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Maßnahmenpaket rund um den Umweltfußabdruck von Produkten und Organisationen

International abgestimmte Ökobilanzmethoden sollen den Wildwuchs an Umweltzeichen eindämmen

Mehr als 400 unterschiedliche Umweltzeichen weltweit, 62 Methoden und Initiativen für den Kohlenstoff-Fußabdruck von Produkten -  zwei Zahlen genügen, um den Wildwuchs an Methoden und Aktionen im Umfeld von Umweltaussagen zu verdeutlichen. Diese Entwicklung erhöht die Kosten für Unternehmen und verunsichert gleichzeitig die Verbraucher. Die Vielzahl von Initiativen in den Mitgliedstaaten könnte schließlich auch den Grundsätzen des Binnenmarktes zuwiderlaufen. Aus diesem Grund und um die Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch zu unterstützen, hat die EU-Kommission mit der

Mitteilung "Schaffung eines Binnenmarkts für grüne Produkte"

ein Maßnahmenpaket veröffentlicht.

Die Initiative trägt zur Umsetzung des "Fahrplans für ein ressourcenschonendes Europa" bei und ist dem Politikbereich "Nachhaltige Produktion und Verbrauch" zugeordnet.

Elemente des Vorschlagspakets

Phase 1

  • Empfehlung der Kommission an Mitgliedstaaten und Interessenträger zur Anwendung der Umweltfußabdruck-Methoden für Produkte bzw. Organisationen (Veröffentlichung im EU-Amtsblatt mit Leitfaden zu den Methoden im Anhang)
  • Zweite Pilotphase zu den beiden Umweltfußabdruckmethoden (2013 - 2017) 
  • Ausarbeitung von weiteren Leitlinien zur Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken, um eine angemessene und einheitliche Durchsetzung in den Mitgliedstaaten sicherzustellen (vgl. Bericht des "Mehrseitigen Dialogs zu Umweltaussagen (MDEC)"
  • Festlegung der Grundsätze für die Offenlegung der Umweltleistung von Produkten und Organisationen: Transparenz, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Vergleichbarkeit und Klarheit

Phase 2
Die Ergebnisse aus den Pilotprojekten, weitere Studien und die bis dahin in den Mitgliedstaaten gesammelten Erfahrungen werden anschließend im Hinblick auf die Methoden, Benchmarks und  Anreizsysteme ausgewertet. Diese Evaluierung bildet die Basis für Vorschläge zur weiteren Vorgangsweise bis 2020.

Einheitliche Messmethoden als Kernelement 

Grundlage für die Kommunikation von Umweltleistungen von Produkten und Unternehmen bilden nach diesem Vorschlag zwei Methoden zur Bestimmung 

  • des Umweltfußabdrucks von Produkten (PEF - Product Environmental Footprint)
  • des Umweltfußabdrucks von Organisationen, z.B. Unternehmen  (OEF - Organisation Environmental Footprint).

Die von der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission (JRC-IES, Ispra) in mehrjährigen Arbeiten entwickelten Methoden basieren auf dem Lebenszyklus-Ansatz, wie er in den Normen ISO 14040, ISO 14044 formuliert ist. Um die Ergebnisse für Vergleiche nutzen zu können, gibt es aber in einigen Punkten auch Abweichungen. So werden u.a. festgelegt:

  • Anforderungen hinsichtlich Datenqualität (z.B. Allokationsregeln)
  • Wirkungskategorien, die über den gesamten Produktlebenszyklus zu betrachten sind
  • Bewertungsmethoden für die Wirkungsabschätzung

Wirkungskategorien

  • Klimaänderung
  • Abbau der Ozonschicht
  • Ökotoxizität - Süßwasser
  • Humantoxizität – kanzerogene Folgen
  • Humantoxizität – nichtkanzerogene Folgen
  • Feinstaub/anorganische Emissionen
  • Ionisierende Strahlung - Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit
  • Fotochemische Bildung von Ozon
  • Versauerung
  • Eutrophierung – Land
  • Eutrophierung – Wasser
  • Ressourcenerschöpfung - Wasser
  • Ressourcenerschöpfung - mineralisch, fossil
  • Landnutzungsänderungen

Produktkategorie-Regeln, sektorspezifische Regeln

 Die in den beiden Leitfäden beschriebene Vorgangsweise fußt auf dem ILCD (International Reference Life Cycle Data System) und ist bereits eine kompaktere Darstellung einer überaus komplexen Materie. Um überhaupt handhabbar zu werden, bedarf es

  • im Fall des PEF der Produktkategorie-Regeln (PCR, PEFCR),
  • im Fall des OEF der sektorspezifischen Regeln (OEFSR).

Darin wird z.B. für definierte Produktgruppen festgehalten, welche der oben angeführten Wirkungskategorien im konkreten Fall außer Acht gelassen werden können, weil sie auf das Ergebnis keinen Einfluss haben. Damit wird die Ermittlung des Fußabdrucks einfacher; die Erstellung von PEFCR/OEFSR ist jedoch ein Prozess von entscheidender Bedeutung und damit nur unter repräsentativer Einbindung aller Interessengruppen zulässig.

Auch auf dieser Ebene ist Wildwuchs zu vermeiden und internationale Abstimmung erforderlich. Die Guidance Development Initiative unter Federführung der US-Umweltschutzagentur (EPA) hat deshalb einen "Leitfaden für die Aufstellung von Produktkategorie-Regeln" ausgearbeitet.

PEF/OEF Pilotphase 2013 - 2017

Die beiden Methoden und die dazu entwickelten Leitfäden wurden 2011 bereits in zehn Fallbespielen getestet.

Daran schließt nun eine zweite Testperiode an, die von Mai 2013 bis Ende 2017 läuft. 

Ziel:

  • Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit der Lebenszyklusdaten (UNEP-Ebene, Entwicklungsländer)
  • Entwicklung konsistenter Produktkategorie- und sektorspezifischer Regeln
  • Beteiligung der Stakeholder (insbesondere KMU, aber auch Entwicklungsländer)
  • Vereinfachung (Nutzerfreundlichkeit, Weitergabe von Informationen in der Lieferkette)
  • Verifikationssystem (Überprüfungssystem)
  • Konvergenz der Methoden auf EU-Ebene und international (z.B. Japan)

Neben Studien zu den Überwachungsmethoden (Verifizierung der Daten, Rückverfolgbarkeit, Konformitätsbewertung, Marktüberwachung) bildet der Prozess zur Entwicklung von PEFCRs bzw. OEFSRs den inhaltlichen Schwerpunkt, wobei in jedem der Pilotprojekte auch die jeweils am besten geeigneten Kommunikationsmethoden (z.B. Bericht, Erklärung, Label) untersucht werden sollen. 

Entwicklung von Produktkategorie-Regeln bzw. sektorspezifischen Regeln

Die einzuhaltenden Regeln sollen die repräsentative Projektbeteiligung gewährleisten. Zu beteiligen sind:

  • die großen Wettbewerber oder ihre Repräsentanten: 75 % des EU-Marktes (Jahresumsatz)
  • Alle Unternehmen mit mehr als 10 % Marktanteil müssen eingeladen werden.
  • 51 % des EU- Marktes muss vom Anfang bis zum Ende aktiv teilnehmen.
  • umfassende Stakeholder-Beteiligung (KMU, Verbraucher, Umweltorganisationen)

Laufende Konsultationen

Über die Entwürfe zu den einzelnen Produktkategorieregeln finden bzw. fanden jeweils auf vier Wochen anberaumte Konsultationen statt.

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