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Was sich beim Kfz-Sachbezug mit Anfang des Jahres ändert

Wenn ein Arbeitnehmer die Möglichkeit hat, ein Dienstfahrzeug für private Zwecke zu nutzen, hat dies steuerliche Auswirkungen

Am 1. September 2015 wurde die Änderung der Sachbezugswerte-Verordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, die im Vergleich zum ursprünglich veröffentlichten Begutachtungsentwurf einige Abweichungen enthält. Besteht für einen Arbeitnehmer die Möglichkeit, ein arbeitgebereigenes Kfz für nicht beruflich veranlasste Fahrten einschließlich Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu benützen, gilt mit 1. Jänner 2016 also Folgendes:

Erhöhung des Sachbezugswertes: Der monatliche Sachbezugswert erhöht sich auf zwei Prozent der tatsächlichen Anschaffungskosten (einschließlich USt und NOVA) des Kfz, maximal 960 Euro.

Begünstigung für schadstoffarme Kraftfahrzeuge: Für besonders schadstoffarme Kraftfahrzeuge gilt weiterhin ein Sachbezugswert von 1,5 Prozent, maximal 720 Euro pro Monat. Dies betrifft Fahrzeuge mit einem CO2-Emmissionswert zum Zeitpunkt der Anschaffung von maximal 130 Gramm pro Kilometer (CO2-Emissionswert des kombinierten Verbrauchs lt. Typen- bzw. Einzelgenehmigung gem. Kraftfahrgesetz 1967 oder der EG-Typengenehmigung). Der CO2-Emissionswert von 130 Gramm pro Kilometer ist für sämtliche Kfz maßgeblich, die im Jahr 2016 und davor angeschafft werden bzw. worden sind. Überschreitet ein im Jahr 2016 oder davor angeschafftes KFZ den CO2-Emissionswert von 130 Gramm pro Kilometer nicht, so kann der begünstigte Steuersatz von 1,5 Prozent auch in den Folgejahren zur Anwendung kommen. Der für den reduzierten Sachbezug von 1,5 Prozent geltenden Grenzwert wird in den darauffolgenden vier Jahren um jeweils drei Gramm abgesenkt. Auch bei Kfz-Anschaffungen ab 2017 ist der für das Jahr der Anschaffung vorgesehene maximale CO2-Emissionswert relevant. So kann beispielsweise für ein im Jahr 2017 angeschafftes Kfz mit einem CO2-Emissionswert von 126 Gramm pro Kilometer auch in den Folgejahren der begünstigte Steuersatz von 1,5 Prozent verrechnet werden.

Halber Sachbezug: Wird der Dienstwagen nachweislich im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 500 Kilometer monatlich (bzw. 6.000 Kilometer pro Jahr) für Privatfahrten (inkl. Fahrten Wohnung – Arbeitsstätte) benützt, ist ein halber Sachbezugswert (1%, maximal 480 Euro bzw. 0,75%, maximal 360 Euro) anzusetzen.

Mini-Sachbezug: Wird ein Firmen-Kfz nur gelegentlich oder sehr selten für Privatfahrten verwendet, kann ein Sachbezug auf Basis der privat gefahrenen Kilometer angesetzt werden – vorausgesetzt, dass sämtliche Fahrten lückenlos in einem Fahrtenbuch aufgezeichnet werden. Wenn sich nämlich aus der Multiplikation von privat gefahrenen Kilometern mal den in der Tabelle (siehe unten) angeführten Cent-Beträgen ein geringerer Wert ergibt als ein Viertel des vollen Sachbezugs, kann dieser geringere Wert angesetzt werden.

Befreiung vom Sachbezug: Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von Null (Elektrofahrzeuge) sind gänzlich vom Sachbezug befreit (Diese Regelung ist – anders als ursprünglich vorgesehen - zeitlich nicht befristet).

Poolfahrzeuge: Besteht für Arbeitnehmer die Möglichkeit abwechselnd verschiedene arbeitgebereigene Fahrzeuge zu benutzen, ist der Durchschnittswert der Anschaffungskosten aller Fahrzeuge und der Durchschnittswert des auf die Fahrzeuge anzuwendenden Prozentsatzes maßgebend. Ist unter diesen Fahrzeugen ein Fahrzeug mit einem Sachbezug von zwei Prozent, ist ein Sachbezug von maximal 960 Euro anzusetzen, ansonsten maximal 720 Euro.

Einmaliger Kostenbeitrag des Arbeitnehmers: Wenn der Arbeitnehmer einen einmaligen Kostenbeitrag bei der Anschaffung des Firmenfahrzeugs leistet, ist der Sachbezug von den um den Kostenbeitrag geminderten Anschaffungskosten zu berechnen. 

Sachbezug
Wird das Firmen-Kfz nur selten genutzt, kann der Sachbezug auf Basis der privat gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Zur Berechnung müssen unterschiedliche Cent-Beträge herangezogen werden.


Expertentipp von Mag. Thomas Karner
Abteilung Wirtschaftsrecht, Steuerrecht und Umwelt in der Wirtschaftskammer Tirol

Elektrofahrzeuge, also Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von Null sind auch zum Vorsteuerabzug berechtigt. Zu beachten ist hier die Luxustangente, da nur für Fahrzeuge bis 40.000 Euro der volle Vorsteuerabzug möglich ist. Ab 80.000 Euro ist kein Vorsteuerabzug mehr zulässig und dazwischen ist für den 40.000 Euro übersteigenden Teil eine Eigenverbrauchsbesteuerung vorzunehmen. Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang die sogenannte „Sachbezugs-Umsatzsteuer“, die immer dann zu berechnen und an das Betriebsstättenfinanzamt abzuführen ist, wenn vorsteuerabzugsfähige Fahrzeuge Dienstnehmern zu Privatnutzung zur Verfügung gestellt werden.