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Ingenieur-Zertifizierung macht Qualifikation sichtbarer

Das neue Ingenieurgesetz bringt eine Aufwertung für den Titel Ingenieur: Von der österreichischen Standesbezeichnung zur international vergleichbaren und anerkannten Qualifikation

Das neue Ingenieurgesetz bringt eine Aufwertung für den Titel Ingenieur und mehr internationale Anerkennung
© iStock

Seit Inkrafttreten des neuen Ingenieurgesetzes am 1. Mai 2017 ist der Ingenieur-Titel keine „Standesbezeichnung“ mehr, sondern eine „Qualifikation“ und ein zertifizierter Bildungsabschluss. Gleichzeitig wurden auch Inhalte und Niveau der Qualifikation neu definiert: Die Inhalte sind zwölf ingenieur-typischen Arbeitsbereichen zugordnet.

Warum war eine neue Qualifikation notwendig?
Die Standesbezeichnung „Ingenieurin/Ingenieur“ stellen eine weltweite Besonderheit dar. In internationalen Vergleichen wurde daher die hohe Kompetenz österreichischer Ingenieurinnen und Ingenieure bisher häufig nicht entsprechend anerkannt und sowohl bei internationalen Ausschreibungen von Projekten als auch bei Bewerbungen am Arbeitsmarkt nicht gebührend berücksichtigt. Die EU hat mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) ein Instrument zur Verfügung gestellt, das bessere internationale Vergleichbarkeit ermöglicht.

Welche Wertigkeit hat die neue Qualifikation?
Die neue Ingenieur-Qualifikation wurde auf Stufe 6 des Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) eingeordnet und befindet sich damit auf dem gleichen Niveau wie der Bachelor. Diese Gleichwertigkeit von Ingenieur und Bachelor darf aber nicht mit einer Gleichstellung verwechselt werden. Durch die Einordnung auf Stufe 6 im NQR wird die hohe Qualität der Ingenieur-Kompetenz im internationalen Umfeld besser positioniert. Eine Voraussetzung für diese Neupositionierung war die Einführung eines nachvollziehbaren Qualifikationsprozesses. Dieser Qualifikationsprozess verlangt, dass die Bewerberinnen und Bewerber neben den bisher schon zu erfüllenden Voraussetzungen in einem Fachgespräch die entsprechenden Kompetenzen vor einer Kommission bei der jeweiligen Zertifizierungsstelle nachweisen. Auch Personen, die den Ingenieur-Titel vor Mai 2017 beantragt haben, können die neue Ingenieurqualifikation dort beantragen.

Welche formalen Voraussetzungen müssen erfüllt werden?
Wie bisher können HTL-Absolventinnen/Absolventen nach erfolgreichem HTL-Abschluss und einer nachfolgend mindestens dreijährigen fachbezogenen betrieblichen Praxis die Verleihung der Ingenieurqualifikation beantragen.
Aber auch mit gleichwertigen Ausbildungen wie z.B. erfolgreich abgelegter Meisterprüfung und Berufsreifeprüfung kann die Verleihung der Ingenieurqualifikation nach mindestens sechs Jahren fachbezogener betrieblicher Praxis beantragen werden.

Das Fachgespräch
Nach formaler Prüfung durch die Zertifizierungsstelle werden die Bewerberinnen und Bewerber zu einem Fachgespräch mit einer Zertifizierungskommission geladen. Die Zertifizierungskommission besteht aus zwei erfahrenen Fachexpertinnen bzw. Fachexperten der jeweiligen Fachrichtung:
aus Industrie, Gewerbe oder Ingenieurbüro bzw. HTL, Fachhochschule oder Universität. Dieses Fachgespräch ist als Expertengespräch konzipiert und nicht als Prüfung! Es soll daher festgestellt werden, ob die in der Tätigkeitsbeschreibung gemachten Angaben der Realität entsprechen und die erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen mit den Kriterien der Stufe 6 des NQR übereinstimmen.

Die Zertifizierungsstelle der Tiroler Wirtschaftskammer
Bisher musste der Antrag zum Erwerb des Ingenieur-Titels für technische und gewerbliche Fachrichtungen beim Wirtschaftsministerium in Wien eingereicht werden. Mit Inkrafttreten des neuen Ingenieurgesetzes wurde die Organisation und Durchführung des Zertifizierungsverfahrens vom Ministerium an die Wirtschaftskammern übertragen. Für eine bessere Kundenähe hat die Wirtschaftskammer zur Durchführung der Zertifizierung in jedem Bundesland eine eigene Zertifizierungsstelle eingerichtet. Für die Antragstellung haben alle Zertifizierungsstellen der Wirtschaftskammern eine gemeinsame Online-Plattform eingerichtet. Auf www.ingenieurzertifizierung.at erfahren die Bewerberinnen und Bewerber alles Wissenswerte zum neuen Ingenieur-Titel, erhalten Hilfe bei der Antragstellung und können online den Ingenieur-Titel beantragen.


Expertentipp von Hansjörg Steixner
Ingenieur-Zertifizierungsstelle der Tiroler Wirtschaftskammer

Aufdem Weg zur Ingenieur-Qualifikation tauchen für die Bewerberinnen und Bewerber oft Fragen auf: z.B. zur Anrechenbarkeit von gleichwertigen Ausbildungen, Praxiszeiten und ähnliche. Auf unserer Online-Plattform www.ingenieurzertifizierung.at haben wir dazu einen Bereich „FAQ“ eingerichtet. Darin wird ein Großteil der Fragen ausführlich beantwortet. Aber auch im Zuge einer persönlichen Startberatung zeigen wir gerne,  beruhend auf Ihren persönlichen Bildungsweg, den Weg zur Ingenieur-Qualifikation auf.


Rückfragen:
Tiroler Wirtschaftskammer
Ingenieur-Zertifizierungsstelle
Hansjörg Steixner
T 05 90 90 5-7316
E hansjoerg.steixner@wktirol.at