutte zieht. Von Seiten der Wirtschaft, ist diese Situation mit Herausforderungen, aber zugleich  auch Chancen verbunden. Familiengeführte Kleinunternehmen im Grenzraum versuchen seit Jahren, dem enormen  Druck der Konkurrenz standzuhalten. Die Region ist für große Ketten viel zu klein. Für die Eröffnung von Filial– bzw. Franchise-Betrieben braucht es zumeist ein Einzugsgebiet von mindestens 50.000 Einwohnern – der ganze Bezirk Reutte zählt aber gerade einmal 32.000. Weiter verschärft wird die wirtschaftliche Lage für die vielen kleine Geschäfte durch den boomenden Internet-Handel. 

Tanktourismus spielt entscheidende Rolle
Eine wesentliche Rolle beim Einkaufsverhalten in dieser Region spielen auch die Preise an den Zapfsäulen. Nachdem sich die Treibstoffpreise in den letzten Monaten zwischen Deutschland und Österreich mehr oder weniger angeglichen haben, ist auch der Strom der Tanktouristen abgerissen. „Der Handel  im Außerfern hat in den letzten Jahren von der Preisdifferenz bei beim Sprit gegenüber dem benachbarten Allgäu stark profitiert. Unsere Grenzregion ist sehr sensibel. Bereits wenige Cent Differenz beim Tanken beeinflussen das Einkaufsverhalten enorm“, weiß der Reuttener WK-Bezirksstellenobmann Christian Strigl.

 

Mit Zusammenarbeit und Spezialisierung punkten
Wegen  der gegebenen Situation wollen die vielen Außerferner Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe vor allem durch Spezialisierung, Service und Spezialität punkten – auch mit Blick ins Allgäu. „Ein Markt von über 600.000 Menschen liegt vor unserer Haustüre, und dieser gehört bearbeitet“, betont Strigl.

Dabei wird auch auf die Zusammenarbeit mit den deutschen Nachbarn gesetzt. „Als sichtbares Zeichen für erfolgreiches Miteinander organisieren wir jedes Jahr eine grenzüberschreitende Wirtschaftsschau. Heuer war die Messe ,WIR in Füssen‘ dran.  Im nächsten Jahr steht dann wieder  die ,Außerferner Wirtschaftsmeile‘ auf dem Programm“, ergänzt WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Tirol
Bezirksstelle Reutte
Wolfgang Winkler
T 05 90 90 5-3610
E wolfgang.winkler@wktirol.at