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Betriebsgründung - Betriebsübernahme

Die häufigsten Fragen zur Neugründung bzw. Betriebsübernahme

 

1. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, wenn man eine Firma gründen will?
 
Es gibt allgemeine Voraussetzungen:
-         18 Jahre alt
-         österreichische bzw. EU-Staatsbürgerschaft
-         es darf kein Konkurs mangels Vermögens abgewiesen worden sein und der Insolvenzfall nicht mehr in der Insolvenzdatei aufscheinen sowie
-         keine strafgerichtlichen Verurteilungen mit einer drei Monate übersteigenden Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe von mehr als 180 Tagessätzen vorliegen.
Darüber hinaus verlangt die Gewerbeordnung bei reglementierten Gewerben noch den Nachweis einer Meister-, Konzessions- oder Befähigungsprüfung.
 
2. Oftmals ist es für Firmenbesitzer schwer, die Nachfolge zu regeln. Hilft die Wirtschaftskammer bei der Vermittlung von potenziellen Nachfolgern?
 
Es gibt in der Wirtschaftskammer beim Gründerservice eine Nachfolgebörse. Diese steht sowohl Unternehmern, die einen Betrieb übergeben wollen, wie auch Interessenten an einer Betriebsübernahme zur Verfügung. Man kann die Nachfolgebörse auch nutzen, wenn man anonym bleiben will.
 
3. Was muss derjenige, der die Firma abgibt, und derjenige, der eine Firma übernimmt, bei der Unternehmensübergabe beachten, z.B. aus steuerlicher, organisatorischer und bürokratischer Sicht?
 
Für den Übergeber wichtig zu beachten ist der Zeitpunkt der Übergabe, insbesondere im Hinblick auf den Pensionsantritt, aber auch auf mögliche steuerrechtliche Konsequenzen. Die verschiedensten Arten der Betriebsübergabe, wie z.B. Verkauf, Schenkung, Verpachtung, Einbringung in die Gesellschaft, etc. sind vor allem auf ihre steuerrechtlichen Auswirkungen hin zu prüfen.
Für den Unternehmer gilt es vorerst, seine persönlichen Voraussetzungen zu prüfen: Will ich überhaupt ein Unternehmer sein? Dann geht es um die Erstellung eines Business-Planes, um die Prüfung der Finanzierung, die Frage der Haftung, der Rechtsform, sowie mitunter auch um gewerbe- und anlagenrechtliche Fragen.
 
4. Welche Unterstützung bietet die Wirtschaftskammer für Jungunternehmer?
 
Beim Erstgespräch in der Wirtschaftskammer werden insbesondere gewerberechtliche Fragen abgeklärt. Weiters bietet die Wirtschaftskammer Informationen über die Auswirkungen der Selbständigkeit auf die Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung. Der Neugründer und der Unternehmer erhalten bei uns eine sogenannte "NeuFöG“-Bestätigung, wodurch die Behörden auf die üblicherweise vorzuschreibenden Gebühren verzichten. Über das WIFI bieten wir mit der Gründer-Akademie und dem Unternehmertraining perfekte Kurse für Jungunternehmer vor dem Einstieg in die Selbständigkeit an.
 
5. Wie viel Zeit sollte man sich nehmen, um einen Firmenneugründung zu planen?
 
Die Zeitplanung ist davon abhängig, in welchem Umfang das Gewerbe zukünftig ausgeübt wird. Wenn es sich um das Gewerbe eines Warenpräsentators handelt, ist der Zeitaufwand eher gering; handelt es sich um ein produzierendes Gewerbe mit entsprechenden anlagerechtlichen Genehmigungen kann die Planung sich durchaus über ein ganzes Jahr oder noch länger hinziehen.
 
6. Was sollte man unbedingt beachten, wenn man eine neue Firma gründet?
 
Unternehmer zu werden – das ist eine hervorragende Chance für Menschen, die gestalten wollen und die bereit sind, einen überdurchschnittlichen Einsatz zu leisten. Deshalb sollte unbedingt vorerst mit sich selbst abgeklärt werden: Will ich auf Dauer diese Herausforderung annehmen und will ich auch das Risiko eingehen, meine Existenz eigenverantwortlich aufzubauen.
 
7. Gibt es bestimmte Meilensteine, wie z.B. die Erstellung eines Businessplans, die ein Firmengründer einhalten sollte?
 
Zumindest ein Unternehmenskonzept als Straßenkarte auf dem Weg zum Erfolg sollte in keinem Betrieb fehlen. Ein ausgereiftes Unternehmenskonzept ist auch die Voraussetzung für allfällige Fremdfinanzierungen durch Banken.
 
8. Wie lange bestehen neu gegründete Firmen im Bezirk Schwaz meistens?
 
Die Überlebensquote nach dem ersten Jahr ist ca. 94 %, nach dem zweiten Jahr 85 % und nach dem dritten Jahr immerhin noch über 81 %.
 
9. Gibt es so was wie das "verflixte 7. Jahr“ für Firmengründer, z.B. das verflixte 1. Jahr?
 
Für Firmengründer gibt es nicht unbedingt das verflixte 7. Jahr, sondern vielmehr das verflixte 3. Jahr. In diesem Jahr werden Sozialversicherungsbeiträge, Tourismusabgaben, allenfalls auch Steuerabgaben erstmals konkret überprüft und nachberechnet, wodurch es zu der einen oder anderen Überraschung, die für die Betriebe mitunter doch erhebliche finanzielle Leistungen abverlangt, kommen kann.
 
10. Was empfehlen Sie jenen Jungunternehmern, die sich heute selbständig machen wollen?
 
Der Weg in die Selbständigkeit ist kein gemütlicher Spaziergang. Für den geschäftlichen Erfolg gibt es leider keine Garantien. Die Chancen – aber auch Risiken – sollten dem Gründer bewusst sein. Vor der Entscheidung sollte sich der Gründer ausführlich informieren. Eine Idee allein reicht noch nicht aus. Entscheidend ist, ob diese Idee auch erfolgreich umgesetzt werden kann.
 
11. Welche Maßnahmen sind unbedingt zu setzen, wenn man das 1. Jahr der Firmenneugründung überstanden hat? Z.B. Erstellung eines Budgets, eines Finanzierungsplans, einer Geschäftsstrategie?
 
Vertrauen ist gut, Controlling ist besser. Gerade in den Bereichen Kosten-, Investitions- und Umsatzplanung sollte eine betriebswirtschaftliche Planrechnung soweit vorhanden sein, dass mithilfe der wichtigsten Kennzahlen der Betrieb berits durch ein schnelles Überprüfen gesteuert werden kann.
 
12. Inwieweit hilft Basel II den Jungunternehmern, eine solide Basis für Ihr Unternehmen zu garantieren, inwieweit behindert Basel II die Neugründung?
 
Basel II hat es den Jungunternehmern in punkto Fremdfinanzierung sicherlich nicht einfacher gemacht. Ein ausgereiftes Unternehmenskonzept ist aber die beste Voraussetzung, um die Vorgaben durch Basel II zu bestehen.
 
13. Was bietet der Wirtschaftsstandort "Bezirk Schwaz“, was andere Bezirke nicht bieten können? Was zeichnet den Bezirk Schwaz als Wirtschaftsstandort aus?
 
Im Bezirk Schwaz sind wir in einer jener Wirtschaftsstandorte mit den besten und höchsten Ansprüchen in punkto Arbeits- und Lebensqualität. Mit unserer ausgewogenen Betriebsstruktur zwischen Industrie, Gewerbe, Handel und Tourismus mit einer Arbeitslosenquote von ca. 4 % während der Saison und ca. 5,9 % während des Jahresdurchschnittes, gepaart mit der Möglichkeit, sportliche Aktivitäten in einer wunderschönen Natur auszuüben, kann sich jeder glücklich schätzen, hier in diesem wunderschönen Bezirk beheimatet zu sein.
 
14. Muss man als Jungunternehmer bereits Kunden mitbringen oder was würden Sie empfehlen, um sich in einer Branche zu etablieren und einen bestimmten Bekanntheitsgrad zu erreichen?
 
Märkte wollen erobert werden. Gerade Jungunternehmer müssen ihre Geschäftsidee unter die Leute bringen. Wichtig ist der eigene Wunsch, sich von anderen abzuheben und die Lust auf Erfolg.
 
15. Gibt es so eine Art Prüfung, um die Jungunternehmertauglichkeit festzustellen?
 
Es gibt im Internet unter http://www.gruenderservice.at/ einen sogenannten Unternehmertest, welcher ca. 15 bis 20 Minuten dauert. Der Test wurde von Psychologen erstellt und gibt Auskunft über einige der wichtigsten Aspekte erfolgreichen Unternehmertums.
 
16. Sind aus Ihrer Erfahrung bestimmte Menschentypen eher geeignet, ein Unternehmen zu gründen? Welche Eigenschaften sollte man haben, um ein guter Unternehmer zu werden und alle Herausforderungen zu meistern?
 
Ob man ein Unternehmertyp ist, stellt sich mitunter erst im Nachhinein heraus. Wichtig ist aber als persönliche Voraussetzung, dass man keine Scheu vor Druck und Stress, Lust auf Flexibilität und Freude am Organisieren hat und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Ebenso wichtig ist die fachliche Qualifikation mit einer gewissen Branchenerfahrung und kaufmännischen Grundkenntnissen. Letztendlich ist auch wichtig, dass die eigene Familie die Gründung bejaht und den Jungunternehmer bei der Gründung unterstützt.
 
17. Welche Kennzahlen sollte ein Jungunternehmen in welchem Zeitraum erfüllen, damit man von einem erfolgreichen Unternehmen sprechen kann? Was würden Sie empfehlen, welche Kennzahlen sind auf alle Fälle zu beachten, z.B. Eigenkapitalquote usw.?
 
Der österreichische Gesetzgeber hat in den letzten Jahren die Eigenkapitalbildung bei den Betrieben nicht groß unterstützt und deshalb gibt es Branchen, wo das Eigenkapital nicht sehr ausgeprägt ist. Eine allgemeine Aussage für alle Branchen über Kennzahlen lässt sich nicht treffen und wäre auch unseriös. Dass man mit einer höheren Eigenkapitalquote bessere Voraussetzungen mitbringt, sagt einem bereits der Hausverstand.
 
18. Wie sieht die Zukunft der Jungunternehmer im Bezirk Schwaz aus? 
 
Die Zukunft für Jungunternehmer im Bezirk Schwaz sehe ich durchaus positiv. Ca. 50 % der Neugründungen gehen auf das Konto sogenannter EPU’s, also Ein-Personen-Unternehmen. Neben immer wieder sich ergebenden Trends bin ich nach wie vor überzeugt, dass Handwerk goldenen Boden hat und dass gerade in diesem Bereich auch für die Zukunft gute Chancen gegeben sind.
 
 
Mag. Stefan Bletzacher
Leiter der Bezirksstelle Schwaz
der Wirtschaftskammer Tirol