th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Innsbrucks Parkraumbewirtschaftung schadet der Gastronomie

Umfrage: „Mit dem Parkraumkonzept vergrault die Politik die Gäste aus der Innenstadt“

Weniger Frequenz, weniger Umsatz und ein Abwandern von Stammtischen – das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept schadet der Innsbrucker Gastronomie. Vor allem die Ausdehnung der Parkzeit bis 21 Uhr und die Kurzparkdauer von 90 Minuten machen den Betrieben laut Befragung enorm zu schaffen.

Umfrage Parkraumbewirtschaftungskonzept
Klaus Plank, Sprecher der Altstadtgastronomie, Bezirksobmann Karl Ischia, Gastronomieobmann Josef Hackl und Bezirksstellenleiter Matthias Pöschl (v.l.). Foto: WKT


Vor einem Jahr wurde das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept umgesetzt – trotz Einsprüchen von Seiten der Wirtschaft. Ein Jahr später wurde evaluiert. Doch das geschah weder durch eine objektive Stelle, noch wurden die Anregungen und Forderungen der Unternehmer aufgenommen. „Um die Probleme aufzuzeigen, haben wir 347 Gastronomie- und Freizeitbetriebe in der Innenstadt, in Mariahilf und St. Nikolaus sowie Wilten befragt“, erklärt der Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Innsbruck, Karl Ischia. „Knapp 80 Prozent der Befragten stellen einen Rückgang an Gästen, und gut 52 Prozent Umsatzeinbußen fest“, nennt Ischia die Ergebnisse. Und den Grund dafür sehen knapp 91 Prozent im so genannten Parkraumbewirtschaftungskonzept Neu.

90 Minuten sind zu kurz 

„90 Minuten sind viel zu kurz, um sich gemütlich einen Film anzuschauen, oder ein Abendessen zu genießen. Das geht sich nicht aus. Und wer will schon zwischendurch auf die Straße eilen, um sein Auto umzuparken“, fragen Josef Hackl, Obmann der Gastronomie, und Klaus Plank, Unternehmer sowie Sprecher der Altstadtgastronomie. „Genau. Keiner!“ Den Betrieben kommen vor allem die Stammgäste abhanden. „Viele Stammtische lösen sich auf oder wandern ab“, sagt Plank und Hackl ergänzt: „Ich merke den Frequenzrückgang vor allem im Café. Wir haben viele Stammgäste, die die Altstadt lieben. Doch anstatt, wie früher, vier Mal in der Woche vorbeizuschauen, kommen sie jetzt nur mehr zwei Mal.“ Doch auch für die Mitarbeiter ergeben sich Mehrkosten. „Sie müssen im Monat rund 150 Euro für Parkgebühren zahlen. Das geht sich vor allem für Teilzeitmitarbeiter hinten und vorne nicht aus. Viele Betriebe versuchen, einen Teil beizusteuern. Doch einige haben bereits Mitarbeiter verloren, oder mussten Mitarbeiter abbauen“, weiß Hackl. „Es wird schwieriger, Mitarbeiter zu finden, vor allem in der Hochsaison, wenn man kurzfristig mehr Kräfte braucht. Leute, die zum Beispiel im Mittelgebirge wohnen, sind auf ihr Auto angewiesen. Und für diese rentiert es sich dann nicht mehr, nach Innsbruck zum Arbeiten zu kommen“, so Plank.

Parken in Innsbruck ist zu teuer 

Parken in Innsbruck wurde teurer, die Zeit der Gebührenpflicht ausgeweitet und die Kurzparkdauer verkürzt. „Schlimmer hätte es die Politik nicht machen können. Damit vergrault sie die Gäste aus der Innenstadt“, betont Hackl. Die drei Unternehmer sind sich einig: Diese Situation ist untragbar. Die Politik muss den Betrieben entgegenkommen. Wenigstens die Parkzeit muss auf 180 Minuten ausgeweitet werden. „Nicht nur die Gastronomiebetriebe machen weniger Umsatz, sondern in weiterer Folge auch die Stadt. Es schadet dem gesamten Wirtschaftsstandort Innsbruck. Mit diesem Konzept schneidet sich die Stadt ins eigene Fleisch“, gibt Ischia zu bedenken.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Tirol
Bezirksstelle Innsbruck
Mag. Matthias Pöschl
T 05 90 90 5-1414
E matthias.poeschl@wktirol.at