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SEPA: Einschränkungen auf österreichische Konten sind nicht zulässig

Lastschriften von Konten aus dem EWR und Überweisungen an und von EWR-Konten müssen akzeptiert werden

SEPA (Single Euro Payments Area) steht für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum und bedeutet die Nutzung gleicher Verfahren und Standards im Euro-Zahlungsverkehr. Derzeit nehmen 34 europäische Länder an der SEPA-Initiative teil.

Nutzer von Zahlungsverkehrsdienstleistungen können mit SEPA bargeldlose Euro-Zahlungen von einem einzigen Konto innerhalb des SEPA-Raumes vornehmen. Erstmalig ist es auch möglich, grenzüberschreitende Lastschriften zu tätigen. Das macht den Zahlungsverkehr einfacher, schneller und auch günstiger, u.a. da es nun bei grenzüberschreitenden Aktivitäten nicht mehr notwendig ist, mehrere Konten in unterschiedlichen Ländern zu halten.

Damit die SEPA-Devise "Ein Konto für ganz Europa" Realität werden kann, sind auch alle Unternehmen verpflichtet, IBANs aus dem gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR = alle 28 EU-Mitgliedstaaten, sowie Island, Liechtenstein und Norwegen) zu akzeptieren. Dies wird in der SEPA-Verordnung der EU (Verordnung 260/2012, Artikel 9) ausdrücklich vorgeschrieben:

  • Bei Lastschriften darf der Empfänger der Transaktionen nicht bestimmen, in welchem Land des EWR das Konto des Zahlers zu führen ist, sondern muss Lastschriften auch von in anderen EWR-Ländern geführten Zahlungsverkehrskonten durchführen. Ebenso darf bei Überweisungen der Zahlungsempfänger nicht vorgeben, dass die Überweisung nur von einem Inlandskonto stattfinden darf.
  • Der Zahler darf bei einer Überweisung nicht vorgeben, in welchem Land des EWR der Empfänger sein Konto zu führen hat.

Daher sind auch alle Unternehmen verpflichtet, Überweisungen und Lastschriften von Konten aus dem gesamten EWR zu akzeptieren, zu ermöglichen und durchzuführen. Ebenso dürfen Unternehmen eine Überweisung auf ein nichtösterreichisches Konto im SEPA-Raum nicht verweigern.

Wenn ein österreichisches Unternehmen nur Lastschriften akzeptiert, die von einem österreichischen Konto eingezogen werden oder Überweisungen nur auf österreichische Konten durchführt bzw. Überweisungen von nichtösterreichischen Konten im EWR verweigert, stellt dies eine Verwaltungsübertretung dar, die von der Finanzmarktaufsicht (FMA) mit einer Verwaltungsstrafe geahndet wird.

Praxistipps:

  • Lastschriftmandate müssen so gestaltet werden, dass die Angabe von IBANs aus allen EWR-Mitgliedsstaaten mit bis zu 34 Zeichen möglich ist. Stellen Sie daher die ausreichende Größe des entsprechenden Formularfeldes sicher und geben Sie die österreichische Länderkennung AT nicht im Lastschriftmandat vor.
  • Gestalten Sie die Eingabemasken auf Ihren Websites so, dass auch ausländische IBANs und bis 2016 zusätzlich noch BICs eingegeben werden können.
  • Alle Geschäftsprozesse, die von der angegeben IBAN abhängig sind bzw. in denen diese Kennzahl benötigt wird (z.B. IT-Prozesse, Buchhaltung, Stammdatenverwaltung, Risikomanagement…) sowie interne und externe Schnittstellen wären entsprechend anzupassen, sodass auch ausländische IBANs akzeptiert und verarbeitet werden können.
  • Allgemeine Geschäftsbestimmungen und sonstige von den Änderungen betroffenen Vertragsbestimmungen sind entsprechend anzupassen.
  • Empfehlenswert ist auch, mit der Hausbank Kontakt aufzunehmen, um abwicklungstechnische Details zu klären. Dies ist vor allem wichtig, wenn Sie das Lastschriftverfahren einsetzen.
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