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Obfrau Martina Entner im Interview

Martina Entner, Wirtin im Hotel Entner‘s am See in Pertisau, ist seit drei Monaten Obfrau der Wirtschaftskammer Schwaz. Den eigenen Betrieb, zwei kleine Kinder und neben der Wirtschaftskammer Schwaz weitere öffentlichen Funktionen unter einen Hut zu bringen ist eine Herausforderung. Mit einem guten Zeitmanagement und mit ihrer Begeisterung als Unternehmerin lässt sich das schaffen.

Wie geht`s der Wirtschaft im Bezirk Schwaz?

Wir wollen es nicht verschreien, aber es geht uns gut. Wir sind ein starker Bezirk mit einem gesunden Branchenmix aus Industrie, Handwerk, Tourismus und Handel und die Betriebe schauen darauf, dass sie mit ihren Mitarbeitern mit viel Einsatz täglich etwas weiter bringen. Aber der Druck auf die Chefs die Betriebe ist groß, vor allem auf die Klein- und Mittelbetriebe. Das persönliche Risiko das viele Unternehmerinnen und Unternehmer auf sich nehmen, verbunden mit dem ständige Wettbewerb ist eine Herausforderung. Dafür gilt den Unternehmerinnen und Unternehmer des Bezirkes mein ehrlicher Respekt und meine große Wertschätzung.


Wie schaut es mit den Arbeitslosenzahlen und dem immer wieder angesprochenen Fachkräftemangel im Bezirk aus?

Im Bezirk Schwaz hat es in der gewerblichen Wirtschaft noch nie so viele unselbständig Beschäftigte gegeben wie derzeit. 28.334 Beschäftigte arbeiten im Bezirk in Betrieben die der Wirtschaftskammer zugeordnet werden – das ist Höchststand.


Und trotzdem reden alle immer wieder über hohen Arbeitslosenzahlen?

Ja, leider, weil die Medien fast ausschließlich über die österreichischen Arbeitslosenzahlen berichten. Diese hohen Zahlen werden dann mit den niedrigeren Tiroler und die Tiroler mit den noch niedrigeren Arbeitslosenzahlen des Bezirkes verwechselt. Tatsache ist, dass der Bezirk Schwaz eine der niedrigsten Arbeitslosenzahlen in Österreich hat. Nur um die 4% Arbeitslose während der Saison bedeuten Vollbeschäftigung. Zum Leidwesen der Betriebe, da damit das Arbeitskräftepotential, vor allem bei den Fachkräften, ausgeschöpft ist und die Betriebe sich ihre Mitarbeiter aus dem Ausland holen müssen. War früher nur der Tourismus davon betroffen, sind es heute alle Branchen. Die Ursache dafür ist, wie uns leider immer wieder vorgeworfen, nicht die Entlohnung. Wir haben in Tirol seit 2008 bis heute um 24% weniger Pflichtschulabgänger, also um 24% weniger Geburten. Das bedeutet auch 24% weniger heimische Arbeitskräfte, vor allem Fachkräfte. Das AMS Schwaz kann derzeit keine Fachkräfte vermitteln, weil keine Fachkräfte stempeln.


Welche Sorgen haben die Unternehmen im Bezirk derzeit?

Neben dem Fachkräftemangel ächzen die heimischen Unternehmen unter der staatlichen Bürokratie, Steuerbelastung und den hohen Lohnnebenkosten. Ein scheinbar alter Hut, aber diese Themen sind aktueller denn je. Kleinbetriebe tun sich hier noch schwerer. Da haben wir ein echtes Problem. Wenn Wirtschaftstreibende deshalb Investitionen aufschieben, dann tut uns das nicht gut, nicht nur den Betrieben, sondern dem Standort insgesamt. Hier brauchen wir bessere Rahmenbedingungen, hier sind der Staat und das Land echt gefordert. Wir als Wirtschaftskammer werden hier in Zukunft für die Betriebe noch mehr Gas geben.


Wie erleben die Betriebe im Bezirk die Veränderungen durch die Digitalisierung?

Tatsache ist, dass wir in Zeiten des Umbruchs, der Neuorientierung leben, in dem nicht mehr alle alten Rezepte greifen, in dem auch alte Konzepte mitunter ihre Gültigkeit verlieren. Gewisse Entwicklungen, wie die Digitalisierung, kann und soll man auch nicht mehr aufhalten. Jetzt geht es darum, wie wir damit gemeinsam – Unternehmer und Arbeitnehmer – umgehen und gemeinsam unseren Lebensstandard erhalten. Letztendlich sitzen wir alle in einem gemeinsamen Boot und das ist unser Bezirk Schwaz.