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Pauschalierung im Steuerrecht - gesetzliche Voraussetzungen beachten!

Bilanzbuchhalterin Christa Bair ist Mitglied der Berufsgruppe „Buchhaltung“ und  informiert Sie darüber, was Sie bei der Pauschalierung im Steuerrecht beachten sollten.

Das Einkommensteuergesetz kennt zwei Arten der Pauschalierung:

  • die Basispauschalierung geregelt im § 17 EStG 1988
  • und eine Branchenpauschalierung

Eine Pauschalierung in der Einkommensteuer kann nur unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden:

Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit oder Gewerbetrieb, keine Buchführungspflicht bzw. keine freiwillige Buchführung und maximal 220.000 Euro Vorjahresumsatz 

Die Basispauschalierung 

Sie ist eine Form der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und betrifft nur die Betriebsausgaben. In Höhe von 6 Prozent der Umsätze können pauschale Ausgaben für kaufmännische oder technische Beratung, für sonstige selbstständige Arbeit wie Aufsichtsräte, für schriftstellerische, vortragende, wissenschaftliche, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit bis maximal 13.200 Euro geltend gemacht werden.

In allen anderen Fällen können 12 Prozent angesetzt werden bis höchstens 26.400 Euro. 

Zu diesen pauschalen Betriebsausgaben können zusätzlich Ausgaben für Waren, Halberzeugnisse, Roh- und Hilfsstoffe, Zutaten sowie Ausgaben für Löhne samt Lohnnebenkosten, für Fremdlöhne und Ausgaben für Sozialversicherungsbeiträge berücksichtigt werden. 

Der Wechsel von der vollständigen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zur Basispauschalierung und umgekehrt löst keinen Übergangsgewinn aus. Der Wechsel weg von der Basispauschalierung zur Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ist jederzeit mit Bindung auf fünf Jahre möglich. Erst danach ist eine erneute Basispauschalierung wieder möglich.  

Tipp!

Umsatzsteuer und Basispauschalierung  

Eine Pauschalierung kann auch in der Umsatzsteuer in Anspruch genommen werden. Sie ist im Umsatzsteuergesetz (§ 14 Abs. 1 UStG) geregelt und es gelten dieselben Voraussetzungen wie in der Einkommensteuer. Die Bindung beträgt mindestens zwei Jahre. Ein Wechsel vom normalen Vorsteuerabzug in die Basispauschalierung der Umsatzsteuer ist erst wieder nach fünf Jahren möglich. 

Der Prozentsatz für die Umsatzsteuerpauschalierung beträgt 1,8 Prozent vom Gesamtumsatz, ausgenommen Hilfsgeschäfte, bis maximal 3.960 Euro pro Jahr. Zusätzliche Vorsteuern (EUST) können geltend gemacht werden wie Vorsteuern für abnutzbares Anlagevermögen, für Waren, Rohstoffe, Halberzeugnisse, Hilfsstoffe und Zutaten sowie für Fremdlöhne unter bestimmten Voraussetzungen. 

Tipp!

Gastgewerbepauschalierung NEU und Werbungskostenpauschale

Diese enthält laut Verordnung keine Vorsteuerpauschalierung und die Umsätze des § 125 BAO dürfen nicht mehr als 255.000 Euro betragen. Nur unter diesen Voraussetzungen ist eine Gastgewerbepauschalierung möglich. 

Für Artisten, Fernsehschaffende, Journalisten, Musiker, Forstarbeiter, Hausbesorger, Heimarbeiter, Vertreter, Mitglieder einer Stadt-, Gemeinde- oder Ortsvertretung sind pauschale Prozentsätze und Maximalbeträge vorgesehen. 

Die Branchenpauschalierung 

Es gibt eine gesetzliche Regelung von Durchschnittssätzen für die Ermittlung des Gewinns bei nicht buchführenden Gewerbetreibenden. Die 54 Gewerbezweige sind einzeln aufgezählt und reichen vom Bandagisten und Orthopädiemechaniker bis zum Zahntechniker.

Die Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten ist gestattet, jedoch dürfen keine ordnungsgemäßen Bücher noch Aufzeichnungen, die eine Gewinnermittlung ermöglichen geführt werden. Ein Wareneingangsbuch ist zu führen

Je nach Gewerbezweig sind hier zusätzliche Durchschnittssätze möglich zu den Betriebsausgaben von zum Beispiel Wareneingängen von Rohstoffen, Halberzeugnissen, Hilfsstoffen und Zutaten, sowie Lohnaufwand, Fremdlöhne oder Absetzung für Abnutzung, Anschaffungs- oder Herstellungskosten geringwertiger Wirtschaftsgüter. Ebenso können Ausgaben für Miete oder Pacht, Energie, Heizung, Post und Telefon, abgeführte Umsatzsteuer, Beiträge zur Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken-,Unfall- und Pensionsversicherung berücksichtigt bzw. geltend gemacht werden.

Tipp!
Für weitere Informationen sprechen Sie mit Ihrem Bilanzbuchhalter, der alle erforderlichen Informationen für Sie bereithält. Wir bringen Wissen in Ihren Betrieb!

                                                                                                                           

Autorin:
Christa Bair
Bilanzbuchhalterin