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Mädchen können Männerberufe: Unternehmen auch!

Bei der Aufnahme von Mädchen und Frauen in typische Männerberufe gibt es keine gesetzlichen Barrieren. Einige Bestimmungen sind jedoch zu beachten.

Immer wieder scheuen Lehrbetriebe die Aufnahme von Mädchen in technische Lehrberufe, weil sie befürchten, sich damit zu aufwändigen Umbauten zu verpflichten. Zum Beispiel wird vielfach angenommen, dass bei der Einstellung eines weiblichen Lehrlings eigene Toiletten, Wasch- und Umkleideräume zu errichten wären. Diese Sorge ist aber in den meisten Fällen unbegründet. 

Bei der Einstellung von Mädchen und Frauen sind folgende Bestimmungen des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (AschG) zu beachten:

Generell sieht die Arbeitsstättenverordnung (AStV) vor, dass für jeweils höchstens 15 ArbeitnehmerInnen zumindest eine verschließbare Toilettenzelle zur Verfügung stehen muss. Toiletten für betriebsfremde Personen wie z.B. Kunden oder Patienten dürfen in die Zahl der Toilettenanlagen nicht einbezogen werden. Nach Geschlechtern getrennte Toiletten – und hier liegt die Besonderheit – sind nur dann einzurichten, wenn mindestens fünf männliche und mindestens fünf weibliche ArbeitnehmerInnen darauf angewiesen sind.

In jeder Arbeitsstätte sind so viele Waschplätze zur Verfügung zu stellen, dass für jeweils höchstens fünf ArbeitnehmerInnen, die gleichzeitig ihre Arbeit beenden, mindestens ein Waschplatz vorhanden ist. Duschen sind nur dann zur Verfügung zu stellen, wenn die Arbeitsbedingungen eine umfassendere Reinigung als die der Hände, der Arme und des Gesichts erforderlich machen. Dies insbesondere bei starker Verschmutzung, hoher körperlicher Belastung oder bei Hautkontakt mit gefährlichen Arbeitsstoffen. 

Getrennte Waschräume 

Nach Geschlechtern getrennte Waschräume sind dann einzurichten, wenn mindestens fünf Männer und fünf Frauen im Betrieb gleichzeitig auf die Benützung angewiesen sind. Sind nur gemeinsame Waschgelegenheiten und Waschräume für Männer und Frauen eingerichtet, ist eine nach Geschlechtern getrennte Nutzung sicher zu stellen, d.h. die Räumlichkeiten müssen versperrbar sein. 

Getrennte Umkleideräume 

Umkleideräume müssen nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn aufgrund der Tätigkeit ein Umziehen notwendig ist. Nach Geschlechtern getrennte Räumlichkeiten zum Umziehen sind wiederum dann einzurichten, wenn mindestens fünf männliche und mindestens fünf weibliche Arbeitnehmer gleichzeitig auf die Umkleideräume angewiesen sind. 

Achtung!

Die Grenze liegt bei fünf Arbeitnehmerinnen und fünf Arbeitnehmern. Bei Unterschreitung dieser Grenzen sind keine getrennten Toiletten, Wasch- sowie Umkleideräume notwendig – die vorhandenen allerdings müssen selbstverständlich versperrbar sein.

Tipp!

Anspruch auf Förderungen

Das Arbeitsmarktservice fördert die Aufnahme von Mädchen in Lehrberufen mit geringem Frauenanteil (z.B. Kfz-Techniker, Elektriker, Tischler). Diese Beihilfe für Lehrbetriebe ist allerdings nur dann möglich, wenn vor Aufnahme des weiblichen Lehrlings ein Beratungsgespräch mit dem zuständigen Berater des AMS erfolgte.