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Umgang mit Covid-19-Verdachtsfällen im Unternehmen

Kontaktpersonen: Wer wann abgesondert werden muss und wie der Betrieb fortgeführt werden kann

Covid-19-Verdachtsfall im Unternehmen

Tritt während der Arbeit bei einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Verdacht einer COVID-19-Erkrankung auf, ist die betroffene Person unverzüglich in einem geeigneten Raum zu isolieren und der Betriebsarzt, ein niedergelassener Arzt oder das Fachpersonal unter der Nummer 1450 telefonisch zu kontaktieren. Den am Telefon gegebenen Anweisungen ist Folge zu leisten. Ein Kontakt zur ansteckungsverdächtigen Person ist zu vermeiden. 

Contact-Tracing

Wenn dies vom kontaktierten Arzt oder dem Fachpersonal unter der Nummer 1450 für nötig erachtet wird, führt die Gesundheitsbehörde des Magistrats die zur Feststellung der Infektion und der Infektionsquelle erforderlichen Untersuchungen und Erhebungen durch. 

Dabei werden auch die Kontaktpersonen ausgeforscht, wenngleich dies im vollen Umfang in der Praxis erst mit Vorliegen eines positiven Tests passiert. Im Fokus stehen dabei all jene Menschen, mit denen ein Infizierter in den 48 Stunden vor Ausbruch der Symptome bzw. bei Symptomfreiheit binnen 48 Stunden vor Durchführung des Tests in Verbindung stand. Die Kontakterhebungen erstrecken sich in aller Regel auch auf das betriebliche Arbeitsumfeld. 


Kontaktperson der Kategorie I - Kontaktpersonen mit Hoch-Risiko-Exposition (KPI)

Als Kontaktperson der Kategorie I gelten z.B.

  • Personen, die sich im selben Raum mit einem „COVID-19-Fall“ in einer Entfernung von weniger als zwei Metern für 15 Minuten oder länger aufgehalten haben.
  • Haushaltskontakte
  • Personen, die unabhängig von der Entfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit einer relevanten Konzentration von Aerosolen ausgesetzt waren (z.B. Feiern, gemeinsames Singen oder Sporttreiben in Innenräumen) oder ungeschützten, direkten Kontakt mit infektiösen Sekreten eines bestätigten Falles hatten.
  • Personen, die direkten physischen Kontakt (z.B. Hände schütteln) mit einem bestätigten Fall hatten.

Halten Sie daher auch im Unternehmen Abstand. Der Abstand sollte mindestens 2 Meter betragen. Vermeiden Sie aus diesem Grund Präsenzveranstaltungen. Nutzen Sie alternativ Telefon- und Videokonferenz. Vermeiden Sie im Betrieb und auch außerhalb des Betriebes Menschenansammlungen. Auch in Betrieben gilt grundsätzlich Maskenpflicht.

Nicht als KPI zu klassifizieren sind:

  • Personen, sofern beim Kontakt zum bestätigten Fall geeignete und nachvollziehbar korrekt umgesetzte Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos angewandt worden sind (z.B. beidseitiges Tragen einer FFP2-Maske bzw. eines MNS (Kinder 6-14 Jahre))
  • Personen mit geschütztem Kontakt mit positiv getestetem Gesundheits- und Pflegepersonal unter Einhaltung korrekt umgesetzter Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos oder Vorhandenseins von Trennwänden (z.B. Plexiglas) 
  • Personen, bei denen mindestens 3 immunologische Ereignisse zumindest 7 Tage vor dem Kontakt stattgefunden haben (z.B. 3 Impfungen). Ausgenommen hiervon sind schwerwiegend immungeschwächte bzw. immunsupprimierte Personen 
  • Kinder bis 12 Jahren, bei denen mindestens 2 immunologische Ereignisse zumindest 14 Tage vor dem Kontakt stattgefunden haben (z.B. 2 Impfungen)
  • Personen, die innerhalb der letzten 3 Monate vor dem Kontakt von einer Infektion mit der Omikron Variante genesen sind

Detaillierte Informationen finden Sie in der Broschüre des BMSGPK (PDF).

Kontaktperson der Kategorie II - Kontaktpersonen mit Niedrig-Risiko-Exposition (KPII)

Bis 8. Jänner 2022 gab es die Unterscheidung zwischen KPI und KPII. Seitdem gibt es KP II nicht mehr. Zu Kontaktpersonen der Kategorie II zählten Menschen, die die zu einem „Covid-19 -Fall“ nur flüchtigen Kontakt hatten, sich etwa im gleichen Raum aufhielten, aber dem Erkrankten nicht näherkamen oder nicht mit ihm gesprochen haben.


Details Kontaktpersonen der Kategorie I

Maßnahmen

Für Kontaktpersonen gelten für die Dauer von 10 Tagen Verkehrsbeschränkungen und sie sind einem PCR-Test zu unterziehen.

Die Verkehrsbeschränkung umfasst:

  • Das Tragen einer FFP2-Maske oder einer höherwertigen Maske bzw. eines MNS (Kinder 6-14 Jahren) bei Kontakt mit anderen Personen, auch innerhalb des privaten Wohnbereichs. Kinder unter 6 Jahren sind davon ausgenommen
  • Kein Besuch von Einrichtungen mit vulnerablen Personen oder risikobehafteten Settings (APHs, Gesundheitseinrichtungen, Obdachlosenheime, Gefängnisse, Flüchtlingsheime etc.)
  • Kein Betreten von Einrichtungen bzw. keine Ausübung von Aktivitäten, bei denen nicht durchgehend eine FFP2-Maske bzw. ein MNS getragen wird (Gastronomiebetriebe, Fitnessclubs etc.)
  • Kein Besuch von Großveranstaltungen und Ähnlichem (Sportveranstaltungen, Konzerte etc.)

Eine vorzeitige Beendigung der Verkehrsbeschränkung ist frühestens 5 Tage nach dem letzten infektiösen Kontakt bei Vorliegen einer negativen PCR-Untersuchung möglich.

Entgeltfortzahlung

Ist ein Mitarbeiter behördlich unter Quarantäne gestellt, muss der Arbeitgeber das Entgelt so lange in vollem Ausmaß weiterzahlen, bis die Quarantäne beendet ist und die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer den Dienst wieder antreten kann.

Der Arbeitgeber kann aber binnen 3 Monaten nach Ende der Quarantäne beim Magistrat der diese Maßnahme getroffen hat, einen Antrag auf Erstattung des weitergezahlten Entgeltes stellen. Diesem Antrag ist der Bescheid, den der Arbeitnehmer von der Gesundheitsbehörde nach dem Epidemiegesetz über die Quarantäne erhalten hat, als Nachweis beizulegen.

Liegt keine behördliche Absonderung durch die Bezirksverwaltungsbehörde (Gesundheitsbehörde) vor, sondern (lediglich) die Empfehlung  durch die Hotline 1450  „daheim zu bleiben“, ist damit grundsätzlich keine Pflicht des Arbeitgebers zur Entgeltfortzahlung verbunden. Die Modalitäten des Fernbleibens sind daher zu klären. In Betracht kommen der Zeitausgleich für Überstunden, die Urlaubsvereinbarung, Homeoffice, bezahlte bzw. nicht bezahlte Dienstfreistellung.

Hat hingegen der Arbeitgeber dem Betroffenen eine bezahlte Dienstfreistellung gewährt, ihm also das Entgelt fortgezahlt worden, besteht kein Ersatzanspruch des Unternehmens gegenüber der Gesundheitsbehörde. Dies deshalb, weil es sich dabei eben nicht um eine behördlich angeordnete Quarantäne handelt.

Welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen im Einzelfall bei einer Kontaktperson der Kategorie II gezogen werden, bedarf letztendlich einer individuellen Beurteilung.


Umgang mit Corona-Kontaktpersonen

Kategorie 1-Kontaktpersonen sind Kontaktpersonen mit hohem Infektionsrisiko, weil sie mit einem bestätigten Covid-19-Fall z.B.

  • mindestens 15 Minuten direkten Kontakt bei einer Entfernung unter zwei Metern (z.B. Haushaltskontakte, Kontakte in Warteräumen, Pausenräumen, Kantinen oder bei Besprechungen) oder
  • ungeschützten, direkten Kontakt mit infektiösem Sekret (z.B. Anhusten, Anspucken, Berühren benutzter Taschentücher eines Covid-19-Falls oder
  • direkten physischen Kontakt (z.B. Händeschütteln, Umarmungen) hatten.

Betreffende Personen müssen abgesondert und die Gesundheitsbehörden umgehend informiert werden. Der Betrieb muss deshalb aber nicht geschlossen werden, sondern kann unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsregeln fortgeführt werden.

So kann die Einstufung als K1-Kontaktperson verhindert werden

Umgang mit Corona-Kontaktpersonen
© WKO
Umgang mit Corona-Kontaktpersonen
© WKO


Wichtige Tipps für den betrieblichen Alltag

  • Sorgen Sie für die Einhaltung der Abstandsregelungen und der Maskenpflicht am Arbeitsplatz und in der Pause.
  • Regelmäßiges Händewaschen und der Einsatz von Desinfektionsmittel sind Teil des betrieblichen Alltags.
  • Informieren Sie im Verdachtsfall die Gesundheitsbehörden und rufen Sie die "Telefonische Gesundheitsberatung 1450".

Detaillierte Informationen finden Sie in der Broschüre des BMSGPK (PDF).

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