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Arten der Vergabeverfahren - FAQs

Antworten auf die wichtigsten Fragen

  1.  Welche Vergabeverfahren kennt das Bundesvergabegesetz 2006?
  2. Wie ist das offene Verfahren definiert? 
  3. Wie ist das nicht offene Verfahren mit vorheriger Bekanntmachung definiert?
  4. Wie ist das nicht offene Verfahren ohne vorherige Bekanntmachung definiert?
  5. Wie ist das Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung definiert?
  6. Wie ist das Verhandlungsverfahren ohne vorherige Bekanntmachung definiert?
  7. Wie ist die Direktvergabe definiert?
  8. Wie ist die Direktvergabe mit vorheriger Bekanntmachung definiert?
  9. Was ist eine Rahmenvereinbarung?
  10. Was ist ein dynamisches Beschaffungssystem?
  11. Wie ist der wettbewerbliche Dialog definiert?
  12. Wie ist die elektronische Auktion definiert?

1. Welche Vergabeverfahren kennt das Bundesvergabegesetz 2006? 

  • Das offene Verfahren
  • Das nicht offene Verfahren mit vorheriger Bekanntmachung
  • Das nicht offene Verfahren ohne vorherige Bekanntmachung
  • Das Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung
  • Das Verhandlungsverfahren ohne vorheriger Bekanntmachung
  • Die Direktvergabe
  • Die Direktvergabe mit vorheriger Bekanntmachung
  • Die Rahmenvereinbarung
  • Das dynamische Beschaffungssystem
  • Der wettbewerbliche Dialog
  • Die elektronische Auktion (kein eigenes Vergabeverfahren)

Bei der Wahl des Vergabeverfahrens besteht eine Gleichstellung des offenen mit dem nicht offenen Verfahren mit vorheriger Bekanntmachung. Daraus folgt, dass der Auftraggeber bei der Vergabe von Aufträgen frei zwischen diesen beiden Arten von Vergabeverfahren wählen kann.

2. Wie ist das offene Verfahren definiert?

Beim offenen Verfahren wird eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. 

3. Wie ist das nicht offene Verfahren mit vorheriger Bekanntmachung definiert?

Beim nicht offenen Verfahren mit vorheriger Bekanntmachung werden – nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde – ausgewählte Bewerber (mind. 5 im Oberschwellenbereich bzw. mind. 3 im Unterschwellenbereich) zur Abgabe von Angeboten aufgefordert.  

4. Wie ist das nicht offene Verfahren ohne vorherige Bekanntmachung definiert?

Beim nicht offenen Verfahren ohne vorherige Bekanntmachung wird eine beschränkte Anzahl von geeigneten Unternehmern (mind. 3) zur Abgabe von Angeboten eingeladen. 

5. Wie ist das Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung definiert?

Beim Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung werden – nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde – ausgewählte Bewerber (mind. 3) zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Danach kann über den gesamten Auftragsinhalt verhandelt werden.  

6. Wie ist das Verhandlungsverfahren ohne vorherige Bekanntmachung definiert?

Beim Verhandlungsverfahren ohne vorherige Bekanntmachung wird eine beschränkte Anzahl von geeigneten Unternehmern (mind. 3) zur Abgabe von Angeboten eingeladen. Danach kann über den gesamten Auftragsinhalt verhandelt werden. 

7. Wie ist die Direktvergabe definiert?

Bei der Direktvergabe wird eine Leistung, gegebenenfalls nach Einholung von Angeboten oder unverbindlichen Preisauskünften von einem oder mehreren Unternehmern, formfrei unmittelbar von einem ausgewählten Unternehmer gegen Entgelt bezogen. 

8. Wie ist die Direktvergabe mit vorheriger Bekanntmachung definiert?

Bei der Direktvergabe mit vorheriger Bekanntmachung wird, nachdem einer unbeschränkten Anzahl von Unternehmern die beabsichtigte Vergabe eines Bau-, Liefer- oder Dienstleistungsauftrages bekannt gemacht wurde, und nach Einholung von einem oder mehreren Angeboten, eine Leistung formfrei von einem ausgewählten Unternehmer gegen Entgelt bezogen. 

9. Was ist eine Rahmenvereinbarung?

Eine Rahmenvereinbarung ist eine Vereinbarung ohne Abnahmeverpflichtung zwischen einem oder mehreren Auftraggebern und einem oder mehreren Unternehmern, die zum Ziel hat, die Bedingungen für die Aufträge, die während eines bestimmten Zeitraums vergeben werden sollen, festzulegen, insbesondere in Bezug auf den in Aussicht genommenen Preis und gegebenenfalls die in Aussicht genommene Menge. Auf Grund einer Rahmenvereinbarung wird nach Abgabe von Angeboten eine Leistung von einer Partei der Rahmenvereinbarung mit oder ohne erneuten Aufruf zum Wettbewerb bezogen. 

10. Was ist ein dynamisches Beschaffungssystem?

Ein dynamisches Beschaffungssystem ist ein vollelektronisches Verfahren für die Beschaffung von Leistungen, bei denen die allgemein auf dem Markt verfügbaren Merkmale den Anforderungen des Auftraggebers genügen. Bei einem dynamischen Beschaffungssystem wird eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von unverbindlichen Erklärungen zur Leistungserbringung aufgefordert und alle geeigneten Unternehmer, die zulässige Erklärungen zur Leistungserbringung abgegeben haben, werden zur Teilnahme am System zugelassen. Bei einem dynamischen Beschaffungssystem wird die Leistung nach einer gesonderten Aufforderung zur Angebotsabgabe von einem Teilnehmer am dynamischen Beschaffungssystem bezogen. 

11. Wie ist der wettbewerbliche Dialog definiert?

Beim wettbewerblichen Dialog führt der Auftraggeber, nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde, mit ausgewählten Bewerbern einen Dialog über alle Aspekte des Auftrags. Ziel des Dialogs ist es, eine oder mehrere den Bedürfnissen und Anforderungen des Auftraggebers entsprechende Lösung oder Lösungen zu ermitteln, auf deren Grundlage oder Grundlagen die jeweiligen Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert werden.

12. Wie ist die elektronische Auktion definiert?

Eine elektronische Auktion ist ein iteratives Verfahren zur Ermittlung des Angebotes, dem der Zuschlag erteilt werden soll, bei dem mittels einer elektronischen Vorrichtung nach einer ersten vollständigen Bewertung der Angebote jeweils neue, nach unten korrigierte Preise und/oder neue, auf bestimmte Komponenten der Angebote abstellende Werte vorgelegt werden, und das eine automatische Klassifikation dieser Angebote ermöglicht.

Bei einer einfachen elektronischen Auktion hat der Zuschlag auf das Angebot mit dem niedrigsten Preis zu erfolgen. Bei einer sonstigen elektronischen Auktion hat der Zuschlag auf das technisch und wirtschaftlich günstigste Angebot zu erfolgen.

Der Auftraggeber kann frei zwischen der Durchführung einer einfachen oder einer sonstigen elektronischen Auktion wählen.

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