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"Wir müssen den Standort Schwaz gemeinsam weiterentwickeln!"

Mit 1. September hat Martina Entner Franz Hörl an der Spitze der WK-Bezirksstelle abgelöst. Im TW-Interview spricht die Touristikerin über kommende Vorhaben und Schwerpunkte.

Schwaz ist der tourismusintensivste Bezirk Tirols mit 8,9 Millionen Nächtigungen im Jahr. Der Standort bietet aber auch gute Bedingungen für Gewerbe- und Industriebetriebe, die ihre Qualitätsprodukte in die ganze Welt liefern und mit ihrer Lehrlingsausbildung der Jugend eine Perspektive bieten. Laut jüngster Befragung stehen die Schwazer Unternehmer zu ihrem Bezirk: 84 Prozent sind mit dem Standort zufrieden bzw. sehr zufrieden.

Die Voraussetzungen unter denen Martina Entner die Führung der WK-Bezirksstelle von Franz Hörl übernimmt sind also durchwegs positiv. Die erfahrene Interessenvertreterin die seit Mai 2010 Vizepräsidentin der WK Tirol und seit September 2014 Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft ist, weiß aber genau, dass alle an einem Strang ziehen müssen, um die gute Position zu sichern bzw. weiter zu stärken.

Gute Voraussetzungen

Wie sich die 38-jährige Inhaberin des Hotel Entners am See in Pertisau die künftige Entwicklung des Bezirks vorstellt und welche Schwerpunkte sie als neue Obfrau setzen will, erklärt sie im Gespräch mit der Tiroler Wirtschaft.

TW: Frau Entner, was war ihre Motivation, diese neue Funktion zu übernehmen und als Nachfolgerin von Franz Hörl die neue starke Stimme für die Unternehmerinnen und Unternehmer im Bezirk zu sein?

Entner: Schwaz ist ein Standort mit besonderen Qualitäten: Innovative Kleinbetriebe, engagierte Familienunternehmen und starke Leitbetriebe sorgen für ein krisensicheres wirtschaftliches Netzwerk. Allerdings brauchen die Unternehmer wieder mehr Freiräume. Denn es ist absurd, wenn die Politiker einerseits die steigenden Arbeitslosenzahlen beklagen, es den Betrieben auf der anderen Seite aber immer schwerer machen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Unternehmer brauchen mehr Luft, dann werden sie auch weiterhin etwas unternehmen. Und genau dafür möchte ich mich in meinem Heimatbezirk, dem ich sehr verbunden bin, ganz besonders einsetzen.

Worin sehen Sie in naher Zukunft die größten Herausforderungen für den Standort Schwaz?

Der Bezirk ist zum Glück ein wachsender Bezirk. Dazu tragen die Betriebe mit ihrer Investitionsbereitschaft, mit persönlichem Risiko, mit ihrem Glauben an den Standort und mit ihren Mitarbeitern viel bei. Dadurch steigt aber auch der Arbeitskräftebedarf im Bezirk. War es früher der Tourismus allein, haben jetzt fast alle Branchen und das nicht nur in den gewerblichen Betrieben, Schwierigkeiten Fachkräfte zu bekommen. Diesen Mangel müssen wir bestmöglich bekämpfen und gleichzeitig dafür sorgen, dass es wieder deutlich attraktiver wird, Geld mit fleißiger Arbeit zu verdienen, anstatt Arbeitslosengeld zu beziehen.

Wie muss dieses Problem aus Ihrer Sicht angegangen werden?

Schnelle Lösungen wird es aufgrund des Geburtenrückgangs nicht geben. Ausländerbeschäftigungen brauchen wegen der Flüchtlingssituation gewisse Prüfungen. Wir brauchen aber trotzdem Lösungen. Die Betriebe haben jetzt Aufträge und müssen diese jetzt abarbeiten. Dazu schwebt mir vor, dass Arbeitslose vom AMS effizienter und nach dem Bedarf der Betriebe noch zielgerichteter geschult werden. Und es sollte das Vermittlungsverfahren verbessert werden.

Eine bessere Vorauswahl durch das AMS könnte den Betrieben Ärger und auf beiden Seiten Emotionen ersparen. Mir ist eine gute Partnerschaft zwischen den Betrieben und dem AMS sehr wichtig. Darin sehe ich für die Zukunft im Bezirk eine große Chance, vor allem aber noch Potenzial, auch bei der Suche und Vermittlung von konkreten Fachkräften aus dem Ausland. Fest steht: Wir müssen den Wirtschaftsstandort Schwaz gemeinsam weiterentwickeln.

TW: Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit den Behörden im Bezirk?

Entner: Die Zusammenarbeit zwischen der BH und den Betrieben im Bezirk Schwaz ist grundsätzlich gut. Das haben zuletzt bei einem Gipfeltreffen auch Unternehmer wie Herbert Empl und der Seniorchef der Firma Leitner, Michael Seeber, bestätigt. Nichts desto trotz, sollte bei behördlichen Entscheidungen wieder mehr der Unternehmer als Mensch und das unternehmerische Schicksal dahinter im Vordergrund stehen. Wir haben in Schwaz mit Michael Brandl einen neuen Bezirkshauptmann. Ich bin auch neu in meiner Funktion. Ich sehe darin eine Chance. Es tut sicherlich gut, wenn zwei neue Kräfte wieder neuen Schwung in das Miteinander bringen.