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Keine Umsatzsteuer bis 30.000 Euro Nettoumsatz 

Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen, dafür steht ihnen auch kein Vorsteuerabzug zu.

Wenn Sie als Unternehmer hauptsächlich Leistungen an Endverbraucher erbringen und dabei fallen keine nennenswerten Vorsteuern an, kann sich die Kleinunternehmerregelung als Vorteil erweisen. Grund: Ihre Leistungen am Markt sind günstiger, weil der Rechnungspreis ohne Umsatzsteuer ist.

Aber was ist überhaupt ein Kleinunternehmer?

Dazu zählen Sie, wenn Sie im Inland Ihr Unternehmen betreiben und die Umsätze die Grenze von 30.000 Euro netto im Kalenderjahr nicht übersteigen.

  • Betragen Ihre Brutto-Zahlungseingänge beispielsweise 14.400 Euro und sind diese grundsätzlich mit 20 Prozent steuerpflichtig, wäre der Nettowert 12.000 Euro. 
  • Bruttoeinnahmen aus Vermietung und Verpachtung einer Eigentumswohnung werden grundsätzlich mit 10 Prozent steuerpflichtig – bei 11.000 Euro wäre Ihr Nettowert 10.000 Euro.
  • Bei Umsätzen mit dem Normalsteuersatz von 20 Prozent beträgt die Umsatzgrenze daher 36.000 Euro, bei Umsätzen mit dem Normalsteuersatz von 10 Prozent beträgt die Umsatzgrenze 33.000 Euro.
  • Alle vereinbarten sowie vereinnahmten Beträge eines Kalenderjahres gelten als Umsatz, zuzüglich Eigenverbrauch und abzüglich Hilfsgeschäfte (Anlagenverkäufe), einschließlich der Geschäftsveräußerung im Ganzen und seit 1.1.2017 auch Umsätze die nach § 6 Abs.1 Z 8 lit.d. und j., Z 10 bis 15, Z 17 bis 26 und Z 28 UStG 1994 (unecht) steuerfrei sind.

Ausnahmen bei Reverse Charge und innergemeinschaftlichem Erwerb

Umsätze, für die der Kleinunternehmer Steuerschuldner geworden ist (Reverse Charge) und innergemeinschaftliche Erwerbe sind bei der Umsatzgrenze von 30.000 Euro nicht zu berücksichtigen.  

15 Prozent Toleranzgrenze

Die gute Nachricht: Es gibt eine Toleranzgrenze in Höhe von 15 Prozent - und diese kann innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren einmal überschritten werden kann. Wurde von der Steuerfreiheit ausgegangen und die Grenze von 30.000 wurde überschritten, werden rückwirkend alle Umsätze des Eröffnungsjahres steuerpflichtig. 

Nachträgliche Berichtigungen

Wurden Rechnungen mit UST ausgestellt und die Umsätze bleiben unter der Grenze von 30.000 Euro (keine Optionserklärung), dann können die Rechnungen nachträglich berichtigt werden. Werden die Rechnungen nicht berichtigt, muss die UST an das Finanzamt abgeführt werden, da die Steuerschuld kraft Rechnungslegung eintritt. 

Verzicht auf Umsatzsteuerbefreiung ist möglich

Sie können auch auf die Steuerbefreiung verzichten. Dies ist schriftlich bis zur Rechtskraft des Umsatzsteuerbescheides zu erklären und auf fünf Jahre bindend. Erst nach Ablauf dieser fünf Jahre können Sie die abgegebene Verzichtserklärung widerrufen: bis zum Ablauf des ersten Monats im Kalenderjahr. Dann kann die unechte Befreiung als Kleinunternehmer wieder in Anspruch genommen werden.


Autorin:
Christa Bair
Selbstständige Bilanzbuchhalterin
E christa.bair@icloud.com