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Aktuelle Wirtschaftsdaten und Tätigkeitsbericht

Das Jahr 2018 war eines der bisher erfolgreichsten für die Osttiroler Wirtschaft.

Die nun vorliegenden wesentlichen Eckdaten bestätigen: Das Jahr 2018 war eines der bisher erfolgreichsten für die Osttiroler Wirtschaft und damit für die gesamte Bevölkerung unseres Bezirks. 

Besonders erfreulich war die Beschäftigungsentwicklung. So gab es in Osttirol 2018 im Jahresdurchschnitt 19.629 unselbstständig Beschäftigte – das sind um 460 (!) Beschäftigte mehr als 2017. Im 10-Jahres-Vergleich (2009 bis 2018) beträgt die Steigerung 2.016 Personen bzw. 11,4%. Der bemerkenswerte Beschäftigten-Zuwachs – an dem die Betriebe der gewerblichen Wirtschaft den weit überwiegenden Anteil haben - schlägt sich auch in der 2018 stark gesunkenen Arbeitslosenquote nieder: Mit 7,2% wurde der tiefste Wert der letzten – zumindest - 30 Jahre erreicht! 

Einmal mehr waren Industrie und Gewerbe maßgeblich für den Zuwachs an Beschäftigten. Es fällt auf, dass der Anteil der Industrie-MitarbeiterInnen an der Gesamtzahl der Arbeitnehmer in Wirtschaftskammer-zugehörigen Betrieben mittlerweile nach Reutte der zweithöchste aller Tiroler Bezirke ist. Dies macht den Wandel deutlich, den Osttirol in der jüngeren Vergangenheit durchlaufen hat. Der Beschäftigtenstand im Tourismus hat sich ebenfalls gut entwickelt, wobei sich allerdings nach wie vor relativ große saisonale Schwankungen zeigen. 

Rückgang der Lehrlingszahlen gestoppt

Erfreulich ist weiters, dass der seit nahezu 10 Jahren permanente jährliche Rückgang der Lehrlingszahlen im Jahr 2018 gestoppt wurde: Mit 823 Lehrlingen gab es immerhin eine Zunahme von 33 Jugendlichen gegenüber 2017. Die Gewerbe- und Handwerksbetriebe erbrachten mit 444 Lehrlingen einmal mehr die überwiegende Ausbildungsleistung. Die Osttiroler Lehrlinge zählen zu den besten im ganzen Land und können Jahr für Jahr mit überdurchschnittlichen Leistungen bei den Lehrlingswettbewerben punkten – so auch 2018 mit 63 Preisträgern, davon 16 Landessiegern und 3 zweifachen Landessiegern.  

In den letzten zwei Jahrzehnten stieg die Zahl der Wirtschaftskammer-Mitglieder kontinuierlich von Jahr zu Jahr – dies war auch 2018 wiederum der Fall. Per 31.12.2018 wurden 3.491 Kammermitglieder mit 2.958 aktiven und 503 – zumeist saisonal bedingt – ruhenden Berechtigungen gezählt. 215 Betriebe wurden im Vorjahr neu gegründet – der Rekordwert des Jahres 2017 wurde damit zwar nicht ganz erreicht, die „Gründungsintensität“, die als Prozentsatz der Neugründungen an den aktiven Kammermitgliedschaften ausgedrückt wird, war aber mit einem Wert von 7,3 die höchste aller Tiroler Bezirke.  

Sorge um Bettenstopp

Im Tourismusjahr 2017/18 konnten die Osttiroler Beherbergungsbetriebe mit 2.104.994 Nächtigungen den seit 1993/94 höchsten Wert erreichen. Das Vorjahres-Ergebnis wurde um 4,9% überschritten. Der schneereiche Winter sorgte für ein Plus von 8,7% im Winterhalbjahr; die Steigerung der Sommer-Nächtigungen betrug zwar „nur“ 2,2%, in absoluten Zahlen bedeuten die 1.194.766 Nächtigungen aber den Höchststand seit 1995. Der Aufwärtstrend, der nun immerhin schon seit einigen Jahren belegbar ist, hat eine Reihe von Osttiroler Betrieben ermutigt, in Qualitätsverbesserungen und teilweise auch in neue Betten zu investieren. Unterstützend wirkten dabei die (noch) gut dotierten Landes- und Bundesförderungen. Sorgen bereiten den Betrieben und der Wirtschaftskammer aber die Mitte 2018 beschlossene Richtlinienänderung des Tiroler Impulspaketes, wonach Ausweitungen der Betten-Kapazitäten nicht mehr gefördert werden. Hier ist die Situation Osttirols eine gänzlich andere als jene der hochentwickelten Nordtiroler Tourismusregionen, weshalb insbesondere von WK-Bezirksobmann Michael Aichner bereits mehrfach die Rücknahme des „Bettenstopps“ für Osttirol gefordert wurde.  

Ein aussagekräftiger Parameter für die Wirtschaftskraft einer Region ist das dort erzielte Bruttoregionalprodukt (BRP) pro Einwohner, welches seitens der Statistik Austria auch für kleinere Gebietseinheiten – sogenannten NUTS3-Regionen - errechnet wird – leider mit einer einjährigen Zeitverzögerung gegenüber den Daten für das ganze Bundesgebiet (NUTS1) bzw. die Bundeländer (NUTS2). Somit ist der letzte für Osttirol als eigenständige NUTS3-Region verfügbare Wert jener des Jahres 2016. Mit einem Pro-Kopf-BRP von € 32.500 liegt Osttirol „Ranking“ der 35 österreichischen NUTS-3-Regionen nun auf Platz 21. Beachtlich ist, dass das BRP pro Einwohner in Osttirol im Zeitraum 2000 bis 2016 um 85% gesteigert werden konnte, während österreichweit die Steigerung bei 53% und in Tirol bei 63% lag. Trotz der überdurchschnittlichen Steigerungen ist der Abstand zum Bundes- bzw. Landes-Durchschnitt (€ 40.800 bzw. 43.600) immer noch ein sehr deutlicher. Dies rechtfertigt die Hoffnung des Bezirkes, auch in der nächsten Programmperiode der EU-Strukturfonds für entwicklungsschwache Regionen (ab 2020/21) noch einmal als Regionalfördergebiet Berücksichtigung zu finden. 

Demographische Entwicklung beeinflusst die Zukunft Osttirols

Osttirol ist weiterhin der einzige Bezirk Tirols mit abnehmender Wohnbevölkerung. Per 31.12.2018 waren in Osttirol 48.764 Personen wohnhaft. Seit dem Bevölkerungshöchststand des Jahres 2001 (50.404) hat der Bezirk Lienz somit 1.640 Einwohner verloren. Herausfordernd für die Regionalpolitik ist auch die Überalterung im Bezirk. Der Anteil der über 65jährigen an der Osttiroler Wohnbevölkerung beträgt 19,8%; der Tiroler Durchschnitt liegt bei 17,8%; 3,1% der Osttirolerinnen sind über 85 Jahre alt. Damit liegt Lienz bei den Hochbetagten an der Spitze aller Tiroler Bezirke.  

Die demographische Entwicklung, verbunden mit einem weiterhin negativen Geburten- und Wanderungssaldo, bleibt ein wesentliches Thema für die Zukunft Osttirols. Für die Wirtschaft relevant ist dabei vor allem der Mangel an Fachkräften. In Zusammenarbeit mit der Innos GmbH wurden daher im abgelaufenen Jahr mehrere Initiativen vorbereitet, die 2019 umgesetzt werden – etwa die Rückgewinnung der immer noch zahlreichen Auspendler durch die Job-Messe „Zruck hoam“ oder die kürzlich angelaufene Werkverkehrsstudie, die unter anderem aufzeigen soll, wie durch die Erhöhung der Mobilität auch das Arbeitskräftepotential erhöht werden kann. 

WK Lienz als erste Anlaufstelle für Unternehmer

Was die Aktivitäten der Wirtschaftskammer Lienz betrifft, lagen die Schwerpunkte auch 2018 im breit gefächerten, stark nachgefragten Dienstleistungs- und Beratungsservice für Mitgliedsunternehmen und GründerInnen: Gewerbeanmeldeservice, arbeits- und wirtschaftsrechtliche Beratung, Förderberatung, Lehrlingsausbildung und berufliche Aus- und Weiterbildung (WIFI). Die im Mai 2018 in Kraft getretene DSGVO erforderte eine umfangreiche Informationskampagne und den Aufbau zusätzlicher Beratungskompetenz in der Bezirksstelle. Allein bei den Vorträgen zu diesem Thema wurden 600 TeilnehmerInnen gezählt; 50 Mitgliedsunternehmen nutzten das Sprechtagsangebot zur Erörterung individueller Problemstellungen. Im Interesse der Mitglieder macht die WK Lienz schon seit jeher von ihrem Anhörungsrecht in Verkehrsangelegenheiten Gebrauch. 2018 war durch den Bau des zweispurigen Kreisverkehrs in Nußdorf-Debant und die Verordnung einer Begegnungszone in der Lienzer Innenstadt ein besonders intensiver Austausch mit betroffenen Mitgliedsbetrieben und Behörden notwendig.  

Um zu gewährleisten, dass sich Betriebe im „Förderdschungel“ zurechtfinden und bereitstehende Fördergelder auch abgeholt werden, hat sich die WK Lienz als erste Anlaufstelle in der Förderberatung etabliert. Im abgelaufenen Jahr waren angesichts des positiven Investitionsklimas besonders viele Großprojekte, aber auch überdurchschnittlich viele kleinere Vorhaben zu begleiten, wobei für letztere etwa eine rege Inanspruchnahme des regionalwirtschaftlichen Natura 2000-Programms im Iseltal erreicht werden konnte. 

Die Betreuung von bzw. Mitarbeit an einer Reihe von Initiativen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts bzw. des regionalen Wirtschaftskreislaufs wurden erfolgreich fortgesetzt - etwa durch das bewusstseinsbildende Leader-Programm „Heimvorteil“ - bzw. abgeschlossen, wie beispielsweise die HolzVerbindet-Fachtagungen und die aktuelle „Vordenken für Osttirol“-Programmperiode, für welche aktuell eine Abschlusspräsentation erstellt wird. Vordenken geht weiter – im Herbst 2019 die die Einreichung eines weiteren Leader-Antrages für die nächste Periode vorgesehen. 

Innos GmbH als unverzichtbarer Motor

Wie bereits erwähnt, ist die Zusammenarbeit der WK Lienz mit der Innos GmbH besonders intensiv, so etwa bei der Vorbereitung der kürzlich angelaufenen Werkverkehrsstudie. Für die Umsetzung der vielen Ideen, die im bisherigen Vordenken-Prozess geboren und auf breiter Basis gutgeheißen wurden, hat sich die Innos-GmbH als unverzichtbarer Motor bewährt. 

Bis zum diesjährigen Herbst wird auf der Basis des Zukunftsleitbildes „Osttirol 2025“ ein eigenes, an die aktuellen Herausforderungen angepasstes Wirtschaftsleitbild erstellt. Ebenso muss im laufenden Jahr die im Frühjahr 2020 stattfindende Wirtschaftskammerwahl vorbereitet werden.   

Osttirol ist im Jahr 2018 wieder ein gutes Stück vorwärtsgekommen. Es gilt nun, das Erreichte abzusichern und den Weg, Osttirol zu einer alpinen Modellregion zu gestalten, zielstrebig fortzusetzen. Die Wirtschaftskammer Lienz wird dafür weiterhin ein aktiver Partner sein.