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Uns geht es gut…noch!

Kommentar von Roland Hebbel

Roland Hebbel
© Roland Hebbel

Österreich ist, gemessen an der Wirtschaftsleistung pro Kopf, das viertreichste Land in der EU. Die Arbeitsproduktivität hat im Vorjahr weiter zugelegt, der Anteil der Menschen, die mit ihrem Leben zufrieden sind, steigt und die Zahl derer, die von Armut oder Ausgrenzung bedroht sind, geht zurück. Laut den Meldungen der letzten Wochen rangiert Österreich hier hinter Luxemburg, Irland und den Niederlanden auf Platz vier. Gemessen an einem weiteren Wohlstandsindikator, dem tatsächlichen Individualverbrauch pro Kopf, wäre Österreich sogar auf Platz drei.

So weit, so gut. Wer aber jetzt glaubt, Lobeshymnen von mir zu lesen, der hat weit gefehlt! Ziel dieser Übung der Experten der Statistik Austria ist es – unter Einbeziehung der Begriffe Wohlstand und Fortschritt des Landes – ein Bild zu zeichnen, wie "es Österreich geht". Es wird also das Bruttoinlandsprodukt als wichtigster Maßstab für materiellen Wohlstand herangezogen und um 30 Indikatoren ergänzt, um so auch etwas über die Lebensqualität und den Zustand der Umwelt zu erfahren. Und hier wird ersichtlich, dass Österreich - wenn auch auf hohem Niveau - stagniert bzw. seit 2014 auf der Stelle tritt. Einzig die Güterherstellung ist effizienter geworden, das Arbeitsvolumen ist gefallen und liegt weiterhin unter dem Niveau der Finanzkrise 2009.

Conclusio daraus: Österreich zehrt von dem Wohlstand, der in der Vergangenheit aufgebaut wurde, und lebt auf Kosten seiner Zukunft. Wir haben uns ein hohes Niveau erarbeitet, aber es ist keine Zukunftsstrategie, sich auf diesem Polster auszuruhen.

Die Politiker (alle Parteien, sowohl intern als auch extern) müssen gemeinsam danach trachten, Dynamik in die Wirtschaft zu bringen (nicht zu verhindern), denn wenn die Dynamik in der Wirtschaft nicht kontinuierlich steigt, wird die Zufriedenheit der Menschen nicht auf diesem hohen Niveau bleiben!